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Montag, 20. November 2017

Manipulativ, rassistisch, böse: Das zerstörerische Leben des Charles Manson

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Seit 1971 ist das Gefängnis das Zuhause des früheren Sektenführers und Mehrfachmörders Charles Manson. Am Sonntagabend (Ortszeit) stirbt der 83-Jährige nun in einem Krankenhaus in Kern Country eines natürlichen Todes - nachdem er einige Tage zuvor dort eingeliefert worden ist. (Foto: imago/ZUMA Press)

Seit 1971 ist das Gefängnis das Zuhause des früheren Sektenführers und Mehrfachmörders Charles Manson. Am Sonntagabend (Ortszeit) stirbt der 83-Jährige nun in einem Krankenhaus in Kern Country eines natürlichen Todes - nachdem er einige Tage zuvor dort eingeliefert worden ist.

Seit 1971 ist das Gefängnis das Zuhause des früheren Sektenführers und Mehrfachmörders Charles Manson. Am Sonntagabend (Ortszeit) stirbt der 83-Jährige nun in einem Krankenhaus in Kern Country eines natürlichen Todes - nachdem er einige Tage zuvor dort eingeliefert worden ist.

Sein Name ist untrennbar mit den grausamen Morden verbunden, die Mitglieder seiner "Familie" in seinem Auftrag verübten.

Schon als Kind zeigt Manson gewalttätige Tendenzen. Bereits in der Grundschule rekrutiert er leichtgläubige Klassenkameraden, um andere Schüler anzugreifen, die er nicht leiden kann.

Gibt es Ärger, behauptet er, mit der Geschichte nichts zu tun haben. Die Lehrer glauben ihm, niemand kann sich vorstellen, dass ein Sechsjähriger so manipulativ sein kann.

Vor allem, wenn er sich beleidigt fühlt, wird er auch selbst gewalttätig. Manson ist fasziniert von Pistolen, vor allem aber von Messern, berichten Familienangehörige dem Autor Jeff Guinn für eine Biografie des Mörders.

In seiner Jugend wandert Manson immer wieder wegen Diebstahl und Einbruch ins Gefängnis.

Daran scheitert auch die Ehe, die er mit 19 eingegangen war und aus der ein Kind hervorging.

Auf Bewährung entlassen, macht sich Manson schließlich 1967 auf den Weg nach San Francisco. Dort wird der gerade mal 1,57 Meter große Mann zum charismatischen Sektenguru und schart über 20 junge Menschen, vorwiegend Frauen, um sich.

Manson sagt den USA eine Apokalypse voraus, das "Helter Skelter", benannt nach und inspiriert von einem Beatles-Text.

Er zieht sich mit seinen Anhängern auf eine Ranch zurück und wandelt auf dem schmalen Grat zwischen Möchtegern-Popstar und Zuhälter.

Mitglieder der "Familie" berichten später von einem Hippie-Leben mit Drogen und Sex, doch das alles ist für den zutiefst rassistischen und frauenfeindlichen Manson nur Fassade.

Er verbietet Uhren, Brillen, Bücher, Kalender und Radios, isoliert die meist jungen Frauen, baut sexuelle Beziehungen zu ihnen auf und reicht sie dann an andere Männer weiter.

Als Manson trotz der angebotenen sexuellen Dienstleistungen in Hollywood keinen Erfolg hat, entwickelt er einen Plan: Er will gezielt reiche Weiße töten, dafür sorgen, ...

... dass die Morde Schwarzen in die Schuhe geschoben werden und damit einen blutigen Rassenkonflikt hervorrufen, an dem das Land zugrunde gehen soll.

Im August 1969 beginnt Manson, sein blutiges Vorhaben in die Tat umzusetzen. Er schickt mehrere Mitglieder der "Manson Family" zum Haus von Sharon Tate, Schauspielerin und Frau von Regisseur Roman Polanski, um sie zu ermorden.

Auch die ebenfalls anwesenden Abigal Folger, Jay Sebring, Voytek Frykowski und Steven Earl Parent kommen zu Tode - allesamt gehören sie der kalifornischen High Society an. An die Haustür schmieren die Mörder mit Blut das Wort "pig".

Einen Tag später begeht die "Familie" weitere Morde: Sie töten das Industriellenpaar La Bianca. In die Bauchdecke des Mannes ritzten sie das Wort "War", auf dem Kühlschrank hinterlassen sie mit dem Blut der Opfer das Wort "Helter Skelter".

Die Anweisungen, so stellen später die Richter fest, werden von Charles Manson erteilt. Er wählt vier Sektenmitglieder aus und schickt sie mit den Worten "Die Zeit für Helter Skelter ist gekommen" los. Weitere Morde werden der Gruppe zugeordnet.

Doch es dauert eine Weile, bis die Ermittler die verschiedenen Verbrechen miteinander in Verbindung bringen.

Erst Monate nach den Morden werden Manson und seine Jünger verhaftet.

Der Prozess verläuft spektakulär. Mansons Mitangeklagte überbieten sich in Selbstbezichtigungen, die Manson entlasten sollen.

Während des über 200 Tage dauernden Verfahrens tätowiert sich Manson zunächst ein Kreuz auf die Stirn, das er später zu einem Hakenkreuz vervollständigt.

Seine Familienmitglieder machen es ihm nach. Schließlich verurteilt die Jury Manson und drei Mitangeklagte zum Tod in der Gaskammer. Die Strafe wird später in lebenslange Haft umgewandelt.

Aus der Haft heraus macht Manson weiter seinen Einfluss auf seine Anhänger geltend.

Er gründet eine neue Gruppe: den Orden des Regenbogens.

Den Mitgliedern des Ordens sind Geschlechtsverkehr, Fleisch, Zigaretten und Make-up verboten. 1975 versucht eine Manson-Anhängerin, für ihn US-Präsident Gerald Ford zu töten.

Während seiner jahrzehntelangen Haft erweist sich Manson als reueloser und unverbesserlicher Häftling.

Er wird wiederholt wegen Körperverletzung, Waffenbesitzes, Bedrohung des Gefängnispersonals und unerlaubten Besitzes eines Mobiltelefons angeklagt.

Beamte berichten, dass er sie anspuckte oder heißen Kaffee nach ihnen warf, Kämpfe mit Mitgefangenen anzettelte und versuchte, seine Matratze in Brand zu setzen.

Ab 1989 ist Manson im Corcoran State Prison untergebracht. Auch hier gelingt es ihm, in den Besitz von Mobiltelefonen zu kommen.

2014 erwirkt er eine Heiratserlaubnis mit der damals 26-jährigen Afton Elaine Burton, die aber schließlich ungenutzt ausläuft.

Burton hatte ihn über sieben Jahre lang regelmäßig im Gefängnis besucht.

Manson präsentierte sich der Frau als unschuldig inhaftierter politischer Häftling.

Zwölf Mal versucht Manson, mit einem Gnadengesuch aus dem Gefängnis zu kommen. Alle seine Anstrengungen sind umsonst. Das nächste Gesuch hätte er 2027 stellen dürfen.

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