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Dienstag, 24. November 2015

Im Einsatz über Syrien: Russlands Jagdbomber Su-24

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Startvorbereitungen im russischen Luftwaffenstützpunkt bei Latakia im Nordwesten Syriens: Russische Angriffsflugzeuge vom Typ Suchoi Su-24 rollen an den Start. (Foto: imago/ITAR-TASS)

Startvorbereitungen im russischen Luftwaffenstützpunkt bei Latakia im Nordwesten Syriens: Russische Angriffsflugzeuge vom Typ Suchoi Su-24 rollen an den Start.

Startvorbereitungen im russischen Luftwaffenstützpunkt bei Latakia im Nordwesten Syriens: Russische Angriffsflugzeuge vom Typ Suchoi Su-24 rollen an den Start.

Die zweisitzigen Kampfjets bilden das Rückgrat des russischen Einsatzkontingents in Syrien.

Maschinen dieses Typs tragen die Hauptlast der russischen Bombenangriffe, mit denen ...

... Russlands Präsident Wladimir Putin im syrischen Bürgerkrieg Partei für den umstrittenen Machthaber Baschar al-Assad eingreift.

Die Auslegung als schnelles Angriffsflugzeug lässt die Su-24 aus der Sicht der Militärs für den Syrien-Einsatz besonders geeignet erscheinen.

Im Kern stammt die Konstruktion des überschallschnellen Jagdbombers noch aus den Hochzeiten des sowjetrussischen Flugzeugbaus.

Im Nato-Code trägt die Maschine den Namen "Fencer" und steht in etwa auf einer Stufe mit dem europäischen "Tornado".

Der Erstflug des zweistrahligen Jets fand in den späten 1960er-Jahren statt.

Dank der Schwenkflügelkonstruktion und der robusten Bauweise ...

... kann die Maschine auch voll beladen von kurzen Behelfspisten starten.

Mit angelegten Tragflächen können die beiden Piloten an Bord weite Strecken im Überschallbereich zurücklegen - zur Not auch im Tiefflug.

An mehreren Aufhängepunkten unter den Flügeln kann die Su-24 neben Treibstoff in Zusatztanks je nach Bauart auch mehrere Tonnen an Raketen oder ungelenkten Bomben aufnehmen.

Zur Selbstverteidigung im Operationsgebiet ist das Angriffsflugzeug mit einer Bordkanone und üblicherweise auch mit Luft/Luft-Raketen ausgestattet.

Mit welcher Bewaffnung die über dem türkisch-syrischen Grenzgebiet abgeschossene Maschine in den Einsatz gestartet war, ist noch unklar.

Sicher ist bislang nur: ...

... Zwei türkische Abfangjäger vom Typ F-16 schießen die russische Maschine im türkisch-syrischen Grenzgebiet ab. Die russischen Streitkräfte verfügen damit vor Ort nur noch über elf Su-24.

Der Zwischenfall ereignete sich in der Region zwischen der türkischen Provinz Hatay und der syrischen Provinz Latakia. Hier leben auf syrischer Seite türkischstämmige Turkmenen.

Das russische Kampfflugzeug sei trotz mehrfacher Warnung in den türkischen Luftraum eingedrungen, heißt es aus Ankara. (Im Bild ein türkischer Abfangjäger vom Typ F-16.)

Nach den Treffern der türkischen F-16-Piloten tritt aus den Tanks der Su-24 Treibstoff aus: Einen Feuerschweif hinter sich herziehend, fällt die Maschine über dem syrisch-türkischen Grenzgebiet vom Himmel.

Das türkische Militär legt Radardaten vor, die die Verletzung des Luftraums belegen sollen. (Blau = türkisch-syrische Grenze, Rot = Flugbewegungen der russischen Su-24)

Das Verteidigungsministerium in Moskau weist diese Darstellung zurück und spricht von einem "sehr ernsten Zwischenfall".

Vor der türkischen Botschaft in Moskau halten einzelne Demonstranten Schilder hoch, auf denen steht: "Die abgeschossenen Piloten kämpften gegen Terroristen, um eure und unsere Zivilisten zu beschützen."

Die beiden Piloten steigen per Schleudersitz aus der brennenden Maschine aus: Standbilder des türkischen Senders HaberTurkTV zeigen zwei Fallschirme, die über syrischem Territorium niedergehen - offenbar inmitten des von Rebellen gehaltenen Gebiets.

Die aufgegebene Su-24 stürzt jenseits der Grenze dem Erdboden entgegen.

An Bord befinden sich noch immer große Mengen an Treibstoff und wohl auch an Munition.

Im weiten Umkreis beobachten Augenzeugen am Boden den Absturz. Von türkischer Seite steigen Rettungshubschrauber auf, um die Piloten zu bergen - müssen aber vor den heftigen Kämpfe in der Region zurückweichen.

Nach Angaben syrischer Rebellen erliegt einer der beiden Piloten nach der Landung mit dem Fallschirm seinen Verletzungen. Der Verbleib des zweiten Piloten sei noch unklar, heißt es. Das russische Militär ist angeblich mit Hubschraubern in der Region im Einsatz.

Im Absturzgebiet kämpfen Anhänger der "Syrischen Turkmen-Brigade" gegen die syrische Regierung. Den Angaben dieser Gruppierung zufolge wurden die beiden Piloten noch am Fallschirm hängend vom Boden aus beschossen und getötet.

Zum Beweis legt Vize-Kommandeur Alpaslan Celik Teile eines russischen Fallschirms vor. Wer auf die hilflosen Piloten feuerte, lässt er offen.

Belastbarere Hinweise zum Verbleib der beiden Piloten liegen damit nicht vor. Das Schicksal der beiden russischen Piloten bleibt zunächst ungeklärt.

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