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Der TagWeichmacher in Kinderurin hat politisches Nachspiel

06.02.2024, 08:23 Uhr

Das Phänomen tritt laut Umweltbundesamt in ganz Deutschland auf. Erste politische Wellen schlägt es jetzt in Nordrhein-Westfalen, Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) NRW hatte vergangene Woche Mittwoch mitgeteilt, dass Urinproben von jeweils rund 250 Kindergarten-Kindern aus ganz NRW aus den Jahren 2017/18 und 2020/21 verglichen worden seien. In dem Zeitraum habe sich der Anteil der mit dem Weichmacher belasteten Proben von 26 Prozent (2017/18) auf 61 Prozent (2020/21) erhöht. Die Konzentration bei hochbelasteten Kindern habe sich in etwa verzehnfacht. Die Ursache dafür sei völlig unklar, so das Lanuv.

Konkret geht es hier um einen teils verbotenen Weichmacherstoff, der in NRW in den Urinproben von Kindern mit deutlich erhöhten Werten festgestellt wurde. Nun soll sich der Landtag mit dem Thema beschäftigen. Die SPD-Fraktion hat einen schriftlichen Bericht der Landesregierung für den kommenden Gesundheitsausschuss angefordert. Die SPD will unter anderem wissen, wie lange die Landesregierung die Zahlen zu der Weichmacher-Chemikalie kennt.

Weichmacher sind laut NRW-Umweltministerium Stoffe, die spröden Materialien zugesetzt werden, um sie weich, biegsam oder dehnbar zu machen. Bestimmte Weichmacher wirken störend auf das Hormonsystem des Körpers und können zum Beispiel die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Im konkreten Fall geht es um den Weichmacher Di-n-hexyl-Phthalat (DnHexP), der das Fortpflanzungssystem schädigen soll. Im Urin ist der Stoff als sogenannter Metabolit MnHexP nachweisbar.

Quelle: ntv.de