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Freitag, 07. September 2018

Angst in der Rebellenhochburg: Idlib rüstet sich für Assads letzte Schlacht

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Die Bewohner der syrischen Provinz Idlib bereiten sich auf den Fall der Fälle vor. (Foto: REUTERS)

Die Bewohner der syrischen Provinz Idlib bereiten sich auf den Fall der Fälle vor.

Die Bewohner der syrischen Provinz Idlib bereiten sich auf den Fall der Fälle vor.

Mit selbstgebastelten Gasmasken, ...

... und kärglichen Essensvorräten ...

... wappnen sie sich in provisorischen Bunkern für die letzte große Schlacht in Syrien: ...

... den Großangriff auf ihre Provinz.

Syriens Machthaber Baschar al-Assad bereitet sich seit Langem darauf vor, die letzte verbliebene Rebellenhochburg in seinem Land zurückzuerobern. Dabei kann er auf die Unterstützung Russlands zählen. Dessen Außenminister Sergej Lawrow sagte erst kürzlich, in Idlib hätten sich Terroristen versammelt. Diese "Eiterbeule" müsse liquidiert werden.

Tatsächlich zogen sich in den vergangenen Monaten und Jahren viele Rebellen, die aus anderen Gegenden vertrieben wurden, nach Idlib zurück.

Neben anderen Kämpfern sitzen hier auch Milizionäre der HTA ("Organisation für die Befreiung Groß-Syriens"), früher bekannt unter dem Namen Al-Nusra-Front. Die bewaffnete Gruppe gilt als Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, auch wenn sie sich von diesem offiziell losgesagt hat.

Auch Hunderttausende Zivilisten flüchteten in die Region.

Laut UN leben inzwischen fast 3 Millionen Menschen in Idlib.

Schon jetzt ist die Not groß.

"Das Gebiet ist völlig überfüllt", sagt Alaa Walai, Chef der syrischen Hilfsorganisation SAR.

"Die Familien leben überall, unter Bäumen, in Garagen oder halbfertigen Häusern. Alle zwei Kilometer gibt es eine informelle Siedlung."

Für die Bewohner Idlibs stellt sich nun die Frage: Wohin sollen sie sich noch retten, wenn es zur großen Schlacht kommt?

Viele sind bereits aus Assads Herrschaftsgebiet geflohen und wollen unter keinen Umständen dorthin zurückkehren.

Die Türkei hat ihre Grenzen geschlossen. Das einzige Rückzugsgebiet, das noch in Frage kommt, liegt im Norden und steht unter der Kontrolle Ankaras und protürkischer Rebellen.

Doch auch diese Region kann nicht Hunderttausende Flüchtlinge aufnehmen, ...

... wenn das Bombardement demnächst zunehmen sollte ...

... und Russland und Assads Regime mit vereinten Kräften eine Offensive starten.

Für viele Einwohner gibt es deshalb keine Alternative. Sie sitzen in der Falle und müssen sich mit völlig unzulänglichen Mitteln auf die Angriffe und eine mögliche Belagerung vorbereiten.

Doch richtig aussichtsreich scheint das nicht zu sein.

Viele Helfer fürchten daher eine humanitäre Katastrophe, die schlimmer sein könnte als alle bisherigen Krisen in Syrien.

Und viele Rebellen scheinen entschlossen, bis zum letzten Atemzug zu kämpfen. Der Sprecher des Rebellenbündnisses Nationale Befreiungsfront jedenfalls schließt Abkommen - wie im Süden Syriens - über eine freiwillige Übergabe von Gebieten an die Regierung kategorisch aus.

Dem Regime und den Russen sei nicht zu trauen, sagt Nadschi Mustafa der Deutschen Presse Agentur.

"Für uns ist es ein Schicksalskampf."

Er glaubt: Gäbe die Opposition auf, würden ihre Kämpfer und unzählige Zivilisten in Assads Folterkellern landen. Und niemand würde je wieder etwas von ihnen hören.

"Wir haben keine Wahl: Entweder kämpfe ich und sterbe. Oder ich gebe auf und sterbe. ...

... Das Schicksal ist dasselbe: der Tod."

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