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Commerzbank – quo vadis?Hebelszenarien für Bullen und Bären

20.12.2011, 10:22 Uhr
imageThorsten Welgen, Hebelprodukte.de

Wie es mit dem Aktienkurs der Commerzbank-Aktie weitergeht, darüber sind sich die Experten der Analyseabteilungen der Banken keinesfalls einig. Chancen für Trading orientierte Anleger werden sich aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben.

commerzbank
(Foto: picture alliance / dpa)

Zwischen

Ende November 2011 und Anfang Januar 2012 testete die Commerzbank-Aktie

mehrfach Tiefststände zwischen 1,10 und 1,15 Euro, worauf im Februar ein

steiler Anstieg auf knapp 2,20 Euro folgte. Seit Mai pendelt das Papier in

einer Spanne von 1,50 bis 1,60 Euro. Durchwachsen sind auch die Einschätzungen

der Bankanalysten: Zuletzt reduzierte HSBC das Kursziel von 2,80 auf 2,60 Euro

– eine Bewertung, die offenbar auch Equinet als fair empfindet und eine Marke

von 2,50 Euro bestätigt. Eine deutlich pessimistischere Vorhersage liefert

dagegen Citibank, die ihre Erwartungen von 2,25 auf 1,70 Euro reduziert. Zuvor

hatte bereits Nomura das Kursziel von 1,80 auf 1,60 Euro ermäßigt.

Szenario 1: Abermaliger Kursrutsch in die Nähe der Tiefststände

CommerzbankSpekulanten,

die in den nächsten Wochen mit weiter fallenden Preisen und einem Test der

Tiefststände rechnen, könnten ihre Meinung transparent mit Knock-Out

Zertifikaten umsetzen. Beim aktuellen Aktienkurs von 1,52 Euro kostet etwa ein

Endlos-Turbo Short Zertifikat mit Basispreis und Knock-Out Schwelle bei 1,702

Euro (DE000DZ81CS4) 0,22 Euro – ein siebenfacher Hebel bei über zehnprozentigem

Abstand zur Barriere. Sollte die Commerbank-Aktie auf etwa 1,15 Euro fallen,

verdreifacht sich der Wert des Zertifikats nahezu auf ca. 0,57 Euro. Falls die

Aktie jedoch die Marke von 1,702 Euro durchstößt, verfällt das Papier wertlos

und Anleger realisieren einen Totalverlust. Ein „heißerer“ Schein mit einem

geringeren Abstand zur Knock-Out Schwelle – etwa 1,6469 Euro (DE000CT5TGL7)

kostet entsprechend nur 0,13 Euro und bietet einen Hebel von über Elf. Im

angenommenen Szenario würde der Wert dieses Produkts auf 0,49 Euro steigen.

Insbesondere

wenn man auf fallende Kurse setzt, stellen klassische Optionsscheine eine

interessante Alternative zu Knock-Out Produkten dar. Empirisch betrachtet gehen

fallende Kurse meistens mit steigenden Volatilitäten einher, sodass

Optionsscheinanleger nicht nur an der Kurs- sondern auch an der

Volatilitätsentwicklung profitieren. Ein Put mit einem Basispreis am Geld (1,50

Euro) und einer Laufzeit bis 17.09.2012 (CH0137880602) kostet 0,19 Euro. Wird

der Zielkurs 1,15 per Ultimo Juni erreicht, steigt der Schein auf ca. 0,36 Euro

an, sofern sich das Ereignis auf Ultimo August verschiebt, kommen 0,33 Euro

zustande. Unterstellt man zusätzlich einen Volatilitätsanstieg um 10

Prozentpunkte, können jeweils ca. 0,02 Euro hinzugerechnet werden. Ohne

Knock-Out Risiko ist somit fast eine Verdopplung des Einsatzes möglich. Per

Laufzeitende muss der Aktienkurs zumindest auf 1,31 Euro gefallen sein, um den

Einstandspreis im Optionsschein zu erzielen (Break-Even Punkt).

Szenario 2: Erneuter Anstieg Richtung 2 Euro bis Jahresende

Wer

dagegen darauf setzt, dass die Commerzbank-Aktie bis zum Jahresende wieder

Fahrt in Richtung der letzten Höchststände aufnimmt, kann etwa einen Endlos

Turbos Long mit Basispreis und Knock-Out Schwelle bei 1,3712 Euro (DE000TB32SD2)

einsetzen. Für diesen siebenfachen Hebel sind 0,21 Euro aufzuwenden. Sofern die

Aktie auf 1,90 Euro klettert, verdreifacht sich der Wert des Turbos nahezu auf

ca. 0,58 Euro. Wer jedoch das Rückschlagspotential der Aktie höher einschätzt,

wird eine niedrigeren Basispreis und damit einen geringeren Hebel wählen. Ein

Mini Future Long mit einem Basispreis von 1,215 Euro und einer Stop-Loss

Schwelle bei 1,276 Euro (DE000VT30G26) kostet 0,34 Euro. Im angenommenen

Szenario wird sich der Preis dieses Produktes auf 0,72 Euro fast verdoppeln.

Auch für

das positive Szenario können Optionsscheine eingesetzt werden. Ein Call mit

einem Basispreis leicht aus dem Geld (etwa bei 1,60 Euro) und einer Laufzeit

bis 19.12.2012 (DE000HV51N09)

kostet 0,23 EUR. Vollzieht sich der Anstieg der Aktie bis Ultimo September, so

kann mit einem Preis von 0,32 Euro gerechnet werden (unterstellt 20

Prozentpunkte Abschlag auf die Volatilität). Sollte der Zielkurs erst per

Laufzeitende erreicht werden, ergibt sich ein intrinsischer Wert von 0,30 Euro.

Der Break-Even Punkt des Scheines liegt bei einem Aktienkurs von 1,83 Euro; bei

Kursen darunter drohen Verluste; unterhalb des Basispreises sogar der

Totalverlust.

Dieser Beitrag stellt

keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf der Commerzbank-Aktie oder von

Hebelprodukten auf die Commerzbank-Aktie dar. Für die Richtigkeit der Daten

wird keine Haftung übernommen.

Quelle: ntv.de