Am 26. April 1986 zerstörte eine schwere Explosion den Reaktorblock IV des Kernkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine. Bis heute ist es der weltweit größte Unfall in einer kerntechnischen Anlage.Bild 1 von 44 Der Unglückshergang ist immer noch nicht zweifelsfrei geklärt. Kam es durch Bedienungsfehler zu dem GAU? Oder waren Systemschwächen des Reaktors die Ursache? Eingeleitet wurde der "größte anzunehmende Unfall" durch eine fehlerhaft ausgeführte Notfallübung.Bild 2 von 44 Große Mengen radioaktiver Materie wurden durch die extreme Hitze in den Himmel geschleudert. Der Wind verteilte sie über ganz Europa.Bild 3 von 44 Die sowjetischen Behörden schickten tausende schlecht ausgerüsteter Männer zu Bergungs- und Aufräumarbeiten in die radioaktiven Trümmer des Reaktors.Bild 4 von 44 Mehrere Dutzend Liquidatoren sind wenig später an akuter Strahlenerkrankung gestorben, weitere an Leukämie.Bild 5 von 44 Erst zehn Tage nach dem Unfall war die Freisetzung von Kernbrennstoffen und Spaltprodukten gestoppt. Man hatte rund 5.000 Tonnen Sand, Lehm, Blei und Bor auf die Reaktoranlage geworfen.Bild 6 von 44 Einige Monate später begann man, die Ruine des Reaktorblocks einzubetonieren.Bild 7 von 44 Im November 1986 war der "Sarkophag" fertiggestellt.Bild 8 von 44 Er diente auch dazu, den anliegenden Block III weiterbetreiben zu können. Dieser wurde erst Ende 2000 abgeschaltet.Bild 9 von 44 Mittlerweile ist der Betonmantel rissig, undicht und akut einsturzgefährdet.Bild 10 von 44 Eine gigantische Kuppel aus Stahl soll Abhilfe schaffen. Sie wird etwa 100 Jahre halten und kostet bis zu einer Milliarde Euro.Bild 11 von 44 Unmittelbar nach der Reaktorexplosion wurden rund 200.000 Menschen aus dem Umkreis von Tschernobyl evakuiert.Bild 12 von 44 Den 47.000 Einwohnern von Prybjat sagten die Behörden, es handele sich um eine militärische Übung. Deshalb ließen sie Hab und Gut in ihren Wohnungen zurück.Bild 13 von 44 Auf dem zentralen Platz von Prybjat steht noch immer das Riesenrad, das für Feiern zum 1. Mai aufgestellt worden war.Bild 14 von 44 Zum 20. Jahrestag der Reaktorexplosion haben Graffiti-Künstler aus Weißrussland, Russland und Deutschland die verlassenen Häuser in Prybjat besprüht.Bild 15 von 44 So haben sie ein besonderes Mahnmal geschaffen.Bild 16 von 44 Prybjat wirkt gespenstisch.Bild 17 von 44 Daran, dass es einmal eine lebendige Arbeiterstadt war, erinnern nur noch der verfallende Vergnügungspark ...Bild 18 von 44 ... und einige Bilder an den Wänden.Bild 19 von 44 Auch Tschernobyl selbst ist überwiegend von Verfall gekennzeichnet, ...Bild 20 von 44 ... jedoch nicht menschenleer. Noch immer weigern sich Bewohner der 12 Kilometer vom Atomkraftwerk entfernten Stadt, das stark verseuchte Gebiet zu verlassen.Bild 21 von 44 Maria Savenko ist das einzige Kind, ..Bild 22 von 44 ... das nach dem GAU in Tschernobyl geboren wurde.Bild 23 von 44 Auch andernorts widersetzten sich Bewohner der Sperrzone den Anweisungen der Behörden. Anna Ratkevich aus Ilyintsy, 20 Kilometer vom Atommeiler entfernt, wollte ihre Heimat nicht verlassen.Bild 24 von 44 Zusammen mit ihrem Mann zog sie es vor ....Bild 25 von 44 ... weiterhin in ihrem Haus zu wohnen.Bild 26 von 44 Auch ihr Nachbar Fedor Strij blieb - trotz der Katastrophe. Und es gibt noch einige mehr, die trotz der hohen Strahlenbelastung in Illintsi bleiben.Bild 27 von 44 In den drei am stärksten vom GAU betroffenen Ländern - in Weißrussland, Russland und der Ukraine - zeichnet sich die Tendenz ab, die Folgeschäden durch die Verstrahlung als eher gering einzustufen.Bild 28 von 44 Mit Orten, die durch den Reaktor-Unfall verseucht wurden, beschäftigt sich das Tschernobyl-Museum in Kiew.Bild 29 von 44 Den Kindern, die 1986 und 1987 in Tschernobyl geboren wurden und die größtenteils schwere gesundheitliche Probleme haben, widmet die Ausstellung einen eigenen Raum.Bild 30 von 44 Deutsche Hilfsinitiativen kämpfen mit zunehmenden Schikanen weißrussischer Behörden.Bild 31 von 44 Mit Hilfe des Netzwerks haben bereits zehntausende Kinder aus strahlenbelasteten Gebieten ihre Ferien bei deutschen Gastgebern verbracht.Bild 32 von 44 Unstrittig ist, dass es in der Region immer mehr Fälle von Schilddrüsenkrebs gibt.Bild 33 von 44 Nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace hat die Reaktor-Katastrophe weltweit viel dramatischere Folgen für die menschliche Gesundheit als bisher angenommen.Bild 34 von 44 "Neue Studien der Russischen Akademie der Wissenschaften kommen für Weißrussland, Ukraine und Russland alleine auf 270.000 zusätzliche Krebserkrankungen, von denen voraussichtlich 93.000 tödlich enden werden", so Greenpeace-Experte Thomas Breuer.Bild 35 von 44 Diese Schätzungen seien realistisch - anders als die Angaben der Internationalen Atomenergieorganisation IAEO von etwa 4.000 Todesopfern. "Selbst die IEAO geht in ihren Schätzungen eigentlich von mehr Todesopfern aus. Was die Behörde betreibt, ist bewusste Verharmlosung", so Breuer.Bild 36 von 44 "Unsere Generation hat gesehen, wie diese Katastrophe begann, doch wird sie wohl kaum ihr Ende erleben", heißt es in einem Greenpeace-Bericht. "Die internationale Staatengemeinschaft sollte diesen Unfall zum Anlass nehmen, weltweit aus der Atomenergie auszusteigen."Bild 37 von 44 Die Grünen im Europaparlament fordern eine ehrliche Bilanz über die Opfer der Reaktorexplosion.Bild 38 von 44 Sie stützen sich auf eine britische Studie: "TORCH - The Other Report of Chernobyl". Der TORCH-Bericht geht davon aus, dass noch 30.000 bis 60.000 Menschen wegen des Unfalls an Krebs sterben müssten. Das wären 7,5 bis 15 Mal mehr als von der IAEO angegeben.Bild 39 von 44 Nach Angaben des TORCH-Reports gelangte radioaktives Cäsium-137 aus Tschernobyl auf 40 Prozent der Fläche Europas.Bild 40 von 44 Cäsium-137 hat eine Halbwertszeit von rund 30 Jahren. Einige Pilze und Wildbret sind deshalb in Gebieten, über denen es nach dem GAU geregnet hat, auch heute noch stark belastet.Bild 41 von 44 In Deutschland gilt für Lebensmittel ein Grenzwert von 600 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm. Das Bundesamt für Strahlenschutz gibt an, dass noch heute im Bayerischen Wald in Maronenröhrlingen und Semmelstoppelpilzen mitunter mehrere tausend Becquerel Cäsium pro Kilogramm gemessen werden.Bild 42 von 44 Die Entsorgung radioaktiver Abfälle aus dem Kernkraftwerk Tschernobyl ist noch nicht abgeschlossen. 23 Jahre nach dem Unfall sind mit dieser Arbeit noch Tausende Menschen betraut. Sie arbeiten weiterhin auf dem Gelände ...Bild 43 von 44 ... und Zahl der Tschernobyl-Opfer steigt weiter.Bild 44 von 44