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Donnerstag, 11. Oktober 2018

Erster Passagierflug in die USA: Vor 90 Jahren überquert "Graf Zeppelin" den Atlantik

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Konfetti regnet vom Himmel. Die Menge jubelt. Solch ein pompöser Empfang wird nur wenigen New-York-Besuchern zuteil: Mit einer rauschenden Parade wird Hugo Eckener 1928 in Manhattan wie ein hoher Staatsgast begrüßt. Der Name mag heute nur noch wenigen geläufig sein, damals war Eckener aber ein Weltstar. (Foto: AP)

Konfetti regnet vom Himmel. Die Menge jubelt. Solch ein pompöser Empfang wird nur wenigen New-York-Besuchern zuteil: Mit einer rauschenden Parade wird Hugo Eckener 1928 in Manhattan wie ein hoher Staatsgast begrüßt. Der Name mag heute nur noch wenigen geläufig sein, damals war Eckener aber ein Weltstar.

Konfetti regnet vom Himmel. Die Menge jubelt. Solch ein pompöser Empfang wird nur wenigen New-York-Besuchern zuteil: Mit einer rauschenden Parade wird Hugo Eckener 1928 in Manhattan wie ein hoher Staatsgast begrüßt. Der Name mag heute nur noch wenigen geläufig sein, damals war Eckener aber ein Weltstar.

Als sein Starrluftschiff LZ 127, auch "Graf Zeppelin" genannt, am 11. Oktober von Friedrichshafen aus nach New York startet, kennt ihn jedes Kind. Unter seiner Führung überquert ein Luftschiff im Nonstop-Flug erstmals den Atlantik.

Der deutsche Luftschiff-Pionier und Chef des Zeppelin-Konzerns wird damit zur prägenden Persönlichkeit unter den Zeppelinkapitänen. In den USA feiern ihn die Menschen als "international Hero" (internationalen Helden).

Als Eckeners Zeppelin am 16. Oktober in Lakehurst, New Jersey, landet, empfangen ihn dort Hunderttausende, die mit dem Auto und 30 Extrazügen aus dem 100 Kilometer entfernten New York anreisten.

Die Atlantiküberquerung mit 20 Passagieren und 40 Besatzungsmitgliedern dauert knapp 111 Stunden.

Eine weitaus größere Tour hat die LZ 127 ein Jahr später vor sich: Auf seiner legendären amerikanischen Weltfahrt 1929 ...

... legt der Zeppelin in zwölf Tagen und zwölf Stunden Fahrtzeit etwa 35.000 Kilometer zurück.

Anschließend richtet Eckener einen regelmäßigen Passagierverkehr nach Südamerika ein. Der Fahrplandienst über den Atlantik mit der LZ 127 beginnt am 29. August 1931. Die Strecke von Friedrichshafen nach Rio wird ab da in etwa monatlich bedient. Eckener legt Wert darauf, ...

... dass der Preis von 1400 Reichsmark genau dem einer Ozeanpassage mit dem Dampfer entspricht. "Ich bin nur schneller", pflegt Eckener zu sagen. Die Fahrten sind stets ausgebucht, denn ...

... ein Transatlantikflug bietet in den 1930er-Jahren den Komfort der 1. Klasse eines Ozeandampfers. Zudem erinnert die Führergondel des Zeppelins ...

... eher an die Brücke eines Schiffes als an ein Cockpit. Der Kapitän steht hinter einem riesigen Steuerrad und blickt durch eine übermannshohe Rundumverglasung.

Insgesamt legt die "Graf Zeppelin" 590 Fahrten und rund 1,7 Millionen Kilometer zurück. Trotz des Welterfolges von Eckener und seiner LZ 127 war es ein anderer, mit dem alles anfing: ...

Ferdinand Graf von Zeppelin war es, der Ende des 19. Jahrhunderts das Luftschiff erfand.

Inspiriert von Heißluftballons, die - vom Wind getragen - oft genug ihr Ziel verfehlten, ...

... entwickelte Zeppelin einen lenkbaren, motorbetriebenen Ballon. Seinen Plänen zufolge sollte ein starres, längliches Aluminiumgitter mit einer Stoffhülle überzogen werden. Für den Auftrieb sorgte eine Wasserstoff-Füllung. Propeller sollten das Gefährt antreiben, über Höhen- und Seitenruder ließ es sich steuern.

Am 2. Juli 1900 war es dann so weit: Der Starrluftschiff-Prototyp LZ 1 war startklar. Um 20.03 Uhr stieg Graf von Zeppelin damit am Bodensee 400 Meter in den Himmel auf. Er legte 6,5 Kilometer zurück. Die Zeppelin-Ära hatte begonnen.

Rund 120 Zeppeline (übrigens bis heute ein Markenname) wurden in den nächsten vier Jahrzehnten gebaut.

Parallel dazu entwickelte sich der Motorflug.

Doch es waren die Zeppeline, die die Lüfte dominierten. Mit der gelungenen Verbindung von Technik und Design wurden die riesigen Luftschiffe in den 1920er-Jahren zum Inbegriff von Fortschritt, Modernität und Schnelligkeit. Und Eckeners "Graf Zeppelin" galt ...

... als das erfolgreichste Luftschiff unter ihnen. Es hatte mit einer Gesamtlänge von 236 Metern und einem Durchmesser von 30,5 Metern enorme Ausmaße und konnte eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h erreichen.

Noch etwas größer als die "Graf Zeppelin" war die "USS Macon". Dieser Riese transportierte keine Reisenden, ...

... sondern ganze Flugzeugträger. Kleinere Flugzeuge konnten aus dem Luftschiff direkt in den Himmel starten. Nach nur zweijährigem Einsatz jedoch besiegelte der Absturz der "USS Macon" im Februar 1935 das Ende der US-amerikanischen Starrluftschifffahrt.

Eine Expedition des Monterey Bay Aquarium Research Institute fand das "USS Macon"-Wrack 1990 in 450 Meter Tiefe bei Point Sur vor der südkalifornischen Küste.

Deutschland setzte den Großluftschiffbau fort. 1936 startete der größte jemals gebaute Zeppelin, die "Hindenburg", zur Jungfernfahrt nach Südamerika. In nur dreieinhalb Tagen erreichte er sein Ziel.

Ein Speisesaal und ein Gesellschaftsraum sowie Schlafkabinen mit 72 Betten für die Passagiere befanden sich an Bord des Zeppelins. Die "Hindenburg" war der Stolz der deutschen Luftfahrt.

Schon am 3. Mai 1937 aber startete sie in Frankfurt zu ihrer letzten Fahrt. Mit Kurs auf Lakehurst überquerte sie den Atlantik, Wind und Gewitter erschwerten die Fahrt. Bei der Landung am 6. Mai dann brach in der Nähe des Hecks plötzlich Feuer aus. Wasserstoff und Diesel entzündeten sich und ...

... das Heck stürzte auf die Erde.

Innerhalb von 34 Sekunden stand der Zeppelin komplett in Flammen. Gut 60 der 97 Menschen an Bord konnten sich retten.

Die Zerstörung der "Hindenburg" setzte der Ära der großen, personenbefördernden Luftschiffe ein abruptes Ende.

Heute wird der Zeppelin meist nur noch als romantisierte Vorstellung des Reisens herangezogen: In Zeiten von überfüllten Billigfliegern und vollen Autobahnen scheint ...

... das entschleunigte Reisen in angenehmer Atmosphäre über den Wolken wie ein längst verloren gegangenes Ideal.

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