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Samstag, 29. September 2018

Erdogan spaltet Deutschland: Ein bisschen Frieden - und Sticheleien

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Gesten sagen mehr als tausend Worte, heißt es. Doch manche ... (Foto: imago/Reiner Zensen)

Gesten sagen mehr als tausend Worte, heißt es. Doch manche ...

Gesten sagen mehr als tausend Worte, heißt es. Doch manche ...

... sind wesentlich leichter zu interpretieren als ...

... andere. Beim Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland ...

... ist am Wochenende jedoch weniger die Verständigung ein Problem, ...

... sondern eher das Verständnis für die Position des anderen. Schon der Empfang in Berlin ist nicht überall freundlich. Während sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ans Protokoll hält, ...

... zeigen Demonstranten auf Berlins Straßen, was sie vom Empfang des türkischen Präsidenten als Staatsgast halten. Ganz so harmonisch, ...

... wie es auf einigen Bildern mit Kanzlerin Angela Merkel aussieht, verlaufen die Treffen allerdings nicht. Als Erdogan bei einer Pressekonferenz am Freitag auf die inhaftierten, politischen Gefangenen in der Türkei angesprochen wird, ...

... verweist er auf die Unabhängigkeit der türkischen Justiz. Das lässt Merkel anschließend nicht unkommentiert. "Bei allem Respekt", sagt sie, ...

... fehlten in vielen Fällen allein schon die entsprechenden Anklageschriften. Es bleibt nicht das einzige Thema, das über den gesamten Besuch hinweg für Misstöne sorgt. Auch der Fall ...

... des nach Deutschland geflüchteten Journalisten Can Dündar bleibt ein Streitfall. Weil der ehemalige Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" ursprünglich an der Pressekonferenz im Kanzleramt teilnehmen will, ...

... droht Erdogan damit, die PK zu boykottieren. Der türkische Präsident fordert die Auslieferung des Journalisten. Der sagt schließlich doch ab - und begründet dies damit, ...

... dass er sich nicht selbst zum "Objekt der Berichterstattung" machen wolle. Schließlich ist es ein anderer Journalist, der das erledigt. Ertugrul Yigit zieht mitten in der Pressekonferenz ...

... seinen Pullover aus und präsentiert darunter ein T-Shirt mit der Aufschrift "Freiheit für Journalisten in der Türkei". Sicherheitskräfte bringen den regierungskritischen Autor nach draußen. Später heißt es, ...

... weder im Bundestag noch im Kanzleramt seien "Demonstrationen oder Kundgebungen politischer Anliegen" gestattet. Noch am gleichen Tag kommt es beim Staatsbankett im Schloss Bellevue ...

... zum nächsten "Aufreger". Bei der Begrüßung der Gäste schüttelt auch der Grünen-Politiker Cem Özdemir dem türkischen Präsidenten die Hand. Der sagte Erdogan nach eigenen Angaben, ...

... er hoffe, "dass es nachher noch eine Gesprächsmöglichkeit gibt. Und ich bedauere, dass von dem früheren Erdogan nichts mehr übrig ist." Der Staatschef reagierte kühl und wandte sich gleich dem nächsten Gast zu. Nachdem sich Steinmeier in seiner Rede ...

... für die Freilassung von inhaftierten deutschen Staatsangehörigen, aber auch türkischen Journalisten stark macht, ...

... platzt Erdogan der Kragen. Der Präsident beklagt, dass die Bundesrepublik Personen aufnehme und nicht ausliefere, die in der Türkei als Terroristen verfolgt würden. Der Vorwurf ist nicht neu - und er erhebt ...

... ihn noch einmal, als er einen Tag später die Ditib-Moschee in Köln eröffnet. Anhänger der Gülen-Bewegung, sagt Erdogan, dürften in Deutschland "keinen Unterschlupf finden". Zahlreiche Anhänger ...

... jubeln ihm bei seiner Rede zu. "Es war ein erfolgreicher Besuch", sagt der Präsident zu Beginn. Man habe besprochen, wie man "effektiv gegen Rassismus und Islamophobie ankämpfen" könne. Auch die Eröffnung der Moschee ...

... wird von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet. Die Ditib-Moschee wurde im Vorfeld des Besuchs von der Polizei weiträumig abgeriegelt, ...

... auf dem Dach des Gebäudes sichern Scharfschützen den reibungslosen Ablauf der Eröffnung. Auf der Gästeliste stehen allerdings keine Vertreter Kölns - denn ...

... Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagt ihre Teilnahme im Vorhinein ab. Sie hatte eigentlich eine Rede halten wollen, ...

... was ihr aber nicht ausdrücklich gestattet wurde. So bleibt es am Ende bei einem kurzen Treffen mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, ...

... der ebenfalls die Rechtssaatlichkeit in der Türkei anmahnt. Der Protest gegen den Präsidenten bleibt in Köln dennoch weit unter den Erwartungen. Mit 10.000 Menschen hatten die Veranstalter gerechnet - ...

... am Ende sind es rund 2000. Als Erdogan seinen Besuch am Abend beendet, ...

... hinterlässt er begeisterte Anhänger, ...

... reichlich verplombte Gullys und ...

... viele Erwartungen an die deutsch-türkische "strategische Freundschaft". (jug)

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