Commerzbank – quo vadis?Hebelszenarien für Bullen und Bären
Wie es mit dem Aktienkurs der Commerzbank-Aktie weitergeht, darüber sind sich die Experten der Analyseabteilungen der Banken keinesfalls einig. Chancen für Trading orientierte Anleger werden sich aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben.
Zwischen
Ende November 2011 und Anfang Januar 2012 testete die Commerzbank-Aktie
mehrfach Tiefststände zwischen 1,10 und 1,15 Euro, worauf im Februar ein
steiler Anstieg auf knapp 2,20 Euro folgte. Seit Mai pendelt das Papier in
einer Spanne von 1,50 bis 1,60 Euro. Durchwachsen sind auch die Einschätzungen
der Bankanalysten: Zuletzt reduzierte HSBC das Kursziel von 2,80 auf 2,60 Euro
– eine Bewertung, die offenbar auch Equinet als fair empfindet und eine Marke
von 2,50 Euro bestätigt. Eine deutlich pessimistischere Vorhersage liefert
dagegen Citibank, die ihre Erwartungen von 2,25 auf 1,70 Euro reduziert. Zuvor
hatte bereits Nomura das Kursziel von 1,80 auf 1,60 Euro ermäßigt.
Szenario 1: Abermaliger Kursrutsch in die Nähe der Tiefststände
CommerzbankSpekulanten,
die in den nächsten Wochen mit weiter fallenden Preisen und einem Test der
Tiefststände rechnen, könnten ihre Meinung transparent mit Knock-Out
Zertifikaten umsetzen. Beim aktuellen Aktienkurs von 1,52 Euro kostet etwa ein
Endlos-Turbo Short Zertifikat mit Basispreis und Knock-Out Schwelle bei 1,702
Euro (DE000DZ81CS4) 0,22 Euro – ein siebenfacher Hebel bei über zehnprozentigem
Abstand zur Barriere. Sollte die Commerbank-Aktie auf etwa 1,15 Euro fallen,
verdreifacht sich der Wert des Zertifikats nahezu auf ca. 0,57 Euro. Falls die
Aktie jedoch die Marke von 1,702 Euro durchstößt, verfällt das Papier wertlos
und Anleger realisieren einen Totalverlust. Ein „heißerer“ Schein mit einem
geringeren Abstand zur Knock-Out Schwelle – etwa 1,6469 Euro (DE000CT5TGL7)
kostet entsprechend nur 0,13 Euro und bietet einen Hebel von über Elf. Im
angenommenen Szenario würde der Wert dieses Produkts auf 0,49 Euro steigen.
Insbesondere
wenn man auf fallende Kurse setzt, stellen klassische Optionsscheine eine
interessante Alternative zu Knock-Out Produkten dar. Empirisch betrachtet gehen
fallende Kurse meistens mit steigenden Volatilitäten einher, sodass
Optionsscheinanleger nicht nur an der Kurs- sondern auch an der
Volatilitätsentwicklung profitieren. Ein Put mit einem Basispreis am Geld (1,50
Euro) und einer Laufzeit bis 17.09.2012 (CH0137880602) kostet 0,19 Euro. Wird
der Zielkurs 1,15 per Ultimo Juni erreicht, steigt der Schein auf ca. 0,36 Euro
an, sofern sich das Ereignis auf Ultimo August verschiebt, kommen 0,33 Euro
zustande. Unterstellt man zusätzlich einen Volatilitätsanstieg um 10
Prozentpunkte, können jeweils ca. 0,02 Euro hinzugerechnet werden. Ohne
Knock-Out Risiko ist somit fast eine Verdopplung des Einsatzes möglich. Per
Laufzeitende muss der Aktienkurs zumindest auf 1,31 Euro gefallen sein, um den
Einstandspreis im Optionsschein zu erzielen (Break-Even Punkt).
Szenario 2: Erneuter Anstieg Richtung 2 Euro bis Jahresende
Wer
dagegen darauf setzt, dass die Commerzbank-Aktie bis zum Jahresende wieder
Fahrt in Richtung der letzten Höchststände aufnimmt, kann etwa einen Endlos
Turbos Long mit Basispreis und Knock-Out Schwelle bei 1,3712 Euro (DE000TB32SD2)
einsetzen. Für diesen siebenfachen Hebel sind 0,21 Euro aufzuwenden. Sofern die
Aktie auf 1,90 Euro klettert, verdreifacht sich der Wert des Turbos nahezu auf
ca. 0,58 Euro. Wer jedoch das Rückschlagspotential der Aktie höher einschätzt,
wird eine niedrigeren Basispreis und damit einen geringeren Hebel wählen. Ein
Mini Future Long mit einem Basispreis von 1,215 Euro und einer Stop-Loss
Schwelle bei 1,276 Euro (DE000VT30G26) kostet 0,34 Euro. Im angenommenen
Szenario wird sich der Preis dieses Produktes auf 0,72 Euro fast verdoppeln.
Auch für
das positive Szenario können Optionsscheine eingesetzt werden. Ein Call mit
einem Basispreis leicht aus dem Geld (etwa bei 1,60 Euro) und einer Laufzeit
bis 19.12.2012 (DE000HV51N09)
kostet 0,23 EUR. Vollzieht sich der Anstieg der Aktie bis Ultimo September, so
kann mit einem Preis von 0,32 Euro gerechnet werden (unterstellt 20
Prozentpunkte Abschlag auf die Volatilität). Sollte der Zielkurs erst per
Laufzeitende erreicht werden, ergibt sich ein intrinsischer Wert von 0,30 Euro.
Der Break-Even Punkt des Scheines liegt bei einem Aktienkurs von 1,83 Euro; bei
Kursen darunter drohen Verluste; unterhalb des Basispreises sogar der
Totalverlust.
Dieser Beitrag stellt
keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf der Commerzbank-Aktie oder von
Hebelprodukten auf die Commerzbank-Aktie dar. Für die Richtigkeit der Daten
wird keine Haftung übernommen.