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Ricci, Cusack, "Distorted" So smart kann Verschwörung sein

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Christina Ricci verleiht "Distorted" schauspielerischen Glanz.

(Foto: Tiberius)

Angst, Paranoia, Weltverschwörung: Das ist die Grundlage für den intelligenten Horrorthriller "Distorted". Das Motto des topbesetzten Films könnte aber einem Hochglanz-Werbeprospekt entsprungen sein: Wohnst du noch oder stirbst du schon?

Nichts ist, wie es scheint: Ein nach außen hin absolut glückliches Paar, das in ein neues Haus umzieht: Wenn das mal kein Horrorfilm ist. So viel sei verraten: "Distorted" ist es nicht. Also keiner der klassischen Splatter- oder Slasher-Filme. Gruselig ist er dennoch, dämonisch irgendwie auch, aber vor allem verstörend - und gespickt mit Hollywoodstars.

Lauren (Christina Ricci; "Sleepy Hollow") zieht mit ihrem Mann Russell (Brendan Fletcher; "Rampage", "The Revenant") in ein neues Heim. Nicht irgendein Haus. Nein, da Russell die vergangenen drei Jahre 70 Stunden die Woche ohne jedweden längeren Urlaub gearbeitet hat, lassen es die beiden richtig krachen: Es geht hinaus aus der Großstadt in ein hochmodernes, smartes und ultrasicheres Apartmenthaus. Russell will, dass sich Lauren wohl fühlt, dass sie ihre Angstzustände, die seit Längerem plagen und wegen denen sie in psychiatrischer Behandlung ist, endlich besiegen und damit vergessen kann. Ihre neue gemeinsame Wohnung scheint dafür wie geschaffen.

Jedes Gewerk durfte sich beim Bau des Hauses austoben: smarte Elektrik, noch smarter versteckt; Lichtdesign und Audiotechnik, die auf die Stimmungen der Bewohner reagiert; und alles harmoniert perfekt auf Feng-Shui-Basis. Klar, die eine oder andere Kinderkrankheit gilt es bei dem Gebäude noch auszumerzen. Hier zickt mal der Fernseher, da zuckt mal das Internet. Lauren denkt sich zunächst nichts bei den technischen Störungen. Sie kommen und gehen, dauern nur Millisekunden.

Mehr Sicherheit, weniger Freiheit?

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Wohnen im 21. Jahrhundert? Bei Lauren löst diese Vorstellung Angstzustände aus.

(Foto: Tiberius)

Doch dann kehren ihre Angstzustände zurück. Lauren fühlt sich beobachtet, sieht Schatten, wo keine sein dürften. Sie nimmt sonderbare Geräusche wahr, einen Mann, der urplötzlich im Zimmer steht und genauso schnell wieder verschwunden ist. Russell will von alldem nichts wissen. Für ihn hat Lauren wieder einen Paranoiaschub.

Lauren beginnt nachzuforschen: Wer hat das Haus gebaut? Wem gehört es? Was ist Gedankenkontrolle und wie funktioniert sie? Denn sie ist sich sicher: Mithilfe der smarten Technik im Haus versucht man sie zu manipulieren. Warum aber gerade sie?

Die junge und zunehmend verängstigte Frau forscht immer intensiver nach, begibt sich auf Investigativrecherche ins Internet und findet im Cyber-Spezialisten Vernon (John Cusack; "High Fidelity") endlich jemanden mit einem offenen Ohr für ihre Probleme. Seine Antworten auf ihre Fragen sind deshalb nicht weniger verstörend: Vernon vermutet eine Verschwörung hinter all den Vorgängen, eine globale Verschwörung natürlich. Nicht kleckern, klotzen! Das ist nun das Motto von "Distorted". Jetzt heißt es für den Zuschauer: Anschnallen und aufpassen, damit man nichts verpasst!

Smart, smarter, "Distorted"!

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"Distorted" ist bei Tiberius als DVD und BD erschienen.

(Foto: Tiberius)

Denn das sollte man als Zuschauer einfach nicht. Dafür ist "Distorted" des Regisseurs Rob King ("Tokyo Trial") einfach zu gut, zu kurzweilig, zu amüsant, zu nervenaufreibend - schlicht: zu smart. Dafür sorgt vor allem die intelligent gestrickte und brandaktuelle Story: Smartes Wohnung, Vernetzung, Datenschutz, gläserner Mensch, vollkommene Kontrolle, gefühlte Sicherheit, Freiheitsrechte, Internet-Großkonzerne und ihre Vorgaukelung einer perfekt auf die Bedürfnisse des Menschen ausgerichtete Technikwelt. Gänsehaut!

Neben der Story wartet "Distorted" auch mit einem starken Cast auf. Christina Ricci blüht in der Rolle der Paranoikerin Lauren auf. Die sie plagenden Ängste sind für den Zuschauer durch Riccis Spiel greifbar. Und da ist natürlich John Cusack, dem die Rolle des Cyber-Experten aus den Tiefen des World Wide Web auch auf den Leib geschneidert scheint: geheimnisvoll, melancholisch, nerdig - Cusack halt. Der perfekte Retter für Lauren. Als Zuschauer wünscht man sich mehr gemeinsame Filme der beiden.

Und am Ende von "Distorted" lehnt sich der geneigte Zuschauer genüsslich zurück und weiß nun: Horrorfilme müssen nicht immer platt daherkommen. Es gibt auch intelligent gemachte, die erst auf den zweiten Blick und nicht plump schocken - smarte eben. Nichts ist, wie es scheint.

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Quelle: n-tv.de

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