Der Tag

Der TagVenedig hat keine Lust auf die Bezos-Hochzeit

19.06.2025, 08:19 Uhr

Eine Hochzeit in Venedig ist nicht billig. Das ist jetzt allerdings nicht wirklich der Engpass des Brautpaares, das seine Hochzeit in der romantischen Lagunenstadt feiern will. Amazon-Gründer Jeff Bezos, mit einem vermuteten Vermögen von etwa 200 Milliarden Euro der zweit- oder drittreichste Mann des Planeten, und seine Verlobte Lauren Sánchez, eine ehemalige Journalistin, werden sich die 700 Euro auf dem Standsamt leisten können.

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Das junge Glück, so sympathisch ... (Foto: dpa)

Nach allem, was man weiß, dürfte das tagelange Fest zur teuersten Hochzeit werden, die Venedig in mehr als 1500 Jahren gesehen hat. Die italienischen Zeitungen schätzen die Kosten auf 15 bis 30 Millionen Euro. 200 Gäste werden erwartet, selbstverständlich alles sehr wichtige Leute: Oprah Winfrey, Kim Kardashian, Katy Perry, Donald Trumps Tochter Ivanka, Leonardo DiCaprio, George Clooney (kennt die Location von seiner eigenen Hochzeit), Elon Musk, Bill Gates, Mark Zuckerberg, Lady Gaga soll singen und Mick Jagger auch. Von dem Paar selbst gibt es zum Ablauf nichts zu hören. Als sicher gilt, dass Bezos und Sánchez mit dem riesigen Dreimaster des US-Unternehmers anreisen wollen. Möglicherweise wird auch an Bord geheiratet. Allerdings gibt es noch Probleme: So darf das Schiff, wenn es nach den Vorschriften geht, mit einer Länge von mehr als 125 Metern nicht am Markusplatz anlegen.

Viele Einheimische fürchten, dass ihre ohnehin geplagte Stadt fünf Tage lang im Ausnahmezustand sein wird. Vor kurzem hingen auf dem Markusplatz und an der Rialto-Brücke bereits Plakate "No Space for Bezos" ("Kein Raum für Bezos"). "Wir haben nichts gegen Hochzeiten", so einer der Aktivisten, "aber wir mögen keinen arroganten Milliardär, der glaubt, er könne sich alles kaufen. Er soll Venedig nicht mit Las Vegas verwechseln." Es gibt aber auch Profiteure: Hoteliers und Wassertaxi-Besitzer zum Beispiel. Und auch der Bürgermeister gehört zu den Leuten, die die Eheschließung verteidigen: Der Bauunternehmer, der sich in Anlehnung an Italiens früheren Mehrfach-Ministerpräsidenten gern als "Berlusconi von Venedig" betiteln lässt, spricht von einer "Ehre für die Stadt".

Quelle: ntv.de