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Der TagZeuge über Premier Sanchez: Kopf einer kriminellen Vereinigung

29.04.2026, 21:39 Uhr

In einem Korruptionsprozess in Spanien hat ein Angeklagter schwere Vorwürfe gegen Regierungschef Pedro Sánchez erhoben. Sánchez habe an der Spitze einer kriminellen Vereinigung gestanden, die öffentliche Aufträge manipuliert und seine Sozialistische Partei illegal finanziert habe, sagte der Geschäftsmann Víctor de Aldama bei seiner Zeugenaussage im Prozess gegen Sánchez' frühere rechte Hand, Ex-Verkehrsminister José Luis Ábalos.

Ábalos war maßgeblich am Aufstieg und Machterhalt von Sánchez beteiligt. Seit Dienstag muss er sich wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert 24 Jahre Haft. Der Ex-Verkehrsminister weist die Vorwürfe zurück.

In dem Prozess geht es um eine von mehreren Korruptionsaffären, in die Sánchez' privates und berufliches Umfeld verstrickt ist. Ábalos wird beschuldigt, während der Coronapandemie Schmiergeld für die unrechtmäßige Vergabe millionenschwerer öffentlicher Aufträge bei der Beschaffung von Atemschutzmasken kassiert zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Sánchez-Vertrauten vor, seine Position in der Regierung missbraucht zu haben, um Aldama den Zuschlag für die lukrativen Verträge zu verschaffen; als Vermittler fungierte demnach Ábalos' ehemaliger Berater Koldo García. Für ihn fordert die Staatsanwaltschaft 19 Jahre Haft. ion fordert den Rücktritt des Regierungschefs.

Quelle: ntv.de