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Der TagVolksverhetzung? Ehepaar verklagt Sylt wegen "Hindenburgdamm"

22.11.2023, 09:09 Uhr

Der Damm zwischen dem schleswig-holsteinischen Festland und der Insel Sylt ist berühmt und darf nur von Zügen befahren werden. Fußgänger oder Autos sind tabu. Im Volksmund wird der schmale Streifen, der 1927 eröffnet wurde, "Hindenburgdamm" genannt, in Anlehnung an den damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Der Eigentümer der Bahnstrecke, die Deutsche Bahn, gibt ihn als Streckennummer 1210 an.

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Lebensader von Sylt: Der Bahndamm zum Festland. (Foto: picture alliance / Carsten Rehder/dpa)

Wie der SHZ berichtet, hat ein Ehepaar aus Niedersachsen die Gemeinde Sylt dazu aufgefordert, die Bezeichnung "Hindenburgdamm" nicht mehr zu verwenden - und sogar Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Begründung: "An eine Person, die einen Massenmord mit höchster Anerkennung lobt, darf ebenso wenig wie bei Adolf Hitler, Hermann Göring und anderen NS-Tätern durch eine öffentliche ehrende Namensbenennungen erinnert werden."

Die Kritik des Ehepaares richtete sich laut SHZ unter anderem auf einen Screenshot auf der Internetseite www.sylt.de, auf dem es heißt: "Der Hindenburgdamm verbindet Sylt mit dem Festland." Allerdings stehe hinter der Seite gar nicht die Gemeinde Sylt, sondern die Sylt Marketing GmbH (SMG). Diese soll bereits dabei sein, die "Hindenburg"-Bezeichnung von ihren Kanälen zu entfernen. Auch die Deutsche Bahn äußerte sich: "Da der Hindenburgdamm offiziell nicht Hindenburgdamm heißt, ist eine Umbenennung nicht möglich."

Der Name Hindenburg ist in den letzten Jahren von vielen Plätzen und Straßen in Deutschland wegen dessen Verstrickung in die Machtergreifung der Nationalsozialisten verschwunden.

Quelle: ntv.de