Der Tag

Der TagWenn Fürsten, Fußballer und Fernseh-Stars wählen

09.02.2022, 07:29 Uhr

Am Sonntag wählen zum Beispiel Fußball-Bundestrainer Hansi Flick, Komiker Klaas Heufer-Umlauf und Astronaut Alexander Gerst den neuen Bundespräsidenten. 1472 Mitglieder hat die 17. Bundesversammlung und längst nicht alle sind von Beruf Politiker. Da die erneute Kür des Sozialdemokraten Frank-Walter Steinmeier als sicher gilt, wird es im coronabedingten Ersatz-Wahlort Paul-Löbe-Haus in Berlin eine hohe Dichte an TV-Gesichtern zu sehen geben. Die heimlichen Stars dürften aber die Corona-Helden sein.

Es war die Idee von Theodor Heuss, auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mitstimmen zu lassen, zum Beispiel aus dem Arbeitsbereich Fußball: Da tritt Hansi Flick auch in der Bundesversammlung die Nachfolge von Jogi Löw an. Der Bundestrainer stimmt im Auftrag der Südwest-CDU ab. "Ich habe keine Bedenkzeit gebraucht, denn ich empfinde es als Privileg und als Ehre, den Bundespräsidenten wählen zu dürfen." Tatort-Star Dietmar Bär ist für die NRW-SPD dabei, Komiker Dieter Nuhr für die NRW-FDP. Schauspielerin Fritzi Haberlandt kommt für die Grünen in Brandenburg, Sibel Kekilli wurde von den Grünen in Baden-Württemberg nominiert. Natürlich wird die Corona-Krise auch in der Bundesversammlung sichtbar. Fast aus jedem Land wird jemand mitwählen, der im Gesundheitswesen arbeitet. Ob Charité-Virologe Christian Drosten, seine Kollegin Sandra Ciesek, die Tübinger Ärztin Lisa Federle, Notfallmedizinerin und Bloggerin Carola Holzner - bekannt als Doc Caro - oder auch bisher eher Unbekannte. Ebenfalls dabei: Özlem Türeci, Gründerin von Biontech.

Corona hat Karla Spagerer, 92, übrigens gut überstanden, am liebsten würde sie nun auch noch die AfD überleben. Am Sonntag ist das SPD-Mitglied jedenfalls die älteste Wahlfrau in der Bundesversammlung. Als herrlichster Fauxpas gilt noch immer Glorias - Fürstin von Thurn und Taxis - Wahlentscheidung 2004: sie sorgte bei der CSU für großen Schrecken, als sie nach der Wahl bekannte, nicht für Horst Köhler, sondern für Gesine Schwan gestimmt zu haben. Seitdem werde sie in Bayern bei keinem Empfang der Staatsregierung mehr eingeladen. Fürstlichen Glanz gibt es aber auch diesmal: Niedersachsens FDP schickt Alexander zu Schaumburg-Lippe.

Quelle: ntv.de