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Der TagWehrpflicht für alle? Generalinspekteur der Bundeswehr würde auch Frauen einbeziehen

04.07.2024, 06:24 Uhr
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Ein Wehrdienst für alle? (Foto: picture alliance / Noah Wedel)

Als ich ein Teenager war, wurde über Jahre hinweg darüber diskutiert, ob und wann die Wehrpflicht ausgesetzt wird. Eine Armee sei in unseren Zeiten längst überholt und ähnliche Argumente fielen. Schließlich ist dann so einigen Männern in meinem Umfeld der Dienst an der Waffe - oder eben der Zivildienst - erspart geblieben. Die Zeitenwende, den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, hat 2011 wohl keiner vorausgesehen. Mehr als ein Jahrzehnt danach ist die Wehrpflicht wieder Thema - und könnte nicht nur Männern bevorstehen: Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, will im Falle einer Wiedereinsetzung auch Frauen einbeziehen. "Wir haben im Moment eine ausgesetzte Wehrpflicht, die laut Grundgesetz allein auf die männliche Bevölkerung zielt", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). "Hier sollte man Gleichberechtigung herstellen - aber dazu brauchen wir erst eine entsprechende politische und gesellschaftliche Diskussion." Eine Notwendigkeit dafür gebe es mit der "Verteidigung Deutschlands und des Bündnisses", fuhr er fort. Breuer begrüßte in diesem Zusammenhang das von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius von der SPD vorgestellte Modell eines mindestens sechsmonatigen neuen Wehrdienstes. Der Personalbedarf liege bei mehr als 400.000 Zeit- und Berufssoldaten sowie Reservisten. Um diesen Bedarf zu decken, seien ungefähr 100.000 Reservisten zusätzlich nötig. Andere Zeiten sind es, definitiv. Früher mussten Frauen sich das Recht hart erkämpfen, beim Militär mehr als eine Sanitäterin sein zu dürfen, die ersten Frauen wurden mehr als kritisch beäugt. Immerhin scheinen wir da etwas weiter in der Debatte zu sein- oder die Personalnot ist eben doch schlichtweg groß ...

Quelle: ntv.de