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Der TagZunge von Angreifer abgebissen: Prozess in Südkorea nach 60 Jahren neu aufgerollt

23.07.2025, 16:12 Uhr

Ein verrückter Fall und ein noch verrückteres Urteil: Weil sie ihrem Angreifer bei einem Vergewaltigungsversuch ein Stück Zunge abbiss, wurde Choi Mal Ja 1964 zu einer mehrmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Nun hat ein Gericht in Südkorea das Verfahren nach über 60 Jahren wieder aufgerollt. "61 Jahre lang ließ der Staat mich als Kriminelle leben", sagte Choi Mal Ja vor der Anhörung am Mittwoch vor dem Gericht im südkoreanischen Busan. Sie hoffe, dass künftige Generationen ohne sexuelle Gewalt leben könnten.

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Will Gerechtigkeit: Choi Mal Ja. (Foto: picture alliance / YONHAPNEWS AGENCY)

Ermutigt durch die weltweite MeToo-Bewegung beantragte Choi 2020 eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Die Gerichte lehnten ihren Antrag zunächst ab. Im vergangenen Jahr ordnete das oberste Gericht des Landes dann die Wiederaufnahme des Prozesses an. Choi war 1964 als 19-Jährige von einem 21-jährigen Mann im südkoreanischen Gimhae angegriffen und zu Boden gedrückt worden. Als er mit seiner Zunge in ihren Mund eindrang, biss Choi etwa 1,5 Zentimeter davon ab und konnte sich so befreien. Der Täter wurde wegen Körperverletzung und Einschüchterung zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt, die zwei Jahre zu Bewährung ausgesetzt wurden. Choi erhielt wegen Körperverletzung eine höhere Strafe von zehn Monaten Haft, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Quelle: ntv.de