Der TagWagenknecht über Mannheim-Mörder: "Wir haben seine Radikalisierung finanziert"
Mit Blick auf den tödlichen Messerangriff in Mannheim hat Sahra Wagenknecht Lücken im deutschen Asylsystem kritisiert. In der Sendung "RTL Direkt" sagte die BSW-Vorsitzende: "Man muss natürlich sagen, es ist leider ja kein Einzelfall. (…) Wie kann so ein Mann zehn Jahre in unserem Land bleiben, alimentiert werden, Geld bekommen? Also wir haben ja quasi seine Radikalisierung auch noch finanziert." Ein 25-jähriger Afghane hatte am Freitag fünf Teilnehmer einer Kundgebung der islamkritischen Bewegung Pax Europa sowie einen Polizisten mit einem Messer verletzt. Der Beamte erlag später seinen Verletzungen. Der Täter war zuvor nicht polizeilich bekannt gewesen. Er kam 2013 als Teenager nach Deutschland und stellte einen Asylantrag. Der Antrag wurde 2014 abgelehnt. Es wurde allerdings ein Abschiebeverbot verhängt, vermutlich wegen des jugendlichen Alters, berichtet die dpa. Im hessischen Heppenheim wohnte der Täter zuletzt mit seiner Ehefrau und zwei Kleinkindern.
Islamistische Täter hätten "einen erheblichen Anteil" an den Gewaltverbrechen der vergangenen Jahre, so Wagenknecht weiter. "Und deswegen, finde ich, ist es längst eigentlich an der Zeit, hier genauer hinzuschauen. Wo entstehen Parallelgesellschaften?" Tatsächlich sind in den sogenannten Phänomenbereichen der politisch motivierten Kriminalität(PMK) -ausländische Ideologie- und PMK -religiöse Ideologie- die Fallzahlen bei Gewaltdelikten gestiegen. Das geht aus der neuesten Statistik des Bundeskriminalamts hervor. Im Bereich ausländische Ideologie stieg 2023 die Anzahl der Taten um 31,99 Prozent auf 491, für religiöse Ideologie um 76,47 Prozent auf 90 Fälle. Bei den absoluten Zahlen überwiegt aber noch immer eindeutig die rechts motivierte Gewalt. In diesem Phänomenbereich wurden dem BKA zufolge 1270 Taten erfasst, 8,55 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Der Fall Mannheim zeige, "dass unser Asylsystem so nicht funktioniert, weil wir jeden einladen und jeder, der halbwegs das Wort Asyl aussprechen kann, der bleibt dann auch", so Wagenknecht weiter. Seit der Machtübernahme durch die radikal-islamistischen Taliban in Kabul im August 2021 schiebt Deutschland niemanden mehr nach Afghanistan ab.