Der Tag

Der TagWhistleblower warnen vor Qualitätsmängeln und fehlender Sicherheitskultur bei Boeing

13.12.2021, 21:04 Uhr

Das Luftfahrtunternehmen Boeing ist offenbar schweren Vorwürfen über Mängel in der eigenen Sicherheitskultur unter anderem bei der Produktion des Langstreckenflugzeugs 787 ausgesetzt. Diese erhebe unter anderem ein Ingenieur des US-Herstellers in einer Beschwerde an die Luftfahrtbehörde FAA, über die der "Spiegel" nun berichtet. In dem Schreiben vom 25. Oktober schreibt Martin Bickeböller laut dem Magazin: "Das Topmanagement des Boeing-Konzerns übernimmt noch immer keine Verantwortung für die Effektivität des Qualitätssystems". Diese Firmenkultur sei "nicht förderlich für die nötige Sicherheit von Luftfahrtprodukten". Im Gegenteil: sie sei "gefährlich".

Der Deutschstämmige sei ein ranghoher Ingenieur, der bei Boeing in Seattle arbeite und verantwortlich für die Qualitätskontrolle der vielen Zulieferer des Langstreckenfliegers 787 ("Dreamliner") sei. Der Techniker habe auch eine Aussage vor dem US-Senat gemacht, die heute in einem Bericht veröffentlicht werden soll, schreibt das Magazin. Die Anschuldigungen treffen Boeing zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Beim Modell 787 kommt es derzeit wegen mangelhafter Bauteile zu massiven Auslieferungsverzögerungen. Im Bericht des US-Senats, der dem "Spiegel" in einem Entwurf vorliegen soll, werde ein Zusammenhang zu den Aussagen Bickeböllers nahegelegt. "Nach Aussagen von Dr. Martin Bickeböller gehen die Probleme mit der Lieferkette der 787 auf den Termindruck zurück und stehen damit in direktem Zusammenhang mit den derzeitigen Produktionsthemen bei diesem Flugzeug", soll es dort heißen. Auf "Spiegel"-Anfrage weist Boeing die Anschuldigungen Bickeböllers und anderer Hinweisgeber zurück. "Sicherheit und Qualität haben bei Boeing höchste Priorität", erklärte eine Sprecherin des Unternehmens.

Quelle: ntv.de