Der TagWas bedeutet Afghanistan für den deutschen Wahlkampf?
Während die Evakuierungsflüge der Bundeswehr in Afghanistan langsam anlaufen, wirken die Reaktionen vieler deutscher Politikerinnen und Politiker auf die Krise weiterhin hilflos. Im Podcast "heute wichtig" sieht die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch von der Akademie für politische Bildung die Gefahr, dass sich so der Eindruck eines Politikversagens herausbilde. Mit Blick auf die Wahl sagt sie: Eine außenpolitische Krisensituation verbunden mit einer humanitären Krise - "da kann sich tatsächlich nochmal etwas verändern in der Stimmungslage".
Die Aussage des Union-Kanzlerkandidaten Armin Laschet, 2015 dürfe "sich nicht wiederholen", hält Münch für bewusst gewählt, um für möglichst viele Menschen politisch anschlussfähig zu sein: Unionsanhänger, die einen starken Staat wollten, könnten hineinlesen, dass nicht erneut vermeintlich unkontrolliert geflüchtete Menschen ins Land gelassen würden. "Und diejenigen, die zwischen Grünen und CDU changieren als Wähler, die können hineininterpretieren, es soll sich nicht nochmal so eine humanitäre Katastrophe abzeichnen", sagt Münch.