Der Tag"Zurück an die Arbeit": Amazon-Mitarbeiter müssen laut Bericht trotz Leiche weiterarbeiten
In einem Amazon-Vertriebszentrum im US-Bundesstaat Oregon soll ein Mitarbeiter während der Schicht gestorben sein. Einem Bericht des Mediums "Western Edge" zufolge, wiesen Vorgesetzte die restlichen Mitarbeiter an, weiterzuarbeiten, während erste-Hilfe-Maßnahmen an dem kollabierten 46-Jährigen durchgeführt wurden. "Ich hatte zwar keinen direkten Blick auf das Gesicht der Person, aber ich sah eine leblose Gestalt liegen", schilderte eine Mitarbeiterin dem US-Investigativmedium. Sie habe ihre Vorgesetzte gebeten, bei den Wiederbelebungsmaßnahmen helfen zu können, worauf diese, offenbar auch geschockt, unter anderem erwidert habe: "Dreh dich einfach um und schau nicht hin. Bitte geh zurück an die Arbeit." Der Bericht zitiert aus mehreren Notrufen, laut denen der Mann "starke Blutungen am Kopf" gehabt habe.
Mehrere Mitarbeiter erzählten laut Bericht, dass die Beschäftigten über eine Stunde lang weiter Behälter holten, Waren aus den Regalen nahmen und sie zur Auslieferung verluden, während der Mann tot dalag und die Geschäftsleitung über das weitere Vorgehen beriet. Der Fall ereignete sich am 6. April, laut Bericht wussten die befragten Mitarbeiter auch eine Woche später nicht, woran ihr Kollege gestorben war. Amazon erklärte in einer Stellungnahme demnach, der Mann sei an einer "vorbestehenden Erkrankung" gestorben. Die anderen Mitarbeiter seien schließlich nach Hause geschickt worden. "Wir sind zutiefst betrübt über den Tod eines Mitglieds unseres Teams, und unsere Gedanken und unser tiefstes Mitgefühl gelten in dieser schweren Zeit seinen Angehörigen", erklärte ein Sprecher der Firma gegenüber "Western Edge".