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EdelmetallePlatin und Palladium

15.09.2011, 09:53 Uhr

Die beiden Edelmetalle Platin und Palladium konnten sich zu Beginn der Handelswoche den allgemein sinkenden Preisen nicht entziehen und notierten ebenfalls schwächer. Platin verlor leicht und kostete zwischenzeitlich weniger als Gold. Diese Preisrelation ist sehr ungewöhnlich und könnte Investoren und Schmuckhändler zu weiteren Käufen veranlassen.

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(Foto: Tomihahndorf, wikipedia)

Die beiden Edelmetalle Platin und Palladium konnten sich

zu Beginn der Handelswoche den allgemein sinkenden Preisen nicht entziehen und

notierten ebenfalls schwächer. Platin verlor leicht und kostete

zwischenzeitlich weniger als Gold. Diese Preisrelation ist sehr ungewöhnlich

und könnte Investoren und Schmuckhändler zu weiteren Käufen veranlassen.

Im Zuge der sich erholenden Kurse zu

Wochenmitte zogen auch die Preise für beide Edelmetalle wieder an. Platin ist, gemessen an der jährlichen Fördermenge, das seltenste unter den

drei großen Edelmetallen und stellt insbesondere für die Schmuckindustrie einen

interessanten Werkstoff dar. Es ist ein leicht verformbares Metall und sich durch

einen hohen Siedepunkt und gute elektrische Leitfähigkeit auszeichnet. Die

Hauptverwendungsbereiche des Platins liegen neben der Industrie (insbesondere

Elektro- und Chemieindustrie) vor allem in der Automobilindustrie

(Katalysatoren). Da sich Platin und Palladium in ihren Eigenschaften nahezu

gleichen, könnte Platin bei anhaltender Knappheit in der näheren Zukunft durch

Palladium ersetzt werden. In der Schmuckindustrie konnte sich Palladium als

Ersatzrohstoff bislang allerdings nicht durchsetzen.

Palladium wird, aufgrund der bereits erwähnten ähnlichen Eigenschaften, ebenfalls

zur Gruppe der Platinmetalle gezählt. Auch die jährliche Fördermenge ist mit

rund 200 Tonnen auf einem ähnlichen Niveau wie die von Platin. Bei der

Herstellung von Katalysatoren erfährt das Edelmetall seinen

Hauptverwendungszweck, der rund 50 Prozent der Gesamtnachfrage ausmacht.

Weitere Anwendungsbereiche sind die Feinelektronik, die Schmuckindustrie und

die Dentalmedizin. Auch die steigende Bedeutung von Exchange Traded Commodities (ETC), lässt

die physische Nachfrage nach diesen Edelmetallen weiter steigen. ETC sind Wertpapiere, die an die

Wertentwicklung eines oder mehrerer Rohstoffpreise gekoppelt sind, da diese

Produkte durch die Hinterlegung von Rohstoffen abgesichert werden. Die Investmentbranche

hat im Jahr 2010 gut eine Million Unzen Palladium und rund 650.000 Unzen Platin

überwiegend für die physische Hinterlegung von ETFs beziehungsweise ETCs

nachgefragt. Neben der Möglichkeit, das Edelmetall in physischer

Form zu erwerben, besteht die komfortable Möglichkeit, mit Zertifikaten in

diese Edelmetalle zu investieren.

Bei Palladium könnte dieses Jahr die

Nachfrage das Angebot übersteigen. Bisher hätten die Abverkäufe aus russischen

Lagerbeständen die Marktnachfrage ausgeglichen, jedoch gibt es Hinweise darauf,

dass die russischen Lagerkapazitäten erschöpft sein könnten. Einen Einfluss auf

die Edelmetallpreisentwicklung könnte ein möglicher Streik in Südafrika haben.

Allein 75 Prozent der weltweiten Platinproduktion stammt aus diesem Land. Der

südafrikanische Anteil an der

Palladiumproduktion ist geringer, doch auch in diesem Fall sind steigende

Preise durch eine streikbedingte Angebotsverknappung denkbar.

Ein sinkender globaler Fahrzeugabsatz könnte – aufgrund der hohen Nachfrage

nach diesen Edelmetallen aus dem Automobilsektor – das Kurspotenzial beider Werte

begrenzen. Rund ein Drittel der Platinproduktion und mehr als die Hälfte der

Palladiumproduktion entfallen auf die Nachfrage aus der Automobilindustrie. Aus

diesem Grund scheint es auch nicht weiter verwunderlich, dass Platin und Gold

derzeit ungefähr auf gleichem Preisniveau notieren und auch Palladium wieder

auf seinen Wert zu Jahresbeginn zurückgefallen ist.

Anleger, die

von einem weiteren Anstieg des Palladium- oder Platinpreises ausgehen, aber auf

eine physische Lieferung der Rohstoffe verzichten können, haben die Möglichkeit,

mit dem jeweiligen Partizipations-Zertifikat auf Platin (WKN: SG9F3S) oder

Palladium (WKN: SG9F3T) die Wertentwicklung der Edelmetalle nahezu eins zu eins

abzubilden. Da die beiden Zertifikate über keine feste Laufzeit verfügen, sind

Anleger mit diesen Wertpapieren flexibel und können eine langfristige

Anlagestrategie verfolgen. Außerdem beinhalten beide Produkte zusätzlich eine

Absicherung gegen eventuelle Wechselkursschwankungen. Diese Absicherung ist allerdings

mit Kosten verbunden, der sogenannten Quantogebühr. Gegenwärtig beträgt diese

pro Jahr 2,84 Prozent für Platin und 3,33 Prozent für Palladium.

Anlegern, die auf eine Währungsabsicherung verzichten wollen, bietet die

Société Générale die entsprechenden Partizipations-Zertifikate auch ohne

Währungssicherung an. Das entsprechende Zertifikat auf Palladium (WKN: SG0AYJ)

weist ein Bezugsverhältnis von 0,1 auf und das entsprechende Zertifikat auf Platin

(WKN: SG0AYK) ein Bezugsverhältnis von 0,01.

Quelle: Société Générale Zertifikate-Team