Der Tag"Zu hoher Preis" - Anti-Gender-Frontfrau schmeißt hin
Die Sprecherin der Hamburger Volksinitiative "Schluss mit Gendersprache in Verwaltung und Bildung", Sabine Mertens, hat ihr Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Nach teils harten persönlichen Angriffen von außerhalb der Initiative ziehe sie sich aus gesundheitlichen Gründen zurück, erklärte sie in einer Mitteilung. "Sprache ist und bleibt eine Herzensangelegenheit für mich." Doch die Angriffe hätten enorme Auswirkungen auf ihre Gesundheit. "Ein zu hoher Preis für mich persönlich. Für die nächsten Etappen - Volksbegehren und schließlich Volksentscheid - braucht es frische Energie, deshalb gebe ich den Staffelstab weiter."
Mertens war in der Vergangenheit nicht nur kritisiert worden, sie hatte auch selbst ausgeteilt. So hatte sie Anfang Februar im "Hamburger Abendblatt" bezüglich des Genderns von "feministischer Propaganda" und "PR-Maßnahmen der LGBTQ-Bewegung" gesprochen und die Ansicht vertreten, "dass sich normalerweise Männer und Frauen zum anderen Geschlecht hingezogen fühlen". Außerdem erklärte sie: "Wenn wir jetzt alle schwul, lesbisch und trans werden sollen, dann ist die Evolution zu Ende." Nach scharfer Kritik von SPD, Grünen, Linken und der CDU entschuldigte sie sich dafür ein knappes halbes Jahr später.