Nach dem "Go" für GriechenlandDax freundlich erwartet
Zum Wochenauftakt rechnen die Beobachter am deutschen Aktienmarkt mit leichtem Rückenwind. Die Weichen für Griechenland sind fürs Erste gestellt, die Vorgaben aus Asien gut. Impulse aus den USA bleiben am Montag weitehend aus: Die Amerikaner feiern am 4. Juli ihre Unabhängigkeit.
Nach der Freigabe der Milliarden-Hilfstranche für Griechenland durch die Euro-Finanzminister dürfte der Dax zu Wochenbeginn etwas fester in den Handel starten. Banken und Broker sahen den Leitindex am Morgen über seinem Freitagsschluss von 7419 Punkten, als er 0,6 Prozent zugelegt hatte. Positive Vorgaben lieferten die Börsen in Asien: Der Nikkei-Index gewann am Montag gut 1 Prozent, der Shanghai-Composite 1,8 Prozent.
Positiv werteten Händler einen Bericht im "Handelsblatt", dem zufolge RWE die britische N-Power ganz oder teilweise verkaufen könnte. "Das passt in die Strategie, die Verschuldung zu reduzieren, um so mehr Verfügungsmasse für die kostspielige Energiewende zu haben", sagte ein Händler. Zumal mehr als fraglich sei, ob RWE vom Bund für die Kosten aus dem Atomausstieg eine angemessene Kompensation erhält.
Ein Erfolg auf dem lukrativen Markt für Schlaganfall-Medikamente verlieh den Aktien von Bayer Auftrieb. Im frühen Geschäft von Lang & Schwarz verteuerten sich die Papiere gegenüber ihrem Freitagsschluss von 55,67 Euro um 0,8 Prozent. Die US-Gesundheitsbehörde genehmigte am Freitag das Mittel Xarelto, das der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern gemeinsam mit seinem US-Partner Johnson & Johnson auf den Markt gebracht hat. Das sei ein gutes Zeichen für Bayer, die zuletzt durch die Konkurrenz unter Druck geraten seien, sagte ein Händler. Die US-Rivalen Pfizer und Bristol-Myers Squibb
sind vor kurzem mit ihrem Konkurrenzprodukt Apixaban einen großen Schritt vorangekommen und könnten damit nach Einschätzung von Analysten die Marktführerschaft erringen.
Ein positiver Analystenkommentar sorgte bei Stada für
Zukäufe. Mit einem Aufschlag von 2,2 Prozent zählten die Aktien des Arzneimittelherstellers
im frühen Geschäft von Lang & Schwarz zu den größten Gewinnern im MDax. Die
Experten von JP Morgan erwarten, dass sich der Generika-Markt nach den zuletzt eher
schwierigen Jahren wieder etwas stabilisieren könnte. Sie stuften die Aktien hoch
auf "Overweight" von "Neutral". Die Aktien von Prosiebensat1 werden mit einem Dividendenabschlag gehandelt.
An den europäischen Aktienmärkten rechneten Marktteilnehmer zu Wochenbeginn mit leichten Anfangsgewinnen. Sie verwiesen auf die Vorgaben aus den USA und Asien. Angesichts der wegen des Unabhängigkeitstags geschlossenen US-Börsen dürfte das Geschäft dann aber abflachen. Dies gelte umso mehr, als es in der Vorwoche bereits deutlich nach oben gegangen sei.
"Langsam wird dann auch die anstehende US-Berichtssaison in Zentrum des Interesses rücken", meinte ein Marktteilnehmer. Es müsse sich zeigen, wie sehr die Abflachung der US-Konjunktur Spuren in den Zahlen der Unternehmen hinterlassen hat, vor allem aber, wie sich die Ausblicke gestalten.
Da die Nachrichtenlage eher mäßig sei und keine wichtigen Konjunkturdaten anstünden, dürfte der Handel eher ruhig verlaufen, hieß es. Hilfesuchende Blicke in Richtung Wall Street nützen dem deutschen Aktienmarkt am Montag wenig: Zum Wochenauftakt bleibt die Wall Street wegen des Feiertags "" geschlossen. Die US-Börsen hatten am Freitag den fünften Tag in Folge Gewinne verzeichnet und damit die beste Handelswoche seit Juli 2009 abgeschlossen.
Der Dow-Jones-Index und der S&P-500 schlossen 1,4 Prozent höher. Der Nasdaq-Composite rückte um 1,5 Prozent vor. Alle drei Indizes hatten ihre Gewinne nach Handelsschluss in Europa damit noch einmal ausgeweitet.