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Der Tag Verdi ruft zu Streiks bei Amazon bis Weihnachten auf

Streikende Amazon-Mitarbeiter. Foto: picture alliance / dpa

Beschäftigte an sechs Standorten streiken erneut für bessere Arbeitsbedingungen. (Archivbild)

(Foto: picture alliance / dpa)

Haben Sie Ihre Weihnachtsgeschenke größtenteils bestellt? Ist ja auch super bequem, mit nur wenigen Mausklicks vom Sofa aus alles zu ordern. Weniger angenehm seien die Arbeitsbedingungen für Beschäftigte des Online-Händlers Amazon, sagt die Gewerkschaft Verdi und hat zu mehrtägigen Streiks aufgerufen. Die Mitarbeiter an sechs Standorten sollen bis einschließlich 24. Dezember ihre Arbeit niederlegen, wie Verdi mitteilt. Ziel sei die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie der Abschluss eines Tarifvertrages für gute und gesunde Arbeit.

  • Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger erklärte, die weitgehende Schließung von Läden seit der vergangenen Woche wegen des Lockdowns in der Corona-Pandemie habe dazu geführt, dass das Bestellaufkommen bei Versandhändlern wie Amazon noch einmal deutlich gestiegen sei. Amazon verdiene sich in der aktuellen Krise "eine goldene Nase".
  • Bestreikt werden sollten die Standorte Werne, Rheinberg (beide Nordrhein-Westfalen), Leipzig (Sachsen), Koblenz (Rheinland-Pfalz) und zwei Standorte im hessischen Bad Hersfeld.
  • Amazon erklärte, Auswirkungen auf die Belieferung der Kunden hätten die Streikaktionen nicht: "Der allergrößte Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeitet ganz normal."

Damit scheint das Wichtigste - die Geschenke-Lieferung bis Heiligabend - wohl für die meisten Menschen geklärt. Verdi versucht seit Jahren vergeblich, unter anderem Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels für Amazon-Beschäftigte durchzusetzen. Da die Bestellungen jedoch voraussichtlich nicht vom Streik beeinträchtigt und Kunden so kaum Notiz davon nehmen werden, bleibt ein Erfolg für die Gewerkschaft auch dieses Mal fraglich.

Quelle: ntv.de