Der TagZahl der Toten bei Polizeieinsätzen in Brasilien steigt auf mindestens 33

Bei Polizeieinsätzen kommen immer wieder auch Menschen ums Leben - getötet durch eine Polizeiwaffe. Doch was seit Freitag in Brasilien stattfindet, lässt sich wohl kaum als notwendiges Übel sehen, sondern eher als großangelegter Racheakt der brasilianischen Polizei: In den vergangenen fünf Tagen haben Sicherheitskräfte an der Ostküste des Landes mindestens 33 Menschen getötet. Bei den Toten habe es sich um Verdächtige gehandelt, die Sicherheitskräfte angegriffen hätten, erklärten die Behörden. Warum die Polizei diesen Großeinsatz angefangen hat? Auslöser ist der Tod eines 30-jährigen Kollegen einer Spezialeinheit, der während einer Patrouille in der Hafenstadt Guaruja erschossen worden war.
Laut dem Sender Globo News werfen Anwohner der Polizei vor, bei der "Operation Schild" Verdächtige gefoltert zu haben. Und die Polizisten sind wohl lange noch nicht "fertig": Die Polizeiaktion soll Behördenvertretern zufolge mindestens 30 Tage dauern. Gouverneur de Freitas, ein Verbündeter des rechtsextremen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, hatte sich gestern "extrem zufrieden" mit dem Verlauf des Einsatzes gezeigt. Alle Todesfälle hätten sich bei Zusammenstößen mit der Polizei ereignet, Berichte über Menschenrechtsverletzungen durch die Polizisten wies er zurück. Brasiliens Justizminister Flávio Dino kritisierte die Aktion und erklärte, die Reaktion der Polizei, die dem jeweiligen Bundesstaat unterstellt ist, "erscheint unproportional zum begangenen Verbrechen".