Der TagWeltrekord-Surfer Steudtner: "Keine Zeit, Angst zu haben"

Wellenreiter Sebastian Steudtner sieht seine spektakuläre Sportart auf einem deutlich sichereren Weg als noch vor ein paar Jahren. "Wir sind auf einem sehr sicheren Stand im Vergleich zu vor vier Jahren", sagte der 37-Jährige, der im Oktober 2020 eine Riesenwelle von 26,21 Metern Höhe im portugiesischen Nazaré gesurft war, und damit einen Weltrekord aufgestellt hatte, am Samstagabend im "aktuellen Sportstudio" des ZDF.
Beispielsweise gebe es Kommunikationssysteme zwischen den sogenannten Spottern auf den Klippen und den Helfern im Wasser. Zudem stünden ausreichend Offroadfahrzeuge am Strand bereit. "Das Gefährlichste ist, wenn man nicht aufs Schlimmste vorbereitet ist", betonte Steudtner. Im Hafen habe er noch alle möglichen negativen Gedanken. In der Welle aber habe er "keine Zeit, um Angst zu haben". Nach eigenen Angaben kann er notfalls auch für sechs Minuten die Luft anhalten, um mögliche extrem lange Phasen unter Wasser zu überstehen, ohne das Bewusstsein zu verlieren.
Dass es bis zum Mai dieses Jahres dauerte, bis er offiziell zum Weltrekordinhaber erklärt werden konnte, weil dann erst die Welle von damals ausgemessen war, hält er für ein Problem seiner Herkunft. Das sogenannte "Big-Wave-Surfen" gilt als amerikanisch geprägt. Da herrsche nicht das größte Interesse, dass es von deutschen Sportlern dominiert werde, betonte Steudtner.