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Samstag, 05. Mai 2018

Kult zum 200. Geburtstag: Geldverdienen mit Karl Marx

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Trier ist im Karl-Marx-Fieber. Der weltbekannte Sohn der rheinland-pfälzischen Stadt wird 200 Jahre alt. (Foto: dpa)

Trier ist im Karl-Marx-Fieber. Der weltbekannte Sohn der rheinland-pfälzischen Stadt wird 200 Jahre alt.

Trier ist im Karl-Marx-Fieber. Der weltbekannte Sohn der rheinland-pfälzischen Stadt wird 200 Jahre alt.

Der entfachte Kult um den Philosophen und Ökonomen nimmt mitunter kitschige Züge an.

So wird es vielleicht Liebhaber geben, die sich eine Marx-Badeente zulegen.

Marx-Kühlschrankmagneten dürfen im Sortiment natürlich auch nicht fehlen. Viele Menschen wollen aus dem berühmten Mann Kapital schlagen.

Kurzum: Mit Marx wird in diesen Tagen kräftig Geld verdient.

Mit Marx wird in Trier sogar der Straßenverkehr geregelt.

Dabei beschäftigte sich der am 5. Mai 1818 geborene Karl Marx mehr mit ökonomischen Prozessen und deren Auswirkungen auf die Menschen. Politisch wollte er ein Ende der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.

Eines seiner Hauptwerke ist "Das Kapital", das aus drei Bänden besteht. Der erste erschien 1867, die anderen beiden nach Marx' Tod 1885 beziehungsweise 1894. Diese Briefmarke wurde 1967 in der Sowjetunion herausgegeben.

1848 verfasste Marx gemeinsam mit seinem Freund Friedrich Engels das Kommunistische Manifest. Es beginnt mit dem bekannten Satz "Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus".

247 internationale Leihausgaben des Manifests liegen im Rheinischen Landesmuseum in Trier auf einem Tisch.

Sie sind Bestandteil einer Landesausstellung, die dort bis zum 21. Oktober 2018 geöffnet hat.

Der Vordenker war auch bei den Demonstrationen zum 1. Mai allgegenwärtig. Hier wird sein Konterfei auf dem Londoner Trafalgar Square hochgehalten.

In Hamburg ziehen Teilnehmer der DGB-Kundgebung auf dem Platz vor dem Museum der Arbeit an einer aufblasbaren, überdimensionalen Marx-Büste vorbei.

Auch im pakistanischen Karachi hat Marx seine Anhänger.

Sri Lankas Sozialisten preisen in der Hauptstadt Colombo nicht nur Marx, sondern auch Engels und den russischen Revolutionär Lenin.

Aber Marx bedeutet nicht nur Revolution. Hier stehen Bierkästen in Lagerräumen der "Marx Chemnitzer Bier GmbH". Chemnitz hieß zu DDR-Zeiten Karl-Marx-Stadt.

Nicolle Schwabe ist die Geschäftsführerin des Unternehmens, das anlässlich des Marx-Jubiläums mit dem Pils punkten will. Das Marx-Bier konkurriert allein in Sachsen mit mehr als 300 anderen Sorten.

Das Karl-Marx-Monument in Chemnitz. Es ist eine 7,1 Meter (mit Sockel über 13 Meter) hohe und ungefähr 40 Tonnen schwere Plastik. Es ist das bekannteste Wahrzeichen der sächsischen Stadt und hat den lokalen Spitznamen "Dor Nischl" ("Der Kopf").

Es gibt natürlich auch eine mit dem "Nischl" bedruckte Tasse. Immerhin trug Chemnitz 37 Jahre lang den Namen Karl-Marx-Stadt.

1994 trat Gregor Gysi auf einer Wahlkampfveranstaltung seiner PDS vor dem Marx-Monument auf.

Auch die Stadt Trier hat eine Marx-Statue. Ihrer Aufstellung ging eine monatelange Debatte voraus.

Die 2,3 Tonnen schwere und 4,40 Meter große Statue ist ein Geschenk der Volksrepublik China. Geschaffen wurde sie vom Künstler Wu Weishan.

Auch die Karl-Marx-Darsteller Michael Thielen (l.) und Henning Laufer dürfen nicht fehlen. Sie freuen sich über die Statue. Viele Trierer Bürger sind allerdings skeptisch. Sie befürchten unter anderem Pilgerscharen aus China.

Kunsthistoriker Peter Pfister von der Friedrich-Ebert-Stiftung hinter einem Lesesessel von Karl Marx in dessen Trierer Geburtshaus. Die Stiftung hatte diesen Sessel im Jahr 2014 von den Nachfahrinnen des Philosophen erworben.

Streit gibt es auch über das Marx-Engels-Forum in Berlins Mitte (Bild von 2010). Wegen Bauarbeiten zur Verlängerung der U-Bahnlinie 5 wurde das Denkmal an die Liebknechtbrücke versetzt.

Die Gestaltung des Geländes auf dem Areal des Marienviertels ist noch in der Diskussion. Der ehemalige Bundesbauminister Peter Ramsauer wollte das Denkmal auf den Gedenkfriedhof der Sozialisten im Ost-Stadtteil Friedrichsfelde versetzen lassen. Dieser Vorschlag sorgte für Empörung.

Einen anderen Stellenwert hat Karl Marx in der Volksrepublik China. Die allein regierende Kommunistische Partei Chinas führt eine Gedenkveranstaltung anlässlich seines 200. Geburtstages durch.

Parteichef Xi Jinping, gleichzeitig Chinas Staatsoberhaupt, würdigt Marx als großen Theoretiker.

Auch in der Wirtschaftsmetropole Schanghai sind Marx und Engels allgegenwärtig. Dieses Monument wurde in einem Parkt der Millionenstadt errichtet.

Karl Marx starb am 14. März 1883 in London. Sein Grab ist auf dem Highgate-Friedhof in der britischen Hauptstadt.

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