40 Jahre Führer der Revolution: Muammar al-Gaddafi
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Tony Blair besuchte ihn 2004, ...Bild 1 von 56 | Foto: REUTERS... kurz darauf kam Gerhard Schröder zu Besuch ins Beduinenzelt.Bild 2 von 56 | Foto: picture-alliance / dpa/dpawebAuch der damalige französische Staatschef Jacques Chirac ließ sich noch im selben Jahr in Libyen blicken.Bild 3 von 56 | Foto: REUTERSUnd für Russland ist Libyen schon lange ein attraktiver Geschäftspartner: Moskau erließ dem nordafrikanischen Land 2008 Schulden in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar, im Gegenzug wurden milliardenschwere Verträge für russische Firmen abgeschlossen.Bild 4 von 56 | Foto: REUTERSZuletzt lobte Silvio Berlusconi ihn in den höchsten Tönen beim Staatsbesuch in Italien; in der Zusammenarbeit mit Libyen erhofft er sich eine Eindämmung der Einwanderung nach Italien.Bild 5 von 56 | Foto: REUTERSMuammar al-Gaddafi wird von vielen Staatschefs und Investoren umworben.Bild 6 von 56 | Foto: REUTERSDer Grund ist nicht nur, dass Libyen wegen seines Ölreichtums zu den wohlhabendsten Nationen Nordafrikas gehört.Bild 7 von 56 | Foto: picture-alliance/ dpaAuch bietet sich Gaddafi dem Westen mittlerweile als Partner im Kampf gegen den Terrorismus an, ...Bild 8 von 56 | Foto: REUTERS... und als Bollwerk gegen Migranten, die aus afrikanischen Ländern über Libyen nach Europa kommen wollen.Bild 9 von 56 | Foto: picture-alliance/ dpaEr selbst bezeichnet sich gerne als "König von Afrika". Irgendwie passend also, dass er Anfang 2009 zum Vorsitzenden der Afrikanischen Union gewählt wurde.Bild 10 von 56 | Foto: REUTERSWo er hinkommt, sorgt er für Aufsehen - der libysche Machthaber stiehlt jedem die Show. Seine Outfits trägt der Beduine in jeder erdenklichen Farbe.Bild 11 von 56 | Foto: REUTERSOb rot, ...Bild 12 von 56 | Foto: REUTERS... gelb, ...Bild 13 von 56 | Foto: REUTERS... blau, ...Bild 14 von 56 | Foto: REUTERS... oder lila - er sorgt dafür, dass niemand ihn übersieht.Bild 15 von 56 Aber nicht nur durch seine Kleidung fällt der Revolutionsführer auf, sondern auch durch seine etwas exzentrischen Angewohnheiten.Bild 16 von 56 | Foto: REUTERSAuf Reisen ist zum Beispiel immer sein Zelt mit dabei. Gaddafi lässt sich nicht von Luxushotels locken und besteht darauf, in seinem eigenen Beduinenzelt schlafen zu dürfen.Bild 17 von 56 Da wird dann auch schon mal im Garten des Kreml in Moskau gegrillt. Natürlich immer bewacht ...Bild 18 von 56 | Foto: REUTERS... von seinen Leibwächterinnen. Und manchmal reist auch ein weibliches ...Bild 19 von 56 | Foto: FRANCE... Kamel mit, damit es zum Frühstück frische Stutenmilch gibt.Bild 20 von 56 | Foto: REUTERSDoch so amüsant sein Auftreten auch scheinen mag und so begehrt er offenbar zurzeit ist: Muammad al-Gaddafi war nicht immer so beliebt.Bild 21 von 56 | Foto: REUTERSErst in den letzten Jahren haben sich die Beziehungen zwischen Libyen und den Vereinten Nationen entspannt.Bild 22 von 56 | Foto: REUTERJahrzehntelang war Libyen wegen seiner Unterstützung des internationalen Terrorismus isoliert, die USA sprachen lange von einem "Schurkenstaat", und Libyen stand auf der US-Terrorliste.Bild 23 von 56 | Foto: REUTERWarum? Wir blicken zurück.Bild 24 von 56 Am 1. September 1969 führt Muammar al-Gaddafi in Libyen einen erfolgreichen und unblutigen Militärputsch durch. Schon bei dieser Aktion wird die exzentrische Natur des Revolutionsführers deutlich: Er fährt mit solch einem babyblauen VW-Käfer vor dem Schloss des Königs vor...Bild 25 von 56 ... und erklärt den Monarchen Idris Al-Sanussi (im Bild), der zu dieser Zeit aus gesundheitlichen Gründen im Ausland war, kurzerhand für abgesetzt. Libyen deklariert er zur "islamischen Republik". Von diesem Zeitpunkt an liegt die Macht im Land in den Händen Gaddafis: Er ernennt sich zum Staatsoberhaupt und bezeichnet sich fortan als "Revolutionsführer".Bild 26 von 56 | Foto: ASSOCIATED PRESSGaddafi beginnt in den Folgejahren, Libyen in einen sozialistischen Staat umzuwandeln. Größere Privatunternehmen enteignet er, Ausländer verweist er des Landes. (Im Bild: Gaddafi 1970 in Tripolis.)Bild 27 von 56 | Foto: ASSOCIATED PRESSWie auch sein großes Vorbild, der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser (im Bild), bemüht er sich um eine Union aller arabischen Staaten. Schon Anfang der 70er Jahre strebt er eine Staatsunion mit Ägypten und Syrien, später auch mit Tunesien an. Die Projekte scheitern - nicht zuletzt an Gaddafis Führungsanspruch.Bild 28 von 56 | Foto: ASSOCIATED PRESSDer Revolutionsführer schafft eine Art "islamischen Sozialismus". Alleinige Quelle des Rechts im libyschen Staat ist bis heute der Koran.Bild 29 von 56 | Foto: picture-alliance/ dpaWeil der Libyer den nördlichen Wüstenstreifen des Tschad beansprucht, marschieren 1977 libysche Truppen über die Grenze.Bild 30 von 56 | Foto: APTrotz eines Waffenstillstandes, den die beiden Länder 1987 vereinbaren, ziehen sich Gaddafis Soldaten erst 1994 aus dem Tschad zurück.Bild 31 von 56 | Foto: AP1979, zehn Jahre nach dem Putsch, tritt Muammar al-Gaddafi von allen seinen Staatsämtern zurück. Offiziell übernimmt nun eine so genannte "Allgemeine Volkskonferenz" die Legislative im Land.Bild 32 von 56 | Foto: ASSOCIATED PRESSDer eigentliche Machthaber bleibt aber der Revolutionsführer.Bild 33 von 56 | Foto: REUTERSGaddafi führt sein Land nach und nach immer mehr in die außenpolitische Isolation. Libyen wird vor allem in den 80er und 90er Jahren immer wieder verdächtigt, an Terroranschlägen beteiligt gewesen zu sein.Bild 34 von 56 | Foto: picture-alliance/ dpaNach einer Attentatsserie, unter anderem auf die Berliner Diskothek "La Belle" im Jahr 1984, ...Bild 35 von 56 | Foto: picture-alliance / dpa... verhängen die USA unter ihrem damaligen Präsidenten Ronald Reagan 1986 einen Wirtschaftsboykott gegen das nordafrikanische Land. Aber nicht nur das.Bild 36 von 56 | Foto: ReutersDie Vereinigten Staaten fliegen Vergeltungsschläge und bombardieren mutmaßliche Wohnsitze Gaddafis in Tripolis und Banghazi. Dabei stirbt Gaddafis Adoptivtochter ...Bild 37 von 56 | Foto: AP... im damaligen Präsidentenpalast. Noch heute ist die Ruine als Erinnerung an das Bombardement in Tripolis zu sehen.Bild 38 von 56 | Foto: ASSOCIATED PRESS1988 explodiert ein Flugzeug der PanAm über dem schottischen Lockerbie. Dabei kommen 270 Menschen ums Leben; die Spuren führen zu Gaddafis Geheimdienst.Bild 39 von 56 | Foto: REUTERSAuf Druck der USA schließen sich die Vereinten Nationen 1992 dem Wirtschaftsboykott an. Trotz reicher Erdölvorkommen leidet das Land sehr unter den Sanktionen.Bild 40 von 56 | Foto: picture-alliance/ dpaGaddafi gilt als Terrorist. Die Beziehungen zum Westen sind zerrüttet.Bild 41 von 56 | Foto: REUTERSEnde der 90er Jahre allerdings beginnt Libyen sich um eine Verbesserung des Verhältnisses zu bemühen. 1999 liefert Gaddafi zwei Tatverdächtige des Lockerbie-Attentates aus; die UN stellen daraufhin ihre Sanktionen wieder ein.Bild 42 von 56 Im Jahr 2000 vermittelt Libyen erfolgreich bei einer Geiselnahme durch islamische Terroristen auf den Philippinen (im Bild Gaddafis Sohn Saif al-Islam Gaddafi), wodurch auch westliche Gefangene freikommen.Bild 43 von 56 | Foto: picture-alliance/ dpaNach den Terroranschlägen am 11. September 2001 distanziert sich Gaddafi öffentlich von Al-Kaida und verurteilt die Anschläge. Der Grund ist offensichtlich: In der Zeit nach dem 11. September ist es nicht gerade ratsam, ins Visier der USA zu geraten.Bild 44 von 56 | Foto: REUTERSZunehmend bemüht sich Libyen nun um Anerkennung und vollzieht eine 180-Grad-Wende in der Außenpolitik.Bild 45 von 56 | Foto: REUTERSIm Dezember 2003 verkündet Gaddafi, dass Libyen Massenvernichtungswaffen entwickeln wollte.Bild 46 von 56 | Foto: ASSOCIATED PRESSGleichzeitig erklärt er den Stopp des Programms - und sammelt jede Menge Bonuspunkte im Westen.Bild 47 von 56 Zudem übernimmt Gaddafi nun die Verantwortung für den Lockerbie-Anschlag von 1988 und verspricht hohe Entschädigungszahlungen an die Hinterbliebenen der Opfer. Nun werden auch die restlichen Embargomaßnahmen gegen das Land aufgehoben.Bild 48 von 56 | Foto: REUTERSDie Isolation ist gebrochen.Bild 49 von 56 | Foto: REUTERSDoch trotz aller Offenheit gegenüber dem Westen ist die Lage in Libyen selbst alles andere als "westlich". Menschenrechte im eigenen Land sind ein Fremdwort für Gaddafi. Jeder politische Widerstand wird im Keim erstickt ...Bild 50 von 56 | Foto: ASSOCIATED PRESS... und Häftlinge werden jahrelang ohne Anklage fesgehalten. Nach Angaben von Amnesty International, die 2004 erstmals wieder in Gefängnisse im Land durften, sind die Haftbedingungen katastrophal: Viele sitzen dort ohne Kontakt zur Außenwelt, oft gelten sie für ihre Angehörigen einfach als "vermisst".Bild 51 von 56 | Foto: picture-alliance/ dpaEhemalige Insassen berichten von täglichen Elektroschocks, Schlägen und abgerichteten Hunden, die sie zu Geständissen zwingen sollten. Es verwundert also nicht, dass die Libyer Angst vor den eigenen "Sicherheitskräften" haben.Bild 52 von 56 | Foto: REUTERSDie augenscheinliche Rehabilitierung des Revolutionsführers ist also durchaus kritisch zu betrachten. Er war, ist und bleibt ein Diktator, der sein Land auch gnadenlos als solcher führt.Bild 53 von 56 | Foto: REUTERSVor allem die Zusammenarbeit Libyens mit Europa in der Flüchtlingspolitik sollte angesichts der unmenschlichen Zustände in dem nordafrikanischen Land zu Denken geben. So kann man am Ende über Gaddafi nur sagen: ...Bild 54 von 56 | Foto: REUTERS... Man weiß nicht so recht, ...Bild 55 von 56 ... was man von ihm halten soll. (Text: Fabian Maysenhölder)Bild 56 von 56 | Foto: REUTERS