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Der TagZeugin in Polizistenmord-Prozess schildert Einschüchterung: "Mach, sonst leg ich dich nebendran"

12.08.2022, 12:48 Uhr

Wie war die Dynamik zwischen den beiden Angeklagten, die sich im Mordprozess um die tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten Ende Januar bei Kusel (Pfalz) verantworten müssen? Das ist eine wichtige Frage, da sie sich gegenseitig beschuldigen. Eine Vernehmungsbeamtin hat nun vor Gericht eine Tatortbegehung mit dem jüngeren Angeklagten geschildert. Der 33-Jährige habe dabei angegeben, er habe in der Tatnacht befürchtet, von seinem 39 Jahre alten damaligen Komplizen getötet zu werden, sagte die Polizistin. Der 39-Jährige habe demnach den 33-Jährigen aufgefordert, am Tatort verlorene Dokumente zu suchen, und ihn bedroht: "Mach, sonst leg ich dich nebendran", sagte die Polizistin am zwölften Verhandlungstag. Ähnliches hatten auch bereits andere Vernehmungsbeamte geschildert. Die heute als Zeugin vernommene Beamtin nahm nach eigenen Angaben an mehreren Vernehmungen des 33-Jährigen teil. Der Mann schweigt im laufenden Prozess, hatte davor aber ausgesagt. Dabei machte er seinen damaligen Komplizen für den Tod der Polizisten verantwortlich. Der 39-Jährige habe "Was, Jagdwilderei?" bei der nächtlichen Fahrzeugkontrolle gerufen, in dem Moment habe "es auch schon geknallt", sagte der 33-Jährige nach Angaben der Polizistin.

  • Die Staatsanwaltschaft wirft dem 39-jährigen Hauptangeklagten vor, eine 24-jährige Polizeianwärterin und einen 29-jährigen Polizeikommissar mit Gewehrschüssen in den Kopf ermordet zu haben, um Jagdwilderei zu verdecken. Der 39-Jährige bestreitet das.

  • Dem 33-jährigen Nebenangeklagten wirft die Anklagebehörde versuchte Strafvereitelung vor. Er soll beim Spurenverwischen geholfen haben.

Quelle: ntv.de