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Montag, 12. Februar 2018

Motivwagen bei Umzügen: Am Rosenmontag geht fast alles

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Karneval ist ja nicht jedermanns Sache. Worüber in weiten Teilen des Landes nur müde gelächelt wird, ... (Foto: dpa)

Karneval ist ja nicht jedermanns Sache. Worüber in weiten Teilen des Landes nur müde gelächelt wird, ...

Karneval ist ja nicht jedermanns Sache. Worüber in weiten Teilen des Landes nur müde gelächelt wird, ...

... ist im Rheinland das absolute Highlight des Jahres. Und wie heißt es so schön: Der Höhepunkt des Straßenkarnevals sind die Umzüge am Rosenmontag.

Allen voran jene in Köln, Düsseldorf und Mainz sind Jahr für Jahr gut besucht.

Neben Strüßje und Kamelle, dafür stehen schließlich vor allen Dingen die Kinder am Straßenrand, richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Motive der Wagen, die durch die rheinischen Innenstädte rollen. Und die haben es auch dieses Jahr in sich.

Köln: Hauptthema der Karnevalswagen in der Domstadt ist natürlich das schier ewige Ringen um eine neue Regierung. Als "Große Kollision" gehen ja die Verhandlungen darüber in die Geschichte ein.

Wer bei diesem Schaukelaufprall den größeren Schaden genommen hat, steht seit dem Rückzug von Martin Schulz als Außenminister in spe ja nun auch schon fest.

Ein heißes Tänzchen legt hier Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hin. Der koreanische Patrick Swayze stemmt hier - in Analogie zum Filmklassiker "Dirty Dancing" - aber nicht "Baby" in die Höhe, sondern eine Atomrakete.

Wie ernst meinen es die Briten mit dem Brexit? Fast scheint es, Premierministerin Theresa May müsse das Volk angesichts der offenen Rechnungen, die auf ihr Land zukommen, vor einer Rückkehr in den Schoß der EU hindern.

Die Debatte um sexuelle Übergriffe greifen die Schweine auf diesem Motivwagen auf.

Apropos: Hier geht es um Donald Trump. Der US-Präsident tanzt mit den USA einen langsamen Walzer der besonderen Art.

Düsseldorf: Die GroKo steht, Karneval kann kommen. Union und SPD haben es geschafft, vor den närrischen Tagen mit den Koalitionsverhandlungen fertig zu werden. Aber es gab Opfer. Kaum erstaunlich, dass die Wagenbauer hier in Düsseldorf den jüngsten Kämpfen besonders viel Aufmerksamkeit schenken. Da ist natürlich als Erstes Noch-SPD-Chef Martin Schulz zu nennen, der sich in der vergangenen Woche selbst durch den Wolf gedreht hat.

Aber auch der Zustand der gesamten SPD ist dieser Tage ja durchaus bedauernswert. Dass nun Andrea Nahles die Sozialdemokratie vor dem Untergang retten soll, stimmt nicht jeden optimistisch.

Wie die Spinne im Netz sitzt Kanzlerin Angela Merkel da. Ihr gelingt, allem Anschein nach, die Bildung einer halbwegs stabilen Regierung.

Als "Schwarze Witwe" hat sie aber mittlerweile einige politische Karrieren auf dem Gewissen.

FDP-Chef Christian Lindner hat Merkel den Weg in die Regierung jedoch nicht verbaut. Die Liberalen oder die "Feigen Liberalen", wie sie hier genannt werden, haben sich von selbst auf und davon gemacht - als Angsthasen "mit tollen Posen und vollen Hosen".

Mit der Glaubwürdigkeit der Alternative für Deutschland beschäftigt sich dieser Zugwagen. Parteichef Alexander Gauland mag immer wieder betonen, sich noch im (rechten) Rahmen des politisch Vertretbaren zu bewegen. Doch ein bestimmter Flügel seiner Partei ist ziemlich groß. Und ziemlich braun.

Wagen wir einen Sprung auf die Insel: Die britische Premierministerin Theresa May hat einen Brexit geboren. Und, nun ja, er ist irgendwie missraten. Ziemlich unangenehm für die Briten ist das, soll das wohl bedeuten. Aber ...

... längst nicht so unangenehm wie der russische Bär, der sich hier an US-Präsident Donald Trump vergeht. Auch dem ...

... republikanischen Politiker ist ins Gesicht geschrieben, dass ihm die Russland-Affäre nicht eben gut bekommt.

Übel mitgespielt wird nach der Sicht der Wagenbauer auch der Belegschaft der insolventen Fluglinie Air Berlin. Sie gelten als die Leidtragenden der selektiven Übernahme durch die Lufthansa.

Aber es ist wohl kaum ein wehrloseres Opfer des Wirtschaftsgeschehen der vergangenen Monate denkbar, als die Affen, die im Auftrag des VW-Konzerns Diesel-Abgasen ausgesetzt wurden.

Mainz: In der rheinland-pfälzischen Hauptstadt befassen sich die Narren - hier heißt das Ganze ja Fastnacht - ebenfalls mit der Kanzlerin. Die hat mit dem voraussichtlichen Beginn ihrer vierten Kanzlerschaft und der ausdauernden Art zu regieren viel mit der Galapagos-Schildkröte gemein - "die letzte ihrer Art" eben.

Aber auch um die "lahme Ente" Europa machen sich die Wagenbauer in Mainz so manche Sorgen. Ob es Napoleon Emmanuel Macron gelingt, den maroden 2CV wieder flott zu kriegen?

Und das ganz große Ganze? Das Klima? Nun, hier zerschellt es gleich unter der Einwirkung des Golfschlägers von US-Präsident Donald Trump.

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