Der Tag Wütende Pakistaner töten Leopard

In Pakistan hat eine wütende Gruppe von rund 200 Menschen einen Leoparden getötet. Das Tier hatte seinen gewöhnlichen Lebensraum verlassen und mehrere Dorfbewohner im Jhelum-Tal in der Region Kaschmir angegriffen und verletzt, so die lokale Beamtin Syeda Shaista. Daraufhin sei der Leopard von den Leuten mit Steinen beworfen und zu Tode stranguliert worden. Lokale Wildbeobachter, die zum Schutz der Tiere in der gebirgigen Region patrouillieren, hätten versucht, den Leoparden zu retten - jedoch erfolglos.
Das Tier sei zur Obduktion in das regionale Hauptquartier der Wildbeobachter gebracht worden. Auf mehreren in sozialen Medien geteilten Videos ist zu sehen, wie der Leopard über einen Gebirgshang schlendert und versucht, sich zu verstecken, als Männer beginnen, Steine auf das Tier zu werfen. Die Tageszeitung "Dawn" berichtet, drei Dorfbewohner - zwei Frauen und ein Mann - seien leicht verletzt worden, zwei durch die Krallen des Tieres und eine Frau als sie stürzte, als sie "um ihr Leben lief". Die Frau sagte der Zeitung, der Leopard habe schwach und krank ausgesehen. Die Dorfbewohner seien auch wütend gewesen, weil sie in der jüngeren Vergangenheit Nutztiere verloren hätten. Das Tier sei bereits der zweite getötete Leopard in der Region Kaschmir binnen rund zwei Wochen, so ein lokaler Beamter. Lokale Medien berichteten, ein Leopard sei zuletzt mit sechs Kugeln im Körper tot aufgefunden worden.
Laut dem Chef der Wildbeobachter in Kaschmir sind im Vorjahr mindestens zehn Leoparden in der Region getötet worden, nachdem sie auf der Suche nach Nahrung oder nach Schutz vor harschen Winterbedingungen wie Schneestürmen in menschliche Siedlungen gestreunt seien. Nach Angaben der Vorsitzenden der Wildbeobachtungsstelle in Islamabad, Rina Khan, ist die Population von normalen sowie Schneeleoparden in den vergangenen Jahren gestiegen - aber auch die Fälle von Wilderei nahmen zu.