Der TagUS-Gouverneur stoppt Hinrichtung im letzten Moment

Für uns als zivilisierte Gesellschaft in Deutschland glücklicher Weise kaum vorstellbar, aber in den USA immer noch Praxis: Hinrichtungen. Heute sollte in Oklahoma eigentlich der Afroamerikaner Julius Jones hingerichtet werden, aber das Todesurteil wurde quasi im letzten Moment gestoppt. Nur vier Stunden vor der Vollstreckung setzte der konservative Gouverneur Kevin Stitt die Hinrichtung aus. Millionen Menschen, unter ihnen Prominente wie Reality-TV-Star Kim Kardashian, hatten sich im Netz für den 41-jährigen Todeskandidaten eingesetzt, an dessen Schuld erhebliche Zweifel bestehen.
Jones war 2002 wegen der Ermordung eines weißen Geschäftsmannes im Jahr 1999 zum Tode verurteilt worden. Er hat die Tat stets bestritten und erklärt, er sei vom wahren Täter in eine Falle gelockt worden. Jones beklagte auch, von seinen ersten Anwälten schlecht verteidigt und während des Prozesses diskriminiert worden zu sein. Eine TV-Dokumentation befasste sich später mit Verfahrensfehlern in dem Fall. Doch überzeugt von einer möglichen Unschuld des Mannes scheint Oklahomas Gouverneur nicht zu sein: Stitt wandelte das Todesurteil zwar in eine lebenslange Haftstrafe um, aber legte dabei fest, dass Jones keine Aussicht auf vorzeitige Haftentlassung hat. Er muss also bis zum Ende seines Lebens im Gefängnis bleiben.