Essen und Trinken

Gewusst wo Feiern ohne Stress

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Machen Appetit auf mehr: "Winzerfladen" von Anne-Katrin Weber.

(Foto: ©Wolfgang Schardt )

Noch sind die gehaltvollen Weihnachtsfeiertage nicht vorbei, da stellt sich dem vorausschauenden Planer bereits die nächste quälende Frage: Was kommt an Silvester auf den Tisch? Schon wieder schlemmen, bis der Arzt kommt? Nee, aber lecker soll’s schon sein...

Man soll ja die Feste feiern, wie sie fallen – und deshalb sollten Sie auch keinesfalls auf eine Silvesterparty verzichten, auch wenn Sie bereits jetzt von der Feierei an Weihnachten geschafft sind, die heute eigentlich erst beginnt. Sie haben doch noch eine Woche zum Verschnaufen! Und egal, wie groß die Truppe sein wird, ob nur in trauter Zweisamkeit oder in feucht-fröhlicher Runde ins neue Jahr gerutscht wird, ein bisschen Planung muss sein. Wer genug hat vom Feiertagsfeiern mit fettem Gänse- oder Entenbraten, wer nicht schon wieder den Rehrücken spicken oder den Karpfen schuppen will, wer noch satt ist vom Fondue oder Raclette (Das Wohnzimmer riecht immer noch nach Frittenbude!), der braucht ein paar zündende Ideen für den Spaß zu Silvester.

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"Party- und Fingerfood deftig vegetarisch" ist in diesem Jahr im Becker Joest Volk Verlag erschienen.

(Foto: ©Wolfgang Schardt )

Nein, nicht Würstchen mit Kartoffelsalat, das gab’s schon an Heiligabend, auch nicht Buletten oder Käse-Igel, da schlafen ja selbst die Knaller in der Hosentasche ein. Nach Gans am 1. Weihnachtsfeiertag nun doch am letzten Tag des Jahres Käsefondue? Lecker – aber heftig für die Hüften. Oder wieder den traditionellen Silvesterkarpfen? Den hatte die Schwiegermama schon am Heiligen Abend. Pizzaservice? Das nennen Sie Idee? Gucken Sie doch einfach mal ins Buch, denn schon Goethe lehrte uns: "Ein Blick ins Buch und zwei ins Leben, das wird die rechte Form dem Geiste geben." Diesmal ist es Anne-Katrin Weber, die in ihrem Buch "Party- und Fingerfood" über 70 großartige Rezeptvorschläge anbietet, damit Ihr Fest zu einem kulinarischen Highlight wird. Und nun kommt die Überraschung: Der Untertitel des im Becker Joest Volk Verlag erschienenen Buches verrät, worum es hier eigentlich geht: um "deftig vegetarisch" nämlich. Die applausverdächtigen Snacks werden garantiert auch "eingefleischte" Fleischesser überzeugen. Und nach der ganzen Völlerei an den Weihnachtsfeiertagen muss es doch nicht schon wieder tierisch hoch hergehen – oder? Obwohl ja das Schwein als Glücksbringer gilt, aber fragen Sie mal das Schwein... Nehm'Se also lieber eins aus rosa Marzipan.

Die gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag hat 192 Seiten und kostet 29,95 Euro. Die 80 großformatigen, ästhetischen Farbfotos stammen von Wolfgang Schardt, einem der besten Food-Fotografen Deutschlands. Das kommt nicht von ungefähr, denn Schardt steht selbst gern am Herd und bekocht Familie, Freunde und Kollegen. Allerdings lässt er sich auch gern von Anne-Katrin Weber einladen, denn ihre Küche ist für ihn eine der besten. Nach den beliebten Vorgängern "Deftig vegetarisch – schmoren, backen, braten, rösten, panieren, grillen" und "Street Food deftig vegetarisch" überzeugt die renommierte und mit vielen Preisen ausgezeichnete Hamburger Autorin nun mit vegetarischen Fingerfood-Köstlichkeiten. Wobei das Essen mit den Fingern nicht immer ganz wörtlich zu nehmen ist, die Suppen dürfen Sie getrost löffeln!

Kreative Kleinigkeiten für jeden Geschmack

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Zum Fingerablecken: Vegetarische Grappa-Käse-Bällchen aus "Party- und Fingerfood".

(Foto: ©Wolfgang Schardt)

Die Snacks in "Party- und Fingerfood – Deftig vegetarisch" passen für viele Anlässe, nicht nur zur Silvesterfeier. Webers Rezepte reichen von "richtigem" Fingerfood wie Röllchen und Spießchen, Crostini und Taler, Bällchen und Burger, Madeleines und Muffins über diverse Salate und Suppen bis hin zu Pizza, Quiche, Brot und Co. Das Kapitel "Grillen" liefert Ideen von mediterran bis asiatisch für die nächsten lauen Sommerabende im Garten, wobei sich alles auch zur kalten Jahreszeit oder bei schlechtem Wetter auf dem E-Grill in der Küche zubereiten lässt. Auch das "süße Finale" lässt keine Wünsche offen. Vegane Rezepte sind als solche extra gekennzeichnet. Der Anhang im Buch bietet ein übersichtliches Rezeptregister, unterteilt nach den einzelnen Kapiteln im Buch, sowie ein Zutatenregister, das von Äpfel bis Zwiebeln reicht und alle Gerichte auflistet, in denen die jeweiligen Zutaten verwendet werden.

Die meisten Gerichte sind einfach zuzubereiten, egal ob rustikal oder elegant, leicht oder opulent; vor allem lassen sie sich gut vorbereiten. Sie können als Menü zusammengestellt werden und ergeben dann ein komplettes vegetarisches Festessen. Ob man pickt sich einzelne Rezepte heraus für einen romantischen Abend zu zweit oder ein paar mehr für eine kleine Runde oder etliche für ein buntes Buffet – das bleibt jedem selbst und dem jeweiligen Anlass überlassen. Apropos Anlass: Soll es ein lustiger Abend mit Freunden werden oder ein eleganter Empfang für Geschäftspartner? Auch für die unterschiedlichsten Begegnungen eignen sich Webers Rezepte, weil es in dem Buch Gerichte mit bodenständigen Zutaten ebenso gibt wie mit exotischen. Auch selbst gemachtes Sushi fehlt nicht. Die allseits beliebten Käse-Spieße werden mit frischen Feigen aufgepeppt, die Blumenkohlsuppe exotisch gewürzt oder die Birnen für den Kuchen mit Calvados mariniert.

Anne-Katrin Weber stellt acht goldene Regeln auf, die vom Arbeitendelegieren über Planung, Einkauf und Dekoration bis zum Blick in den Kleiderschrank reichen. Denn: "Nur ein entspannter Gastgeber ist ein guter Gastgeber", schreibt sie. Webers Tipps helfen bei der Entscheidungsfindung: Lieber Fingerfood oder Buffet - wann ist was ideal? Warum macht eine Käseplatte zum Abschluss Sinn – und was muss da drauf liegen? Was muss an Getränken bereitstehen – wie berechne ich die Mengen für alkoholische und nichtalkoholische Getränke? Wie sind die Richtwerte für die richtige Häppchenzahl pro Nase? Konkret heißt das zum Beispiel: Während zwei Stunden Aperitif werden pro Person fünf bis sieben Häppchen gefuttert, bei einem abendfüllenden Buffet kommt man da schon auf bis zu zwölf kreative Kleinigkeiten. Wie wäre es zur Silvesterparty mit "Winzerfladen"? Freunde von Pizza und Co. werden jubeln – und wem der Käse fehlt, kann ja später bei der Käseplatte zufassen:

Winzerfladen von Anne-Katrin Weber

Zutaten (8 Stück):

Für den Hefeteig
400 g Weizenmehl (Type 550)
25 g frische Hefe
½ TL Zucker
Meersalz
3 EL natives Olivenöl


Für den Belag
3 große rote Zwiebeln
3 EL natives Olivenöl
150 g blaue Weintrauben
75 g Walnusskerne
400 g Schmand
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 TL Thymianblättchen oder Kümmelsamen

 

Außerdem
Mehl für die Arbeitsfläche

Zubereitung:

Zubereitungszeit 60 Minuten | 60 Minuten Ruhen | 25–30 Minuten Backen

1. Für den Hefeteig das Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken. Die Hefe hineinbröckeln und den Zucker darüberstreuen. Die Hefe mit 100 ml lauwarmem Wasser und etwas Mehl vom Rand zu einem Vorteig verrühren. Mit einem Küchentuch abgedeckt an einem warmen, zugfreien Ort 15 Minuten gehen lassen.

2. Zum gegangenen Vorteig ¾ Teelöffel Meersalz, das Olivenöl und 140 ml lauwarmes Wasser geben. Zunächst mit den Knethaken des Handrührgeräts, dann mit den Händen gründlich zu einem glatten, elastischen Hefeteig kneten. Den Teig abgedeckt weitere 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, bis er das doppelte  Volumen erreicht hat.

3. In der Zwischenzeit für den Belag die Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Streifen schneiden. 2 Esslöffel Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin in etwa 5 Minuten weich anschwitzen.

4. Die Weintrauben waschen, halbieren und nach Belieben entkernen. Die Walnüsse grob hacken. Schmand mit Meersalz und Pfeffer würzen.

5. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen. Den Teig in acht Stücke teilen. Jedes Teigstück auf wenig Mehl zu einer Kugel formen und zu 1 cm dicken Teigfladen ausrollen, dabei einen dickeren Rand formen. Die Fladen auf die Bleche legen.

6. Den Backofen auf 200 °C Umluft vorheizen.

7. Die Teigfladen mit der Schmandcreme bestreichen und dabei einen kleinen Rand frei lassen. Mit Zwiebelstreifen, Weintrauben und Walnüssen belegen. Nach Belieben mit Thymian oder Kümmel bestreuen. Mit dem restlichen Olivenöl beträufeln.

8. Im heißen Ofen in 25–30 Minuten goldgelb backen und die Bleche nach der Hälfte der Zeit tauschen.

Geruhsame Feiertage bei möglichst geringem Stress, aber mit viel Freude und Spaß beim Schmökern und Nachbacken, -brutzeln und -kochen wünscht Ihnen Heidi Driesner.

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Quelle: ntv.de