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Freitag, 08. Dezember 2017

Loveparade-Katastrophe: Die Massenpanik von Duisburg

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Ein Transparent, das Bände spricht. Am 24. Juli 2010 ... (Foto: APN)

Ein Transparent, das Bände spricht. Am 24. Juli 2010 ...

Ein Transparent, das Bände spricht. Am 24. Juli 2010 ...

... erschüttern Bilder wie dieses und ...

... dieses das ganze Land. Denn ganz egal, ...

... ob man die Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg als Besucher ...

... oder Helfer selbst hautnah miterlebt hat, ...

... ob man lediglich Einwohner der Stadt an der Ruhrmündung ist, ...

... ob man mit dem Herzen dabei ...

... oder nur distanzierter Beobachter war - das, ...

... was sich an jenem Sommertag in Duisburg ereignet hat, ...

... konnte und kann niemanden kaltlassen.

Die Aufnahmen von der Katastrophe haben sich für eine lange Zeit ins kollektive Gedächtnis gebrannt.

Angesichts der Tragödie mit 21 Toten und 650 Verletzten ...

... wirkt vieles, ...

... leider allzu vieles nur noch zynisch. Vor allem aber treibt auch Jahre danach ...

... alle eine Frage um: Wer ist schuld daran, dass es dazu kommen konnte?

Eines scheint klar: Bei der Veranstaltung auf dem Areal eines ehemaligen Güterbahnhofs passierten eklatante Planungsfehler. Laut Staatsanwaltschaft ...

... hätte das Techno-Spektakel unter den gegebenen Umständen nie genehmigt werden dürfen.

Dabei war die Masse der Besucher wohl gar nicht das größte Problem. Nach der Katastrophe in Duisburg ...

... wurde nicht zuletzt auch bekannt, dass die von den Veranstaltern in den Vorjahren genannten Zahlen massiv aufgeputscht waren. Die Millionengrenze dürfte in Wahrheit kaum erreicht worden sein. Und so ...

... war auf die Gesamtfläche bezogen auch das Gelände in Duisburg zwar gut gefüllt, aber an sich nicht überfüllt.

Anders sah dies jedoch im Bereich der Tunnel aus, durch die die Besucher zu dem Areal geschleust wurden.

Hier gab es ein fatales Nadelöhr: Die sogenannte Ostrampe bildete den einzigen freigegebenen Zugang zur Veranstaltungsfläche. Und nicht nur das: Auch die Besucher, die das Gelände wieder verlassen wollten, sollten diesen Weg nehmen.

Zur Ostrampe führten zwei Wege: aus östlicher Richtung ein rund 250 Meter langer, durchgehender Tunnel ...

... und vom Westen her ein System von drei unterschiedlich langen Unterführungen, die durch nicht überdachte Abschnitte unterbrochen sind.

Die Luftaufnahme verdeutlicht das noch einmal. Von allen Seiten drängte alles zur Ostrampe. Die Westrampe, die als alternativer Ausgang dienen sollte, blieb im zeitlichen Umfeld der Katastrophe gesperrt. Warum das so war und wer dies angeordnet hat, ist eine der Fragen, die die Ermittlungen zum Hergang des Unglücks klären sollen.

Schon in den Tunneln beziehungsweise Unterführungen selbst kam es zwischen 16 und 17 Uhr zu einem massiven Gedränge. Die Menschen klappten reihenweise zusammen. Wer konnte, ...

... ergriff die Flucht.

"Es waren Massen hier drin. Die Luft war zum Zerschneiden. Plötzlich fingen Leute an zu schreien", beschrieb eine Besucherin im Nachhinein ihre Erlebnisse. So gesehen grenzt es beinahe an ein Wunder, dass die Lage nicht bereits hier komplett außer Kontrolle geriet und nicht noch wesentlich mehr Opfer zu beklagen waren. Zur eigentlichen, später als Massenpanik beschriebenen Katastrophe ...

... kam es erst im Ausgangsbereich der letzten, im Westen gelegenen Unterführung.

An ihrer Außenwand befand sich jene kleine Treppe, ...

... die zum tragischen Sinnbild des Unglücks werden sollte. Sie, ...

... einige Lichtmasten ...

... und ein Baucontainer ...

... erschienen vielen Besuchern als rettender Ausweg aus der prekären Situation.

Doch je mehr Menschen in Richtung der Treppe drängten, umso größer wurde der Druck auf die, die sich vor ihr befanden. Die Folge: Gegen 17 Uhr gab es die ersten Toten.

Die spätere Obduktion der Opfer zeigte, dass sie alle an Brustquetschungen gestorben waren. Mit anderen Worten, ...

... der Druck auf die Menschen im Bereich der Treppe wurde zum Zeitpunkt der Katastrophe so groß, dass ihnen schlicht die Luft zum Atmen fehlte. So kam es zu dem tödlichen Drama, ...

... während andernorts auf dem Gelände die Besucher lässig durch die Gegend schlendern ...

... und ohne von der Tragödie überhaupt Notiz zu nehmen, abfeiern konnten. Denn, ...

... das belegen unter anderem Handyvideos: Zu der fatalen Verdichtung der Besucherströme kam es tatsächlich ausschließlich im Bereich des Tunnels, der Unterführungen und der Ostrampe.

Warum? Bei dieser Frage ...

... schieben sich insbesondere Polizei und Veranstalter gegenseitig die Schuld zu (Bild: der damalige Duisburger Vize-Polizeipräsident Detlef von Schmeling und Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller, v.l.).

Möglicherweise trugen von der Polizei gebildete Absperrungen dazu bei, dass sich die Besuchermassen auf der Ostrampe zu einem verheerenden Kessel zusammenstauten. Das jedenfalls ...

... behaupten die Veranstalter und versuchten, dies mit Hilfe von Aufnahmen der Überwachungskameras nachzuweisen.

Auch von Kommunikationsproblemen der Beamten untereinander und einem unvorhergesehenen Schichtwechsel während der Veranstaltung ist die Rede.

Die Polizei indes weist die Verantwortung von sich. Ihr zufolge versagte das Sicherheitskonzept der Veranstalter. Demnach waren ursprünglich ausschließlich die Loveparade-Macher für die Regulierung der Besucherströme auf dem Areal zuständig.

Deren Ordner seien jedoch überfordert gewesen und hätten daher ...

... die Polizei zur Hilfe gerufen. Nach dem Eingreifen der Beamten hätten sich die Veranstalter nicht an vereinbarte Absprachen gehalten. So seien trotz der Sperren immer weitere Besucher auf das Gelände gelassen worden, was schließlich zu der dramatischen Ballung auf der Ostrampe geführt habe.

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