Nach 90 Jahren: In Englands Pubs fällt die Sperrstunde
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Königin Elizabeth II. höchstpersönlich verkündete am 24. November 2005 die Aufhebung der Sperrstunde: "Meine Regierung wird die festen Öffnungszeiten für Pubs abschaffen", gab sie bekannt. Ihr selbst wird an der neuen Regel nur wenig gelegen sein. Ihr erster und bis heute einziger Pub-Besuch datiert aus dem Jahr 1998.Bild 1 von 24 Jetzt herrscht Glückseligkeit im ganzen Land. Tony Blairs Labour-Regierung setzte nach 90 Jahren der so genannten "last order" ein Ende. Künftig dürfen die Pubs in England und Wales auch nach 23 Uhr Bier ausschenken.Bild 2 von 24 Viele Engländer, die die Abschaffung der strikten Gesetze seit langem forderten, atmen nun auf: "Endlich werden wir wieder wie Erwachsene behandelt."Bild 3 von 24 Landesweit beantragten inzwischen 60.326 Gaststätten, Kneipen und andere Lokalitäten die Lizenz zum Ausschank von Alkohol in der Nacht.Bild 4 von 24 Szenen wie hier nach einem Fußballspiel dürften sich abgespielt haben. Seit 1915 galt: Um 23 Uhr werden die Zapfhähne zugedreht. Die alte Bestimmung war Touristen seit jeher ein Rätsel. Im Ersten Weltkrieg sollte die Regel sicher stellen, dass die Munitionsarbeiter rechtzeitig ins Bett gingen. Vorher waren sie morgens regelmäßig sturzbetrunken in der Fabrik erschienen.Bild 5 von 24 Künftig kommen die Engländer auch ohne Dosenbier-Reserve durch die Nacht. Rund um die Uhr werden frisch gezapftes Guinness, Lager und Ale verfügbar sein.Bild 6 von 24 Bis Mittwoch traute die Regierung der Bevölkerung nicht zu, verantwortlich mit Alkohol umzugehen. Jetzt müssen die Briten beweisen, dass sie es können.Bild 7 von 24 Die Deutschen können dabei nur begrenzt als Vorbilder gelten.Bild 8 von 24 Bisher trafen sich die auf die verschiedenen Pubs verteilten Engländer pünktlich nach Ausschank-Ende auf den Straßen wieder. Im günstigsten Fall kam es dabei zu Verbrüderungsszenen wie dieser; im schlechtesten Fall zu handfesten Auseinandersetzungen.Bild 9 von 24 Die Polizei stellte es vor große Herausforderungen, wenn die betrunkenen Pub-Gäste aufeinander los gingen. Diese englischen Fans bildeten auf Anregung der belgischen Ordnungskräfte eine Menschenschlange - eine weitere britische Eigenheit, die sich Kontinental-Europäern nicht auf Anhieb erschließt.Bild 10 von 24 Bevor nun angesichts der Liberalisierung der Ansturm auf die Pubs begann, trafen die Betreiber noch die letzten Vorbereitungen.Bild 11 von 24 Die Gäste müssen künftig nicht mehr hastig ihre Biere stürzen, um rechtzeitig betrunken zu werden. Ein findiger Wirt richtete sich bereits darauf ein, dass seine Gäste einen Blick für ihre Umgebung entwickeln könnten und verschönerte sein Lokal mit einem themengerechten Deckenfresko.Bild 12 von 24 Auch anderer launiger Zeitvertreib könnte wieder stärker Beachtung finden.Bild 13 von 24 Bereits in der ersten Nacht ohne Sperrstunde nutzen diese jungen Frauen die neu gewonnene Freiheit aus.Bild 14 von 24 Bevor das neue Recht ab Mitternacht Wirkung erlangte, durften die Kneipenbesitzer ihren Gästen eine Stunde lang nichts nachschenken. Der Stimmung dieser Besucherinnen tat die kurze Pause keinen Abbruch.Bild 15 von 24 Bisher lief alles etwas gehetzt: Um 22.50 Uhr wurden die letzten Bestellungen aufgenommen, um 23.00 Uhr wurde der Zapfhahn zugedreht, und bis 23.10 Uhr musste man ausgetrunken haben. Damit ist nun Schluss.Bild 16 von 24 Den Heimweg traten diese Drei erst in den frühen Morgenstunden an.Bild 17 von 24 Auch Prinz Charles profitiert von der Reform. Er vertreibt sich gerne mit ein paar Freunden und einem Pint im Pub die Zeit.Bild 18 von 24 Ganz volksnah genießt der Prinz sein Bier, ?Bild 19 von 24 ? spielt eine spannende Partie Tischtennis ?Bild 20 von 24 ? oder trifft sich mit Bekannten zu einer Runde Domino. Wenn es demnächst auch mal später wird, braucht er nicht zu fürchten, dass der Rausschmeißer kommt und auf traditionelle Weise mit den Worten "Habt ihr denn alle kein Zuhause?" zum Verlassen des Lokals auffordert.Bild 21 von 24 Doch nicht alle sind so glücklich über die neuen Öffnungszeiten. Die Pub-Besitzer befürchten zusätzliche Kosten.Bild 22 von 24 Das Argument lautet: Die Leute werden weiter genauso viel Bier trinken wie bisher - sich dafür aber mehr Zeit nehmen. Das bedeutet, dass die Barkeeper und Schankwirte länger arbeiten und entsprechend bezahlt werden müssen.Bild 23 von 24 Immer noch kein Grund sich mit der nächsten Bierlieferung in den Fluss zu stürzen.Bild 24 von 24
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