Der TagVerteidigerin kritisiert "brutalen" öffentlichen Umgang mit Marius Borg Høiby

"Kein Versuch, an den Anstand der Medien zu appellieren, hat meiner Meinung nach gefruchtet": Eine Verteidigerin von Marius Borg Høiby hat den Medien vor Gericht einen "brutalen Umgang" mit ihrem Klienten in den vergangenen eineinhalb Jahren vorgeworfen. Ihr Klient habe es deshalb sehr schwer gehabt, sagte Ellen Holager Andenæs, die den 29-jährigen Sohn der norwegischen Kronprinzessin gemeinsam mit einem weiteren Anwalt vertritt. Jemand, der über so lange Zeit einer solchen Flut von öffentlicher Aufmerksamkeit ausgesetzt sei, könne das Gefühl bekommen, dass er die Kontrolle über sein Leben verliere. Høiby fühle einen großen Druck und habe Angst, chancenlos zu sein. Aber: "Wie alle anderen ist er so lange unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist."
Der Norweger ist in 38 Punkten angeklagt. Ihm wird Vergewaltigung in vier Fällen nach norwegischem Recht vorgeworfen. Außerdem geht es unter anderem um häusliche Gewalt, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Verstöße gegen ein Kontaktverbot, Drogen- und Verkehrsdelikte. Das Medieninteresse an dem Fall ist gewaltig: Rund 200 Journalisten verfolgten den heutigen Auftakt des Prozesses in Oslo vor Ort mit. Zum Schutz der mutmaßlichen Opfer ist die Berichterstattung über die Verhandlung eingeschränkt. Auch der Angeklagte darf weder gefilmt noch fotografiert werden.