Der TagZwei Jahre Krieg in der Ukraine - Zeit, auf die Straße zu gehen

Am kommenden Samstag vor zwei Jahren begann der völkerrechtswidrige russische Großangriff gegen die Ukraine - wie schon 2022 und 2023 ruft die exilukrainische Organisation Vitsche für diesen 24. Februar zur Demonstration auf. "Im Kopf ist man immer auch dort", sagt Vitsche-Sprecherin Krista-Marija Läbe. Seit der ersten Kundgebung am 30. Januar 2022 - damals noch, um vor dem sich bereits abzeichnenden russischen Überfall zu warnen - hat Vitsche fast 100 Demonstrationen in Deutschland organisiert.
Den Tag des Überfalls erlebte Läbe in Berlin als "Schock, der tief steckt". Ihr ist bewusst, dass für viele Deutsche der Krieg im Osten Europas "nicht mehr das Top-Thema" ist wie vor zwei Jahren, als es "eine große Welle der Empathie" gegeben habe. Entsetzt ist Läbe allerdings, dass sich mit der AfD und Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) "zwei Parteien offen russlandfreundlich sind". Auch sei zu spüren, dass "russische Desinformation nach Deutschland hineinwirkt". Gleichwohl ist sie überzeugt, dass "ein großer Teil der Bevölkerung in Deutschland die Ukraine weiter unterstützt".
Vielen Menschen sei klar, dass die imperialistische Politik Russlands "eine Gefahr für Deutschland ist". Auch die offizielle Unterstützung durch die Regierenden in Deutschland sieht Läbe insgesamt positiv. "Natürlich könnte man mehr tun", verweist sie auf bisher unerfüllte ukrainische Bitten nach deutschen Taurus-Marschflugkörpern und auf fehlenden Munitionsnachschub. Gleichwohl müsse sie "den Wandel anerkennen", sogar bei der lange russlandfreundlichen SPD.