Der TagWie aus der Corona- eine Personal-Krise wurde
Geschlossene Lokale, Chaos an den Flughäfen, Festivals auf der Kippe - in vielen Branchen fehlt das Personal. Der Grund, sagen Arbeitsmarktforscher: In der Corona-Krise wurde zu wenig eingestellt und viele Unternehmen stehen jetzt vor einer Personal-Krise. Dafür verantwortlich ist nach Ansicht von Arbeitsmarktforschern aber keine massenhafte Abwanderung von Arbeitskräften in den von der Pandemie besonders betroffenen Branchen. Vielmehr seien über fast alle Branchen hinweg weniger sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse beendet worden als vor Corona.
Der Personalmangel sei dadurch entstanden, dass manche Unternehmen in der Krise weniger Arbeitskräfte neu eingestellt hätten. Die Zahl der beendeten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in der Krisenzeit (Mai 2020 bis April 2021) sank im Vergleich zum Vorkrisenniveau um rund zehn Prozent. Im Frühling und Sommer 2021 stieg die Zahl zwar wieder an, lag bis November 2021 aber weiterhin unter dem Niveau vor der Corona-Krise. Aktuellere Zahlen lagen nicht vor.
Alle coronabetroffenen Branchen haben jetzt das gleiche Problem. Sie wollen alle ihren Nachholbedarf gleichzeitig und kurzfristig decken, so schnell könne das der Arbeitsmarkt aber nicht leisten. Deshalb gehen Experten davon aus, dass sich die Situation Schritt für Schritt bessere und eine Normalisierung erst im kommenden Jahr erreicht sei - vorausgesetzt, es kommt im Herbst nicht wieder zu einer heftigen Corona-Welle.