Der Tag

Der Tag Wende in Fleischbranche in Sicht?

08.04.2021, 07:56 Uhr

Ein Vierteljahr nach dem Aus von Werkarbeitsverhältnissen in den Kernbereichen der Schlacht- und Fleischindustrie fällt das Fazit aus Gewerkschaftssicht durchwachsen aus. Einige Unternehmen haben bereits im vergangenen Jahr die Werkarbeiter als eigene Arbeitnehmer eingestellt. Insgesamt spreche man von vielen Zehntausend Menschen, die übernommen worden seien. Die übliche Praxis, dass in Schlacht- und Zerlegebetrieben die Kernarbeit nicht von festangestellten Mitarbeitern, sondern von osteuropäischen Werkarbeitern geleistet wurde, hatte die Bundesregierung zum Ende des vergangenen Jahres beendet. Auslöser waren große Corona-Infektionsausbrüche unter der Belegschaft, etwa beim Marktführer Tönnies.

Nach wie vor ist die Wohnsituation ein großes Problem - teils sollen sechs Personen in Drei-Zimmer-Wohnungen untergebracht seien und jeder 190 bis 200 Euro Monatsmiete bezahlen. Allerdings hätten die großen Unternehmen Programme gestartet, die Situation zu verbessern. Den Forderungen nach einem Mindeststundenlohn von 12,50 Euro und 17 Euro für Facharbeiter steht das Angebot der Arbeitgeber von einem Stundenlohn von 10,50 Euro ohne Facharbeiterlohn gegenüber. Die Gewerkschaftsvorschläge seien aus Sicht der Arbeitgeber "realitätsfern und existenzgefährdend". Der tatsächliche Verdienst in den Unternehmen gehe bei den Arbeitskräften weit auseinander.

Quelle: ntv.de