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Freitag, 09. Februar 2018

Olympia in Gold, Silber, Bronze: Das sind die deutschen Medaillenkandidaten

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8204 Kilometer von Berlin entfernt finden die XXIII. Olympischen Winterspiele statt - im südkoreanischen Pyeongchang. (Foto: imago/Bildbyran)

8204 Kilometer von Berlin entfernt finden die XXIII. Olympischen Winterspiele statt - im südkoreanischen Pyeongchang.

8204 Kilometer von Berlin entfernt finden die XXIII. Olympischen Winterspiele statt - im südkoreanischen Pyeongchang.

154 deutsche Athleten sind mit dabei. Sie und ihre Betreuer - also Trainer, Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen, zwei Seelsorger und die Organisatoren - bilden das Team Deutschland.

Offiziell gilt das Olympische Motto: Dabei sein ist alles. Von einigen Athleten allerdings wird erwartet, dass sie auch Medaillen gewinnen.

"Die Stärke der Mannschaft macht aus, dass sie an jedem olympischen Tag Eisen im Feuer hat und Medaillen gewinnen kann", sagt der Chef de Mission, Dirk Schimmelpfennig. Offiziell soll es genauso oft Edelmetall geben wie vor vier Jahren in Sotschi: 19 Mal. Insgeheim aber hoffen die Verantwortlichen auf deutlich mehr Gründe zum Jubeln - in Vancouver 2010 gab es schließlich noch 30 Medaillen. Wir stellen die heißesten Kandidaten vor:

Im Biathlon gibt es gleich mehrere Medaillenchancen.

Große Favoritin auf Gold ist die siebenfache Weltmeisterin Laura Dahlmeier. Die 24-Jährige sagt der "Sport Bild": "Ich möchte mit einer Medaille heimfahren, am liebsten einer goldenen. Ich fühle mit topfit, die Chancen sind da."

Außenseiterchancen auf Edelmetall hat Denise Herrmann. Die Umsteigerin zehrt noch von ihrer Langlauf-Karriere. Sollte sie beim Schießen bestehen, ist ihr alles zuzutrauen.

Bei gleich zwei Medaillenanwärterinnen im Team ist klar: Die Biathlon-Staffel ist ebenfalls Titelfavorit. Zwei von drei Weltcups konnte das Team um Dahlmeier für sich entscheiden, einmal wurden sie Zweite.

Auch in der Mixed-Staffel, bei der zwei Männer und zwei Frauen gemeinsam antreten, hat das deutsche Team gute Chancen aufs Stockerl.

Niedriger sind die Erwartungen bei den Männern, zu sehr dominieren der Franzose Martin Fourcade und Johannes Thingnes Bö aus Norwegen. Arnd Peiffer aber könnte sich eine Medaille erkämpfen.

Sollte Weltmeister Simon Schempp seine Rückenschmerzen überwinden können, ist eine weitere Podestplatzierung möglich.

Vor vier Jahren gab es für die Männer-Staffel Silber - mehr als maximal Bronze hinter Norwegen und Frankreich ist diesmal wohl nicht drin.

Im Bob könnte das Team Deutschland mit den Piloten Nico Walther, Stephanie Schneider und Francesco Friedrich ebenfalls gleich mehrfach Edelmetall einsammeln.

Eine deutsche Medaille bei den Frauen - die lediglich im Zweier fahren - wird nur über die wohl beste Anschieberin der Welt gehen. Das ist die 22-jährige Annika Drazek aus Gladbeck (vorn).

Die ganze Saison über fuhr die ehemalige Leichtathletin mit verschiedenen Pilotinnen - nun aber steht fest, dass sie mit Stephanie Schneider den Eiskanal von Pyeongchang herunterheizen wird.

Bei den Männern liegen die Erwartungen auf mehreren Schultern verteilt. Im Zweier soll Francesco Friedrich brillieren, ...

... im Vierer gilt vor allem Pilot Johannes Lochner als Favorit.

Medaillenchancen hat aber auch Nico Walther.

Im Eiskunstlauf liegen die deutschen Erwartungen auf schmalen Schultern.

Auf denen von Aljona Savchenko und Bruno Massot.

Vor vier Jahren gewann die mittlerweile 34-Jährige mit ihrem damaligen Partner Robin Szolkowy Bronze.

Diesmal könnte das Edelmetall sogar golden schimmern.

Im Eisschnelllauf trägt eine - Verzeihung - alte Dame die Hoffnungen der Deutschen.

Claudia Pechstein bestreitet ihre siebten Olympischen Spiele.

Doch älter bedeutet keineswegs langsam. Und so könnte die bald 46-Jährige, die bereits fünfmal Olympisches Gold umgehängt bekommen hat, ihrer Sammlung eine sechste Medaille hinzufügen. Größte Chancen hat sie über ihre Paradestrecke, die 5000 Meter.

Sich selbst Druck macht Eissprinter Nico Ihle.

Der 33-Jährige möchte gern im Deutschen Haus feiern - "mit einer Medaille wäre der Bonus".

Druck hat auch Patrick Beckert. Der 27-Jährige trainiert außerhalb des Konzepts des deutschen Verbands - und wird allein deswegen genauestens beäugt.

Auf der Langstrecke bestreitet er bereits seine dritten Spiele.

In der Nordischen Kombination gilt: Der Star ist das Team. Die Deutschen gelten als Goldkandidaten für den Team-Wettbewerb.

Doch auch im Einzel könnte es gleich mehrere Medaillen regnen. Fabian Riessle überzeugte zuletzt in Seefeld - wo er beim Weltcup-Triple Gesamtdritter wurde.

Für Johannes Rydzek und Eric Frenzel gilt: Schleunigst die Sprungform finden. Ohnehin sind der sechsmalige Weltmeister Rydzek ...

... und der deutsche Fahnenträger der Eröffnungsfeier Frenzel, Olympiasieger von 2014, fünffacher Weltmeister sowie Gesamtweltcupsieger der Jahre 2013 bis 2017, keine Lieblingsgegner der Konkurrenz.

Die Rodler haben einen Titel zu verteidigen - den der deutschen Medaillenhamster. Vor vier Jahren räumten sie alle vier Goldmedaillen ab, die vergeben wurden. Und auch diesmal stehen die Chancen mehr als gut.

Der dreifache olympische Goldmedaillengewinner Felix Loch kürte sich auch in dieser Saison zum Gesamtweltcupsieger - hat also beste Aussichten.

Genauso sieht es bei den Frauen aus: Natalie Geisenberger darf schon zwei Goldmedaillen ihr Eigen nennen, es sollen weitere hinzukommen. Als souveräne Gesamtweltcupsiegerin geht sie als Favoritin an den Start.

Und auch bei den Doppelsitzern kommen die stärksten Fahrer aus Deutschland: Toni Eggert und Sascha Benecken sicherten sich in dieser Saison den Gesamtweltcupsieg.

Ihre ewigen Konkurrenten aus dem eigenen Team, Tobias Wendl und Tobias Arlt, kamen direkt dahinter aufs Treppchen.

Mit diesem überragenden Team dürfte im Mannschaftswettkampf doch ebenfalls nichts anbrennen.

Bei den Skeletonis lautet die Frage: Macht's Jacqueline Lölling oder siegt Tina Hermann?

Die 23-jährige Lölling ist Weltmeisterin, holte in dieser Saison vier Siege - und erneut den Gesamtweltcupsieg. "Ich fahre mit gutem Gefühl nach Olympia, doch ich bin mit Prognosen noch vorsichtig", sagt sie - und stapelt definitiv tief.

Ihre ärgste Konkurrentin ist Zimmernachbarin Tina Hermann, die Gesamtweltcupzweite ist.

Außenseiterchancen bei den Männern hat Axel Jungk. Der WM-Zweite fuhr vor zwei Wochen zum ersten Weltcupsieg seiner Karriere.

Die Skirennfahrer müssen Ausfälle verkraften: Felix Neureuther (Bild) und Stefan Luitz zogen sich jeweils Kreuzbandrisse zu. Bei den Männern springt eine junge Garde in die Bresche.

Allen voran der 24-jährige Thomas Dreßen, der seine eigene Welt mit seinem Sieg auf der legendären Streif in Kitzbühel auf den Kopf stellte.

Erste Kandidatin auf alpines Edelmetall ist allerdings Viktoria Rebensburg. Sie ist die aktuell beste Riesenslalom-Fahrerin im Weltcup - und gewann in dieser Disziplin 2010 in Vancouver Olympiagold, in Sotschi Bronze.

Die Skispringer müssen gleich zwei Goldmedaillen von Sotschi verteidigen: Bei der olympischen Skisprung-Premiere der Frauen schrieb sich Carina Vogt in die Geschichtsbücher …

… und auch das Team der Männer siegte.

Ein Sieg ist diesmal wohl nicht drin - Silber oder Bronze aber schon.

Größtes Manko: Neben Richard Freitag, Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler (v.r.) fehlt ein konstant guter vierter Mann.

Der 26-jährige Freitag hat auch im Einzel Chancen auf Edelmetall, ebenso wie sein vier Jahre jüngerer Teamkollege Wellinger.

Die besten Chancen bei den Frauen hat diesmal Katharina Althaus. Die 21-Jährige stand bei ihren acht Weltcupauftritten in dieser Saison immer auf dem Treppchen.

Bei den Snowboardern überzeugen vor allem die Frauen im Parallel-Riesenslalom. Ramona Hofmeister feierte in dieser Saison bereits zwei Weltcupsiege, …

… Selina Jörg überzeugte mit zwei Podestplätzen.

Wohl keine Medaillen gibt es im …

... Eishockey, ...

... Shorttrack, ...

... Ski Freestyle ...

... und Skilanglauf.

Im Curling konnte sich erst gar kein deutsches Team qualifizieren. (ara)

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