Der Mauerbau: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten"
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01.11 Uhr. Der Ostberliner Rundfunk ...Bild 1 von 76 ... unterbricht seine "Melodien zur Nacht" für eine Sondermeldung.Bild 2 von 76 In den frühen Morgenstunden des 13. August 1961 wird unter Aufsicht von Volkspolizei und Nationaler Volksarmee die Sektorengrenze nach West-Berlin abgeriegelt. Die "Aktion Rose" läuft an.Bild 3 von 76 Straßen werden aufgerissen, Panzersperren und Stacheldrahtverhaue errichtet. An vielen Orten in und um Berlin das gleiche Szenario. Langsam entsteht die Mauer und teilt die über Generationen gewachsene Stadt in zwei Teile.Bild 4 von 76 Die Erlaubnis zur Einmauerung Westberlins hat die DDR-Regierung zuvor durch die UdSSR erhalten. Die in der DDR stationierten sowjetischen Truppen helfen mit, die Errichtung des "antifaschistischen Schutzwalls" zu sichern. (Bild: Neukölln, 23. August 1961)Bild 5 von 76 Die Bevölkerung in Ost- und Westdeutschland ist schockiert, doch aufmerksame Beobachter kann die Aktion kaum überraschen (Bild: 18. August 1961).Bild 6 von 76 Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist Berlin Brennpunkt des Ost-West-Konflikts (Bild: 9. Mai 1945).Bild 7 von 76 Nach 1945 wird Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt, die von den Alliierten kontrolliert und verwaltet werden. Berlin als ehemalige Hauptstadt des Reiches wird in vier Sektoren geteilt.Bild 8 von 76 Die drei Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich fördern in ihren Zonen den Aufbau einer parlamentarischen Demokratie (Bild: Konrad Adenauer, während der Stimmzählung für die Abstimmung über das westdeutsche Grundgesetz, 8. Mai 1949).Bild 9 von 76 Die Sowjetunion bereitet den Boden für die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) zum Ausbau einer kommunistischen Diktatur (Bild: Der sowjetische Diktator Josef Stalin).Bild 10 von 76 Als Reaktion auf die Währungsreform in den Westzonen und im westlichen Sektor Berlins kommt es zur Berlin-Blockade vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 durch die Sowjetunion. Die Bevölkerung wird durch "Rosinenbomber" über die Berliner Luftbrücke versorgt.Bild 11 von 76 1949 werden zwei deutsche Staaten gegründet: Die Bundesrepublik Deutschland (Bild: Adenauer wird am 20. September 1949 als erster Kanzler der Bundesrepublik Deutschland vereidigt) und die Deutsche Demokratische Republik.Bild 12 von 76 1949 werden zwei deutsche Staaten gegründet: Die Bundesrepublik Deutschland (Bild: Adenauer wird am 20. September 1949 als erster Kanzler der Bundesrepublik Deutschland vereidigt) und die Deutsche Demokratische Republik.Bild 13 von 76 Die innerdeutschen Grenzen werden stetig ausgebaut. Allein die schwer zu bewachende Sektorengrenze zwischen Ost- und Westberlin bleibt offen (Bild: Ehemaliger Grenzkontrollpunkt Marienborn, die ostdeutsche Nachbargemeinde zu Helmstedt).Bild 14 von 76 Am 17. Juni 1953 kommt es in der DDR zu einer großen Streik-, Demonstrations- und Protestwelle (Bild: Stalinallee, seit 1961 Karl-Marx-Allee, am 17. Juni 1953).Bild 15 von 76 Eine schwere politische Krise erlebt Westberlin 1958. Der sowjetische KP-Chef Nikita Chruschtschow fordert, binnen eines halben Jahres Berlin in eine entmilitarisierte "Freie Stadt" umzuwandeln.Bild 16 von 76 Hinter der Forderung steht der Gedanke, die Westhälfte Berlins in den sowjetischen Machtbereich einzugliedern. Das Ultimatum verstreicht jedoch (Bild: Kriegsende 1945, Soldat hisst auf dem Brandenburger Tor die sowjetische Fahne).Bild 17 von 76 Etwa 2,6 Millionen Menschen, darunter viele gut ausgebildete junge Leute, verlassen bis 1961 die DDR und Ostberlin. Die Auswanderung bedroht zunehmend die Wirtschaftskraft und den Bestand des Staates insgesamt. (Bild: 14. August 1961, Notaufnahmelager Marienfelde).Bild 18 von 76 Die Mauer soll der so genannten "Abstimmung mit Füßen", weg aus dem "Sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat" durch Abriegelung der Grenzen Einhalt gebieten (Bild: Januar 1962).Bild 19 von 76 SED-Chef Walter Ulbricht hatte in den vergangenen Monaten heftig bei Chruschtschow insistiert und ihn schließlich überzeugen können, dass nur die Abriegelung von Westberlin ein "Ausbluten" der DDR verhindern könne (Bild: Ulbricht und Chruschtschow 1960).Bild 20 von 76 Noch am 15. Juni 1961 hatte Ulbricht auf einer internationalen Pressekonferenz auf die Frage einer westdeutschen Journalistin etwas ganz anderes geantwortet: ...Bild 21 von 76 "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!"Bild 22 von 76 Die Aktion, die in der Nacht vom 12. zum 13. August 1961 beginnt, ist generalstabsmäßig geplant (Bild: Chausseestraße 20. August 1961).Bild 23 von 76 Sie wird geleitet von einem im Westen bis dahin kaum bekannten SED-Funktionär: Erich Honecker.Bild 24 von 76 Die Sperranlagen schneiden über 50.000 Ostberliner von ihren Arbeitsplätzen im Westen ab (Bild: 30. September 1961).Bild 25 von 76 Familien werden auseinandergerissen (Bild: 13. August 1961), ...Bild 26 von 76 ... Freunde getrennt (Bild: Bernauer Straße, 23. August 1961).Bild 27 von 76 Menschen müssen grenznahe Bezirke verlassen und umziehen (Bild: 26. September 1961).Bild 28 von 76 Das Verkehrsnetz wird zerschnitten (Bild: 28. August 1961).Bild 29 von 76 Die Zahl der Grenzübergangsstellen zwischen beiden Stadthälften wird auf sieben reduziert (Bild: Friedrichstraße, 24. August 1961).Bild 30 von 76 Bekanntester Grenzübergang ist der "Checkpoint Charlie", der den sowjetischen mit dem US-amerikanischen Sektor sowie die Berliner Bezirke Mitte (Ost) und Kreuzberg (West) verbindet (Bild: Oktober 1964).Bild 31 von 76 Die Mauer verläuft quer durch die Stadt. Bereits seit 1951 war es Westberlinern nicht mehr ohne weiteres erlaubt, in den Ostsektor zu fahren.Bild 32 von 76 In letzter Minute versuchen Menschen in den Tagen des Mauerbaus zu flüchten. Insgesamt gibt es 216 gelungene Versuche von 400 Menschen (Bild: 13. August 1961).Bild 33 von 76 Bis zum September 1961 desertieren allein von den eingesetzten Sicherungskräften 85 Mann nach Westberlin. Das Foto des jungen Grenzpolizisten Conrad Schumann beim Sprung über den Stacheldraht an der Bernauer Straße geht um die Welt (Bild: 15. August 1961).Bild 34 von 76 Immer wieder gibt es bis zum Fall der Mauer im Jahr 1989 Fluchtversuche (Bild vom 1. Februar 1962)Bild 35 von 76 Für das SED-Regime ist jeder, der über die Grenze möchte, ein Verbrecher. Auf ihn darf geschossen werden (Bild: Sebastianstraße, Kreuzberg).Bild 36 von 76 Tiefe Betroffenheit und Unverständnis löst der Tod Peter Fechters knapp ein Jahr nach Errichtung der Mauer aus. Bei einem Fluchtversuch wird der 18-Jährige am 17. August 1962 von Volkspolizisten niedergeschossen.Bild 37 von 76 Länger als 50 Minuten liegt er blutend am Grenzstreifen, bevor er geborgen wird.Bild 38 von 76 Mehr als 125 Menschen sterben bei Fluchtversuchen.Bild 39 von 76 Bundeskanzler Adenauer ruft die Menschen noch am 13. August zur Ruhe auf und versucht, die aufgebrachte Bevölkerung zu beschwichtigen. Er rät, weiter auf die Hilfe und Unterstützung der Alliierten zu vertrauen.Bild 40 von 76 Nach Berlin fährt er allerdings erst am 22. August, da er sich im Wahlkampf befindet. Angesichts der dramatischen Lage löst dies allgemeines Unverständnis aus (Bild: 22. August 1961).Bild 41 von 76 Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, protestiert heftig. Umgehend setzt er sich mit den westlichen Stadtkommandanten in Verbindung und will wissen, was sie zu tun gedenken. Er trifft auf Ratlosigkeit.Bild 42 von 76 Immerhin gelingt es ihm, Patrouillen an die Sektorengrenzen schicken zu lassen, um den Westberlinern ein Gefühl von Sicherheit zu geben (Bild: November 1961).Bild 43 von 76 Die Proteste in Westberlin nehmen nicht ab (Bild: 13. August 1961).Bild 44 von 76 Willy Brandt bezieht Stellung.Bild 45 von 76 Die Westberliner fühlen sich im Stich gelassen.Bild 46 von 76 Die "Bild"-Zeitung titelt am 16. August: "Der Westen tut nichts!"Bild 47 von 76 Seit der Berlin-Blockade ist die Stellung Westberlins in den Augen der Westalliierten immer gefährdet. Im Mauerbau manifestiert sich für sie lediglich der Status quo. Es scheint, als gäbe die Sowjetunion die Forderung nach einer entmilitarisierten "Freien Stadt" nun ganz auf.Bild 48 von 76 US-Präsident John F. Kennedy zeigt sich erleichtert, dass Chruschtschow mit dem Mauerbau anscheinend seine Ansprüche auf Westberlin zurückstellt. Die Mauer sei keine "angenehme Lösung, aber verdammt noch mal besser als ein Krieg".Bild 49 von 76 Obwohl die Westmächte schon vorzeitig über den beabsichtigten Bau einer Mauer informiert worden waren, sind sie bereit, die sowjetische Machtsphäre zu akzeptieren (Bild: 26. Mai 1962).Bild 50 von 76 1.500 GIs werden zur Verstärkung der US-Garnison nach Berlin geschickt. Doch es bleibt bei verbalen Protesten. Immerhin besuchen der US-amerikanische Vizepräsident Lyndon B. Johnson ...Bild 51 von 76 ... und General Lucius D. Clay, der in der Stadt als Organisator der Luftbrücke von 1948/49 noch in guter Erinnerung ist, Berlin. Er gilt als Vertreter einer unnachgiebigen Haltung gegenüber der Sowjetunion und soll die Bevölkerung beruhigen.Bild 52 von 76 Die Welt hält den Atem an, als sich im Oktober 1961 für kurze Zeit sowjetische und US-amerikanische Panzer am "Checkpoint Charlie" gegenüber stehen. Auslöser war der Versuch der SED-Führung, alliiertes Recht der Westmächte in Berlin einzuschränken.Bild 53 von 76 Diese zweite Berlin-Krise ist einer der Höhepunkte des Kalten Krieges, den die USA und die Sowjetunion von 1945 bis 1990 mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, aber immer unterhalb der Schwelle eines offenen, direkten Krieges austrugen.Bild 54 von 76 Trotz heftiger Proteste verteidigt die Regierung der DDR den Mauerbau: Er sei nötig gewesen, um dem "Treiben der westdeutschen Revanchisten und Militaristen" einen Riegel vorzuschieben (Bild: 3. November 1961).Bild 55 von 76 Der "Zementierung" der deutschen Teilung kann nichts entgegengesetzt werden (Bild: 9. September 1961).Bild 56 von 76 Das Brandenburger Tor direkt an der Mauergrenze wird zum traurigen Symbol des Kalten Krieges (Bild: November 1961) ...Bild 57 von 76 ... und bleibt es jahrelang (Bild: 1989).Bild 58 von 76 In den folgenden Jahren werden die Grenzen weiter ausgebaut.Bild 59 von 76 Die Fronten verhärten sich.Bild 60 von 76 Erst das Passierscheinabkommen von 1963 macht die Mauer ein wenig durchlässiger. Westberlinern ist es nun erlaubt, zumindest am Jahresende im Osten ihre Verwandten zu besuchen.Bild 61 von 76 Am 26. Juni 1963 kommt John F. Kennedy anlässlich des 15. Jahrestags der Berliner Luftbrücke nach Berlin.Bild 62 von 76 Es ist der erste Besuch des US-Präsidenten nach dem Mauerbau.Bild 63 von 76 Sein Ziel ist es, seine Solidarität mit den Menschen von Westberlin zum Ausdruck zu bringen.Bild 64 von 76 Vor dem Rathaus in Schöneberg spricht er die berühmt gewordenen Worte: ...Bild 65 von 76 "Ich bin ein Berliner!"Bild 66 von 76 Ab Anfang der 70er Jahre wird mit der durch Willy Brandt und Erich Honecker eingeleiteten Politik der Annäherung die Grenze zwischen den beiden Staaten durchlässiger. Einreiseerleichterungen in die DDR werden gewährt.Bild 67 von 76 Am 12. Juni 1987 fordert US-Präsident Ronald Reagan anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins vom Präsidenten der Sowjetunion, Michail Gorbatschow: ...Bild 68 von 76 "Öffnen Sie dieses Tor!"Bild 69 von 76 Die wirtschaftliche Lage in der DDR verschlechtert sich zunehmend.Bild 70 von 76 Friedliche Massendemonstrationen und Ausreiseforderungen in der gesamten DDR führen schließlich zur Öffnung der Mauer.Bild 71 von 76 Nach mehr als 28 Jahren fällt die Mauer in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989.Bild 72 von 76 Der Grenzübergang Bornholmer Straße in Berlin ist der erste, der geöffnet wird.Bild 73 von 76 Der Jubel und die Freude in Ost- und Westberlin, im ganzen Land, kennt keine Grenzen.Bild 74 von 76 Seit dem 9. November 1989 ist das Brandenburger Tor Symbol für die Wiedervereinigung Deutschlands und Europas.Bild 75 von 76 Heute dient die Mauer im wesentlichen nur noch als Erinnerungsstück und als Fotomotiv für Touristen. (Vor der "East Side Gallery" in Berlin)Bild 76 von 76
Der Mauerbau"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten"