Tod eines Megastars: Pavarottis Freunde sagen "Arrivederci"
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Nie wieder dieses hohe C!Bild 1 von 79 Luciano Pavarotti - dieser Name war, ist und bleibt ein Synonym für unvergessliche musikalische Momente des 20. Jahrhunderts.Bild 2 von 79 Kaum ein anderer Tenor hatte eine derartige Bühnenpräsenz wie der Dreizentnermann aus der norditalienischen Stadt Modena, kaum einer war so charismatisch wie er.Bild 3 von 79 "Big Luciano" liebte sein Publikum, er liebte die ganz großen Auftritte, bei denen die Menschen ihm zu Füßen lagen.Bild 4 von 79 Immer wieder hat Pavarotti deshalb seinen Bühnenabschied hinausgezögert, genoss noch das Bad in der Menge, als er das hohe C schon längst nicht mehr präzise traf.Bild 5 von 79 Dafür wurde er ausgebuht - um dann umso erfreuter empfangen zu werden, wenn er doch wieder auf die Bühne trat, mit oder ohne perfektem hohen C.Bild 6 von 79 Jetzt starb der "Tenorissimo" im Alter von 71 Jahren an einem Krebsleiden - und die ganze (Opern-)Welt trauert.Bild 7 von 79 "Er hinterlässt eine nicht mehr ausfüllbare Lücke bei allen Fans großer italienischer Musik", betonte der italienische Kulturminister Francesco Rutelli.Bild 8 von 79 "Big Luciano wird für immer einen Platz in der Musikgeschichte haben." Schade, dass er das nun nicht mehr miterlebt: ...Bild 9 von 79 ... Das Ministerium hatte erst am Dienstag bekannt gegeben, Pavarotti einen Preis für seine "herausragenden Leistungen in der italienischen Kultur" verleihen zu wollen.Bild 10 von 79 Sein schwergewichtiger Körper hatte dem Tenor schon jahrelang Probleme bereitet. Immer wieder musste er Konzerte etwa wegen Rückenproblemen absagen, zeitweise soll er fast gelähmt gewesen sein.Bild 11 von 79 Trotz aller gesundheitlichen Probleme aber absolvierte der Bäckersohn weiter Auftritt um Auftritt und saugte den Jubel und tosenden Applaus der Fans auf - ein Jungbrunnen für den Maestro.Bild 12 von 79 Im vergangenen Jahr schließlich wurde bei dem Tenor Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Bei einer Operation in New York wurde ihm der Tumor zwar von Spezialisten entfernt, der Sänger erholte sich jedoch anschließend nicht mehr.Bild 13 von 79 Einen letzten, unvergesslichen Auftritt hatte er am 10. Februar 2006 bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Turin.Bild 14 von 79 Noch einmal betrat "Big P" die Bühne und schmetterte sein Paradestück "Nessun Dorma" aus Puccinis Turandot. Es war, als ahnte er es selbst: Es sollte sein letzter Vorhang sein.Bild 15 von 79 Vielen Anhängern stiegen die Tränen in die Augen. Als der alternde Star noch einmal alles gab, von "Speranza" (Hoffnung) und "Amore" (Liebe) sang, war das Gänsehautatmosphäre pur.Bild 16 von 79 Auch privat hatte er erst vor nicht allzu langer Zeit neues Glück gefunden.Bild 17 von 79 Nach der Scheidung von seiner Ehefrau Adua ...Bild 18 von 79 ... mit der er drei erwachsene Töchter hat ...Bild 19 von 79 ... heiratete er Ende 2003 seine langjährige Freundin, die 30 Jahre jüngere frühere Sekretärin Nicoletta Mantovani.Bild 20 von 79 Sie hatte wenige Monate zuvor die gemeinsame Tochter Alice zur Welt gebracht. In die Vaterfreuden mischte sich bei Pavarotti aber auch tiefe Trauer: ...Bild 21 von 79 ... Der Zwillingsbruder des Mädchens überlebte die Geburt nicht. "Ich bin ein unglücklicher Mann, das ist einer der schlimmsten Tage meines Lebens", zitierten italienische Medien Pavarotti damals.Bild 22 von 79 "Seine Stimme erkennt man unter hundert anderen heraus", schwärmte ein Konzertveranstalter in Deutschland einmal.Bild 23 von 79 Nicht umsonst wurde der "Tenorissimo" Jahrzehnte lang rund um die Welt gefeiert. Für die Rolle des Nemorino in Donizettis "Liebestrank" bekam er 1988 in Berlin 115 Vorhänge.Bild 24 von 79 Immer wieder glänzte er auch als Rudolf in Puccinis "La Bohème" - jener Rolle, mit der er am 29. April 1961 in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia sein Bühnendebüt gab.Bild 25 von 79 Als Pavarotti 1964 am Covent Garden in London für den erkrankten Giuseppe di Stefano einsprang, begann seine Weltkarriere.Bild 26 von 79 Zwei Jahre später gab er sein Debüt an der Mailänder Scala, ...Bild 27 von 79 ... 1968 an der New Yorker Met.Bild 28 von 79 1993 lockte der Mann mit dem Vollbart und dem Frack eine halbe Million Fans in den New Yorker Central Park.Bild 29 von 79 Weltberühmt wurde auch das Unternehmen "Die drei Tenöre" zusammen mit Placido Domingo und José Carreras.Bild 30 von 79 Mit den gemeinsamen Auftritten taten sich ganz neue Dimensionen auf - vor allem finanziell.Bild 31 von 79 1990 nutzte das Trio die Fußball-Weltmeisterschaft in Italien für einen weltweit ausgestrahlten Auftritt.Bild 32 von 79 Der Live-Mitschnitt sei mit mehr als zehn Millionen verkauften Platten und CDs der "größte Klassiker- Bestseller der Schallplattengeschichte", jubelten Branchenkenner anschließend.Bild 33 von 79 Schon damals sang Pavarotti die Arie "Nessun Dorma" des Prinzen Kalaf - das Stück wurde zur Hymne der WM.Bild 34 von 79 Dass Opern-Puristen über solche musikalischen Niederungen die Nase rümpften, störte Pavarotti überhaupt nicht. (Foto: Mit Tina Turner)Bild 35 von 79 Ganz im Gegenteil: Bei seinen alljährlichen Benefiz-Konzerten "Pavarotti & Friends" (Foto: Mit Fürst Albert von Monaco) ...Bild 36 von 79 ... trat er in Modena unter anderem mit den Spice Girls, ...Bild 37 von 79 ... Stevie Wonder, ...Bild 38 von 79 ... James Brown, ...Bild 39 von 79 ... George Michael, ...Bild 40 von 79 ... Bono und U2, ...Bild 41 von 79 .. Sting, ...Bild 42 von 79 ... Celine Dion, ...Bild 43 von 79 ... Anastacia, ...Bild 44 von 79 ... oder Elton John auf, der heute sagte, dass dies ein "trauriger Tag für die Musik und ein trauriger Tag für die Welt" sei.Bild 45 von 79 Pavarotti hatte zusammen mit dem Popstar 1996 das Duett "Live Like Horses" gesungen.Bild 46 von 79 Sowohl Pavarotti als auch John waren Freunde von Prinzessin Diana.Bild 47 von 79 Pavarotti hatte bei der Beerdigung der Prinzessin am 6. September 1997 singen sollen, war aber durch den Tod zu aufgewühlt und sagte ab.Bild 48 von 79 Seine weltweite Abschiedstournee "A Night to Remember", die ihn auch nach Deutschland führte, musste der Sänger wegen gesundheitlicher Probleme im Jahr 2005 unterbrechen.Bild 49 von 79 "Den Tumor, den spürst Du in Dir drinnen", sagte er später über sein Leiden.Bild 50 von 79 Aber dennoch war da noch jene "Speranza", Hoffnung, von der er so oft gesungen hatte: ...Bild 51 von 79 "Ich bin optimistisch und werde es bis zum Tode sein", erklärte Pavarotti mit jenem mutigen Blick, den er seinen Opern-Helden so oft verliehen hatte.Bild 52 von 79 Der Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein, Tobias Richter, hat den Star-Tenor Luciano Pavarotti als Künstler mit einer Jahrhundertstimme gewürdigt.Bild 53 von 79 "Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Operngesang als populäre, im besten Sinne volkstümliche Kunst von einem breiten Publikum wahrgenommen wurde", sagte Richter.Bild 54 von 79 Der italienische Starregisseur Franco Zeffirelli (84) hat Luciano Pavarottis alle Musikgrenzen überschreitendes Talent gewürdigt: "Es gab Tenöre, und dann gab es Pavarotti. ... (Foto: Mit Angie Dickinson)Bild 55 von 79 ... Er liebte die Musik, und sein größter Verdienst war es, sie als ein Ganzes behandelt zu haben, vom lyrischen Fach über einfache Lieder bis hin zur Operette", sagte der Film-, Theater- und Opernregisseur. (Foto: Mit Catherine Zeta Jones)Bild 56 von 79 Luciano Pavarotti war neben Maria Callas der kommerziell erfolgreichste Klassikstar aller Zeiten. Seine Mischung aus Oper, Pop und Geschäft wurde von Kritikern als "Pavarotti AG" geschmäht.Bild 57 von 79 Das Schwergewicht im Musikmarkt verkaufte rund 100 Millionen Langspielplatten, CDs und Videos und erreichte damit als erster Klassikkünstler Verkaufserfolge wie im Popmusikgeschäft.Bild 58 von 79 Ein Live-Mitschnitt von Pavarottis Auftritt zusammen mit Placido Domingo und José Carreras während der Fußball-WM in Italien 1990 wurde mit rund elf Millionen verkauften Platten und CDs der größte Klassik-Bestseller der Geschichte.Bild 59 von 79 Pavarotti soll dafür nach Medienberichten mit 300.000 US-Dollar seine bis dahin höchste Gage erhalten haben. Angesichts des großen Erfolgs habe er aber 1,5 Millionen US-Dollar "Nachzahlung" erzwungen, hieß es.Bild 60 von 79 Bei einem Auftritt der Tenöre in Los Angeles 1994 habe dann bereits jeder der drei Künstler zwei Millionen US-Dollar kassiert.Bild 61 von 79 Um die Höhe seiner Einnahmen stritt Pavarotti wiederholt mit dem Finanzamt. Im Jahr 2001 sprach ihn ein Gericht in Italien frei - die Staatsanwaltschaft hatte eineinhalb Jahre Haft wegen der Hinterziehung von mehr als 20 Millionen Euro Steuern gefordert.Bild 62 von 79 Dass Pavarotti, wenngleich nicht mit früherem Glanz, immer noch bis ins Alter singen konnte, war in Anbetracht der vieljährigen extremen Belastung seiner Stimme in rund 4.000 Konzerten fast schon ein Wunder.Bild 63 von 79 Doch der Sänger selbst hat das Geheimnis verraten: Seit Beginn seiner Karriere singe er an zwei Tagen in der Mitte des Monats nie.Bild 64 von 79 Sowohl am 12. wie am 14. jeden Monats schone er seine Stimme: "Darum konnte ich so lange singen."Bild 65 von 79 Der massige Sänger musste immer wieder mit Gewichtsproblemen kämpfen: "Vor einem Teller Fettucine alla panna kann ich einfach nicht Nein sagen."Bild 66 von 79 Die Körperfülle sowie ständige Rückenschmerzen hatten Auftritte Pavarottis oftmals zum Risiko werden lassen. Im Juni musste er ein Konzert in Mexiko wegen Kehlkopfentzündung absagen. (Foto: Mit Mariah Carey)Bild 67 von 79 Kraft gab ihm immer wieder seine junge, zweite Frau Nicoletta und ihre gemeinsame Tochter Alice.Bild 68 von 79 Dem kleinen Mädchen hat der Sänger zuletzt den Titelsong des Popalbums "Ti adoro" gewidmet.Bild 69 von 79 Im Rückblick auf sein Leben und seine Karriere empfand Luciano Pavarotti sein Dasein als "einziges Highlight".Bild 70 von 79 Der "Sänger der überschäumenden Lebens-, Liebes- und Lukulluslust" hat Millionen Freude geschenkt und viele Millionen dafür kassiert.Bild 71 von 79 Der Glanz seiner Stimme wird auf vielen Tonträgern gewiss weiterleben. (Foto: Mit Gloria Estefan)Bild 72 von 79 Doch nun trauern alle Musikfreunde in Italien und der Welt um einen begnadeten Sänger, der von seinem schweren Leiden erlöst wurde. (Foto: Seine Witwe nach einem Spaziergang am Morgen des 6. September)Bild 73 von 79 Stimmen, die den Sänger nur in Zusammenhang mit "Oh Kohle mio" sehen, werden nun erst einmal ruhig sein und denen den Vortritt lassen, die einen Freund, Kollegen und Sänger vermissen.Bild 74 von 79 Wie Placido Domingo: "Ich habe immer seine göttliche Stimme bewundert und auch seinen Sinn für Humor", so der "Drei Tenöre"-Sänger tief betroffen am Morgen des Todes.Bild 75 von 79 Und das Gerede um die Geldgier entschärft er durch seine Aussage: "Bei unseren Konzerten mit Carreras habe ich manchmal fast vergessen, dass wir vor einem zahlenden Publikum auftraten, so viel Spaß haben wir dabei gehabt!"Bild 76 von 79 Das Royal Opera House in London hat Luciano Pavarotti als einen der "besten Sänger unserer Zeit" gewürdigt, den "Millionen Menschen vermissen werden. Er war einer dieser seltenen Künstler, der das Leben der Menschen auf dem ganzen Globus berührte."Bild 77 von 79 Er habe die Oper auch den Menschen näher gebracht, die sonst vielleicht nie der klassischen Musik begegnet wären. "Indem er das tat, machte er ihr Leben reicher. Das wird sein Erbe sein."Bild 78 von 79 Na dann - "nessun dorma"! Niemand schlafe! Sondern höre! Irgendeine Pavarotti-CD haben Sie garantiert auch! (Fotos: soe/ap/ dpa)Bild 79 von 79
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