Der TagWas heute wichtig wird
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
wir Deutschen zählen ja, was das Image angeht, auf der Welt nicht unbedingt zu den beliebtesten Gästen. Besonders unbeliebt ist ein Deutscher seit gestern in Brasilien, genauer gesagt in Belém: Kanzler Friedrich Merz. Der Bürgermeister der Stadt, die Gastgeber der UN-Klimakonferenz COP30 ist, schimpft über Merz, er sei "arrogant und voreingenommen". Womit der CDU-Politiker den Zorn der Brasilianerinnen und Brasilianer auf sich zieht? Mit dieser Aussage, die sich der Kanzler nach seiner Rückkehr auf einem Handelskongress wohl nicht verkneifen konnte: "Ich habe einige der Journalisten, die mit mir in Brasilien waren, letzte Woche gefragt: Wer von euch würde denn gern hierbleiben? Da hat keiner die Hand gehoben." In Zeiten des Internets dauert es nicht lange, bis so eine Lästerei die Runde macht. Brasiliens Präsident Luiz Lula da Silva nimmt es mit Humor und hat eine Empfehlung für seinen deutschen Amtskollegen, der nicht mal 24 Stunden in Brasilien war: "Er hätte in Pará in eine Bar gehen sollen. Er hätte in Pará tanzen sollen. Er hätte die Küche von Pará probieren sollen, dann wäre ihm klar geworden: Berlin hat nicht mal 10 Prozent der Lebensqualität, die Belém und der Bundesstaat Pará zu bieten haben. Ich hab doch allen gesagt, esst ein bisschen Manicoba!" Ob Merz darauf reagiert? Ich habe ein Auge darauf für Sie. Im Kalender stehen außerdem diese Termine an:
Die Bundesregierung hat eine volle Agenda heute: Das Kabinett beschäftigt sich mit der Bekämpfung von Drohnen im Inland, mit elektronischen Fußfesseln, die Frauen vor gewalttätigen Ex-Partnern schützen sollen, will einen Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 beschließen und über reduzierte Sozialleistungen für Geflüchtete aus der Ukraine verhandeln.
Verhandlungen über Ende des Ukraine-Kriegs vorbereiten: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reist zu einem Arbeitsbesuch in die Türkei.
Nord-Stream-Anschlag: Italiens oberstes Gericht entscheidet darüber, ob der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge auf die Gasleitungen in der Ostsee an Deutschland ausgeliefert werden darf.
Die Europäische Kommission stellt ihren Fahrplan für die Vereinfachung der über Jahre entwickelten EU-Digitalgesetze vor. Im Fokus stehen Gesetze für Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit sowie der Datenschutz.
Das Gericht der Europäischen Union verkündet ein Urteil zur EU-Einstufung von Amazon als "sehr große Online-Plattform" und die damit verbundenen zusätzlichen Regeln für das Unternehmen.
Bundeswehrverband wählt Führungsspitze neu: Auf der 2. Hauptversammlung der rund 400 Delegierten in Berlin steht der Bundesvorsitzende André Wüstner zur Wiederwahl. Wüstner führt die Organisation seit 2013.
Das Wachbataillon der Bundeswehr trainiert in Berlin für den Spannungs- und Verteidigungsfall den urbanen Kampf. Das sind die Männer und Frauen in der Truppe, die beim Empfang von Staatsgästen, dem Zapfenstreich oder durch das Ehrengeleit öffentlich erscheinen.
Prozess um Spionage für China beim US-Militär beginnt: Am Oberlandesgericht Koblenz muss sich ein Mann verantworten, der einem chinesischen Nachrichtendienst sensible Informationen angeboten haben soll.
Fünf Männer wegen Kriegsverbrechen in Syrien vor Gericht: Sie sollen im syrischen Bürgerkrieg eine Demonstration niedergeschlagen und auf Zivilisten geschossen haben - nun beginnt am Oberlandesgericht in Koblenz der Prozess.
Prozess um die Entführung der Block-Kinder: Das Landgericht Hamburg will die neue Partnerin des Ex-Manns von Christina Block vernehmen. Die Dänin ist seit 2020 mit Stephan Hensel verheiratet.
Rundfunkreform: Als letztes Bundesland entscheidet Brandenburg mitten in einer Krise der SPD/BSW-Koalition über die Rundfunkreform von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Der Landtag in Potsdam stimmt darüber am Nachmittag ab.
Der Fußball-Weltverband FIFA veröffentlicht seine Weltrangliste und gibt damit wichtige Hinweise für die WM-Auslosung am 5. Dezember.
Bei Fragen, Hinweisen und Kritik können Sie mich am besten per Mail erreichen an: johanna.ohlau(at)ntv.de. Ein schnelles Update zum Ukraine-Krieg bekommen Sie wie gehabt in unserem Live-Ticker.