Der TagUN-Behörde hält nichts von Gaza-Luftbrücke
Menschen im Gazastreifen leiden Hunger. Jetzt beteiligt sich auch Deutschland an einer Luftbrücke für Hilfsgüter. Der Chef eines UN-Hilfswerks hat wenig übrig für diese Art von Hilfeleistung. Abwürfe von Hilfsgütern aus der Luft sollen mindestens 100 Mal so teuer sein wie der Transport derselben Menge an Gütern auf dem Landweg. Dies schrieb der Chef des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA, Philippe Lazzarini, auf X.
Seit letztem Sonntag werfen Flugzeuge aus Israel, Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Paletten mit humanitärer Hilfe über dem Gazastreifen ab. Diese Art der Luftbrücke soll rund zwei Millionen Palästinensern helfen, die nach Angaben von Hilfsorganisationen unter einem massiven Mangel an Lebensmitteln und anderen lebensnotwendigen Gütern leiden. UN-Organisationen und Experten sprechen von einer drohenden Hungersnot.
Lazzarini zufolge ist jedoch diese Methode, Hilfe zu bringen, "sehr kostspielig, ungenügend und ineffizient". Wenn schon der politische Wille da sei, Luftabwürfe zu genehmigen, dann sollte auch der entsprechende politische Wille da sein, die Übergänge an den Landgrenzen zum Gazastreifen zu öffnen. Israel hatte im März eine fast vollständige Blockade über den Gazastreifen verhängt, wo es Krieg gegen die islamistische Hamas führt. Seit letztem Sonntag lässt es nicht nur die Luftabwürfe zu, sondern gewährt auch täglich rund 200 Lastwagen von UN- und anderen Organisationen die Einfahrt in das abgeriegelte Küstengebiet.