Unterhaltung
Da singt sie wieder: Lena präsentierte ihre ersten sechs Songs für Düsseldorf.
Da singt sie wieder: Lena präsentierte ihre ersten sechs Songs für Düsseldorf.(Foto: dapd)
Montag, 31. Januar 2011

Lena singt gegen sich selbst: So wird das nichts

von Tilman Aretz

Es kann nur eine geben: Lena singt wieder für Deutschland, aber erst einmal gegen sich selbst. Doch wie die erste Casting-Show zeigt, ist Lena nicht nur erwachsener, sondern auch langweiliger geworden. Ihre Titelverteidigung droht eine Enttäuschung zu werden.

Ein Jahr mit Lena. Was für eine schöne Zeit. Aber irgendetwas ist schiefgelaufen. Wir sind aufregend und spritzig geblieben. Nur Lena ... ist plötzlich langweilig geworden.

Ja, sie ist hübsch und bezaubernd. Aber ihre Aura ist weg. Stefan Raab schwärmt von Songs bei nächtlichen Autofahrten. Das kennen wir. Da hören wir auch gerne Norah Jones oder Adele. Aber beim Grand Prix?

Wer gewinnt? Ach ja, Lena singt ja nur gegen sich selbst.
Wer gewinnt? Ach ja, Lena singt ja nur gegen sich selbst.(Foto: dpa)

Nun läuft also Deutschlands erste Castingshow mit nur einer Bewerberin: Lena Meyer-Landrut. Dass sie auch dieses Jahr wieder beim Eurovision Song Contest antritt, steht fest. So bleibt bei diesem Vorentscheid nichts weiter zu tun, als ihr Lied auszusuchen. Damit füllen Prosieben und die ARD drei Shows von jeweils zwei Stunden. Lena sang in der ersten Show von "Unser Song für Deutschland" sechs Lieder, aus denen das Fernsehpublikum per Telefon und SMS drei für das Vorentscheid-Finale am 18. Februar auswählte.

Nichts für die große Bühne

Die erste Song-Casting-Show war eine volle Enttäuschung. So wird das nichts mit der Titelverteidigung. Singer-Song-Writer-Stücke und Lena in Judy-Garland-Kleidern: Das kann es nicht gewesen sein. Darf es nicht gewesen sein. Wo bleibt Lenas cooler Charme? Warum darf sich Lena nicht mehr bewegen?

Zu fade? Nein, die Jury aus Stefan Raab, Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß und Unheilig-Sänger Der Graf (von links, sitzend) fand es gut. Moderator Matthias Opdenhövel fragt nochmal nach.
Zu fade? Nein, die Jury aus Stefan Raab, Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß und Unheilig-Sänger Der Graf (von links, sitzend) fand es gut. Moderator Matthias Opdenhövel fragt nochmal nach.(Foto: dpa)

Das erste Lied "Good News" plätschert langweilig vor sich hin. Das zweite ("Maybe") erinnert an eine Dauerschleife im Fahrstuhl. Damit auf die große Bühne? Besser nicht. Die Jury ist dennoch voll des Lobes. Das war ja schon vor einem Jahr das Problem. Kritik von der Jury: Fehlanzeige.

Auch Raab schwächelt

Gut, noch kommen vier Lieder. Aber was ist das? "I like you" - ein langweiliger Schmusesong, auf dem Sofa schlafen bereits alle ein. Keine Bewegung. Vielleicht ein CD-Act, aber doch kein Bühnen-Stück. Stimmung: Null. Super öde. "Iheiheihei leiheiheihei youhuhuhuhuhuuu" … wieso sitzt Lena eigentlich auf einem Barhocker?

Jetzt darf Mentor Stefan Raab ran. Aber auch seine Kreation "That Again" kann nicht überzeugen. Der Rhythmus fehlt und nach einer "Fahrt durch die Nacht" ist uns gerade nicht zu Mute. Und damit ist's gesagt. Die ganze Richtung ist falsch. Es ist viel zu langweilig. Der Pep fehlt.

Furchtbarer Durchschnitt

Kann man eigentlich auch über das Outfit von Lena abstimmen? Nummer 5, das ist dann unser Favorit. Beim Publikum kommt auch das Lied "Taken By A Stranger", ein 80er-Jahre-Verschnitt mit Gruftie-Anklängen, bestens an. Und das ist schon bezeichnend. Immerhin, der Song ist anders, hat mehr Spaß, hat mehr Kraft.

Jetzt kommt Lena zum sechsten Mal. Lena mit einem Lena-Song: "What Happend To Me" hat sie selbst komponiert. Sie hat das Schwarze an. Und sie bewegt sich und darf endlich tanzen. Aber auch das Lied ist nicht der Knaller. Immerhin – die Lena, die wir mögen, ist wieder da.

Lena zeigte sich bei jedem Song in einem neuen Outfit.
Lena zeigte sich bei jedem Song in einem neuen Outfit.(Foto: dpa)

Ach ja, gewonnen haben übrigens "Maybe", "Taken By A Stranger" und "What Happened To Me". Sie alle werden wir beim Finale am 18. Februar wieder hören.

Fazit des ersten Song-Contest: die Lieder waren furchtbar. Furchtbar durchschnittlich. Nicht einmal Mainstream. Die Show an sich war überraschend langweilig. Bisher haben wir Lenas Titelverteidigung immer verteidigt. Plötzlich sind wir nicht mehr so sicher.

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Quelle: n-tv.de