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Der TagUSA drohen deutschen Firmen in Einzel-Videoanrufen wegen Nord Stream 2

26.07.2020, 11:02 Uhr
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Dunkle Wolken über der Greifswalder Anlandestation der "Nord Stream 2"-Pipeline. (Foto: imago images/Eibner)

Die USA haben in dieser Woche mit deutschen und europäischen Auftragnehmern des umstrittenen russischen Pipeline-Projektes "Nord Stream 2" Einzelgespräche per Videokonferenz geführt, um auf die weitreichenden Konsequenzen einer weiteren Mitarbeit am Projekt hinzuweisen. Nach Informationen von Welt am Sonntag waren die Firmen dabei zum Teil mit bis zu zwölf US-Vertretern aus den drei US-Ministerien Außen, Finanzen und Energie konfrontiert. Die US-Vertreter hätten "in freundlichem Ton sehr deutlich gemacht, dass sie die Fertigstellung der Pipeline verhindern wollen", zitiert die Zeitung einen Beobachter der Gespräche: "Ich glaube, dass die Drohung sehr, sehr ernsthaft ist."

Die Vereinigten Staaten hatten vergangene Woche die Ausführungsbestimmungen eines Sanktionsgesetzes juristisch scharf geschaltet. Damit droht den Unternehmen und ihren Banken bei einer weiteren Beteiligung am Pipelinebau unter anderem der vollständige Ausschluss vom US-Markt und Einreiseverbote für die Mitarbeiter. US-Außenminister Mike Pompeo hatte auf einer Pressekonferenz in Washington das Ziel der Maßnahme für die betroffenen Unternehmen so zusammengefasst: "Steigen Sie jetzt aus oder tragen Sie die Konsequenzen."

Quelle: ntv.de