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Samstag, 17. Februar 2018

Greifvogel als Waffe: Die Adlerjäger von Kasachstan

Von Solveig Bach

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Sie nennen sich "Berkutschi" - Adlerjäger. (Foto: REUTERS)

Sie nennen sich "Berkutschi" - Adlerjäger.

Sie nennen sich "Berkutschi" - Adlerjäger.

In den weiten und kargen Steppen Kasachstans sind die imposanten Greifvögel die idealen Jagdbegleiter für den Menschen.

5000 Jahre alte Felszeichnungen zeugen davon, dass schon die Ahnen die Adlerjagd pflegten.

Alljährlich treffen sich diejenigen, die diese Tradition heute noch pflegen, zu einer Schaujagd.

Die Adlerjäger im Altai-Gebirge tragen traditionell Fellmützen, auch weil es in der Jagdsaison eisig kalt ist.

Die Vögel werden als Jungvögel in den Bergen gefangen, ...

... oder manchmal auch als Küken aus den Nestern gestohlen ...

.... und dann akribisch ausgebildet mit täglichem Training.

Die Jäger bevorzugen weibliche Jungvögel, weil diese in der Regel größer, stärker und aggressiver als die männlichen sind.

Ein ausgewachsener Steinadler bringt es auf 2,5 Meter Flügelspannweite und wird bis zu 15 Kilogramm schwer.

Die Krallen der Tiere werden bis zu sieben Zentimeter lang.

Bis das Tier soweit ist, dass man mit ihm auf die Jagd gehen kann, dauert es nur mehrere Wochen.

Die klugen Vögel zu zähmen und zu kontrollieren, ist trotzdem immer wieder eine Herausforderung.

Lehrbücher für die Ausbildung gibt es nicht.

Die Beziehung zwischen dem Adlerjäger und seinem Gefährten muss langsam wachsen.

Der Jäger bringt dem Greifvogel bei, dass er nur Futter bekommt, wenn er bei der Jagd erfolgreich war.

Während der Jagd tragen die Jäger ihre Vögel auf dem Arm.

Die Tiere lernen, mit ihrer Beute immer wieder zu ihrem menschlichen Begleiter zurückzukehren.

Viele Stunden trainieren Mensch und Adler während der Ausbildung täglich miteinander, zunächst mit Tierattrappen, dann auch in realen Jagdsituationen.

Das Tier muss immer ein wenig hungrig sein, damit es sich anstrengt, wissen erfahrene Berkutschi.

Die jüngsten Adlerjäger sind noch nicht einmal Teenager, die ältesten Urgroßväter.

Inzwischen sind auch Frauen unter ihnen.

Beim Adlerfest treffen sie sich alljährlich und tragen Wettkämpfe aus.

Dann zeigt sich, ob die Arbeit der vergangenen Wochen erfolgreich war.

Die Tiere müssen punktgenau auf der Hand ihres Meisters landen oder eine Beutetierattrappe schlagen.

In der Jagdsaison von Oktober bis April erlegen sie Hasen, Füchse, Murmeltiere und sogar Wölfe.

Die Vögel leben wie ein Familienmitglied im Haus des Jägers.

Nach zehn bis vierzehn Jahren werden die Tiere freigelassen, um sich fortzupflanzen.

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