Der TagZehnfacher Autobrandstifter verrät seine Gründe
Man fragt sich ja, was das soll, wenn jemand einfach herumgeht und Autos anzündet. In Berlin kommt das immer wieder vor, viele vermuten dann reflexhaft, es handele sich um Täter aus der linksautonomen Szene. Das ist aber allenfalls zum Teil noch so. Jetzt hat so ein Brandstifter seine Gründe erklärt. Er habe aus Frust gehandelt, sagte der Angeklagte heute vor dem Berliner Landgericht. Zehn Autos zündete der Mann zwischen Mai und Juni an.
"Ich war frustriert über meine berufliche Entwicklung", sagte der zuletzt arbeitslose Lagerist. Möglicherweise habe er gezielt polnische Wagen gesucht, weil er sauer auf seinen aus Polen stammenden ehemaligen Chef war.
Er sei Anfang 2016 arbeitslos geworden, habe sich bei Computerspielen verschuldet und sei in eine schwierige Lebenslage gerutscht. Ihn hätten - auch angesichts der Schwangerschaft seiner Freundin - Zukunftsängste gequält.
Zudem leide er an einer psychischen Erkrankung. Er habe sich Grillanzünder beschafft, "weil ich frustriert war und Autos anzünden wollte". Dafür gebe es "keine Erklärung und keine Rechtfertigung".
Und von wegen linksautonom: Der Angeklagte hortete in seiner Wohnung rund 200 NPD-Aufkleber. Diese habe er bestellt, "weil ich mit der Flüchtlingspolitik nicht einverstanden war". Das habe mit seinen Taten aber nichts zu tun.