Bilderserie
Mittwoch, 18. April 2018

25 Jahre nach dem Showdown: Die Tragödie von Waco

Bild 1 von 44
Waco im U-Bundesstaat Texas: Hier ereignet sich Anfang der 1990er-Jahre eine Tragödie, die die Menschen auch 25 Jahre später noch nicht loslässt. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Waco im U-Bundesstaat Texas: Hier ereignet sich Anfang der 1990er-Jahre eine Tragödie, die die Menschen auch 25 Jahre später noch nicht loslässt.

Waco im U-Bundesstaat Texas: Hier ereignet sich Anfang der 1990er-Jahre eine Tragödie, die die Menschen auch 25 Jahre später noch nicht loslässt.

Auf einer Ranch etwas außerhalb der Stadt führt Vernon Wayne Howell, der sich David Koresh nennt, ...

... die Branch Davidians. Dabei handelt es sich um eine Sekte, die sich ehemals von den Davidianischen Siebenten-Tags-Adventisten abgespalten hat.

Koreshs Mutter ist noch ein Teenager, als er geboren wird. Er wächst bei den Großeltern auf, seinen Vater lernt er nie kennen.

Nach erfolglosen Versuchen, Rock-Gitarrist zu werden, schließt er sich 1981 den Davidianern an.

Koresh verliert zunächst einen internen Machtkampf und zieht sich eine Zeit lang mit seinen Anhängern nach Kalifornien zurück.

Er bezeichnet sich als Erbe König Davids, als "Lamm Gottes". Seine Anhänger überzeugt er davon, dass er als einziger Zugriff auf sämtliche Frauen und Mädchen der Gruppe hat.

Alle anderen werden von der Sünde des sexuellen Begehrens "befreit". Aussteiger werden später berichten, dass Koresh mit vielen Frauen "verheiratet" war und auch Sex mit Minderjährigen hatte.

Offiziell ist Koresh mit Rachel (l.) verheiratet, das Paar hat zwei Kinder. Inzwischen lebt auch Koreshs Mutter (r.) bei der Sekte.

1989 kehrt Koresh nach Waco zurück und übernimmt die Führung der Sekte, die innerhalb kurzer Zeit Anhänger nicht nur aus den USA, sondern auch aus Australien und Großbritannien anzieht.

Auf das nach ihrer Überzeugung unmittelbar bevorstehende Jüngste Gericht bereitet sich die Gruppe unter anderem mit dem Horten von Waffen vor.

Am 28. Februar 1993 unternimmt die Bundesbehörde für Alkohol, Tabak und Feuerwaffen wegen des Verdachts auf illegalen Waffenbesitz den Versuch, ...

... auf der inzwischen festungsähnlich ausgebauten Ranch in Mount Carmel bei Waco eine Razzia durchzuführen.

Als sich das FBI Zutritt zum Davidianer-Hauptquartier verschaffen will, eskaliert die Lage. Sektenmitglieder eröffnen das Feuer, vier Agenten und sechs Davidianer sterben.

Die Ermittler gehen später davon aus, dass die Sekte über die bevorstehende Razzia informiert war.

Es folgt eine anderthalb Monate andauernde Belagerung des Geländes, die von unzähligen Kameras live in alle Welt übertragen wird.

Auch Koresh wird bei der Razzia verletzt, trotzdem verhandelt er während der Belagerung mit den Behörden.

Im Kern geht es darum, dass die Sektenmitglieder das Gelände verlassen und sich den Behörden stellen sollen.

Um wenigstens die Herausgabe einiger der vielen Kinder der Davidianer zu erreichen, gewähren die Behörden Koresh immer wieder Aufschub.

Er will religiöse Dokumente verfassen, in denen die Glaubenüberzeugungen der Sekte dargelegt werden. Diese sollen dann im Radio verlesen werden.

Um die Davidianer zu zermürben, werden die Wasser- und die Stromversorgung unterbrochen, Kampfpanzer rücken an, das Gelände wird mit ohrenbetäubender Musik beschallt und mit grellen Scheinwerfern bestrahlt.

Über dem Gelände kreisen Kampfhubschrauber.

Experten streiten, ob die Sekte möglicherweise einen Massenselbstmord vorbereitet. Andere betonen die Religionsfreiheit und das Recht auf Waffenbesitz und setzen weiter auf Verhandlungen.

Mitte April gewinnen diejenigen die Oberhand, die die Lage in Waco endlich klären wollen.

Am 19. April 1993 stimmt US-Generalstaatsanwältin Janet Reno einem entsprechenden FBI-Plan zu. Daraufhin rücken die Panzer bis zum Hauptgebäude vor.

Durch in die Hauswände gerissene Löcher wird Tränengas in das Gebäude gepumpt. So sollen die Davidianer zum Verlassen des Hauses gebracht werden.

Im Inneren sammeln sich die Sektenmitglieder jedoch entschlossen um David Koresh, den sie für den zweiten Messias halten. Dann bricht Feuer aus.

Innerhalb weniger Minuten brennt das Holzgebäude lichterloh, in den Flammen kommen 79 Davidianer ums Leben.

Viele der Opfer sind Kinder, unter den Toten ist auch Koresh.

Nur neun Sektenmitglieder überleben das Inferno.

Später ergeben die rechtsmedzinischen Untersuchungen, dass die Kinder vor ihrem Tod ein Beruhigungsmittel bekommen hatten.

Koresh hatte eine Schusswunde am Kopf.

Bis heute gibt es für die Vorgänge in Waco verschiedene Erklärungen.

Sektenmitglieder behaupten, das FBI habe das verheerende Feuer bewusst ausgelöst, ...

... während die Bewaffnung der Gruppe lediglich als Geldanlage und zur Selbstverteidigung gedient habe.

Janet Reno übernahm die volle Verantwortung für die Ereignisse, bestritt aber, dass man einen Massenselbstmord billigend in Kauf genommen habe.

Ein Sonderermittler kam später zu dem Schluss, dass es bei den Behörden keine "massive Verschwörung oder Vertuschung" gegeben habe.

Die Schuld für den Tod der Menschen in Waco treffe allein David Koresh.

Eines der Kinder, das während der Belagerung freigelassen worden war, hatte für die Therapeuten gezeichnet, wie das Ganze ausgehen wird. Die Sektenmitglieder würden durchs Feuer ins himmlische Königreich gehen.

Bis heute ist jedoch vor allem in rechtsradikalen und extremistischen Gruppen vom "Massaker von Waco" die Rede.

Zum 25. Jahrestag zeichnet eine fünfteilige Paramount-Serie die Ereignisse nach.

Es ist die tragische Geschichte eines Konflikts ..

... zwischen dogmatischen Gläubigen ...

... und herrschsüchtigen Autoritäten, die in einer Katastrophe endet. (sba)

weitere Bilderserien