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Montag, 14. Mai 2018

USA verlegen ihre Botschaft: Tote und Chaos - das Blutbad mit Ansage

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Es war lange befürchtet worden, nun ist es eingetreten: (Foto: REUTERS)

Es war lange befürchtet worden, nun ist es eingetreten:

Es war lange befürchtet worden, nun ist es eingetreten:

Am 70. Jahrestag der Gründung Israels kommt es zu schweren Ausschreitungen bei Palästinenser-Protesten.

Anlass ist die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem, ...

... bei der auch Ivanka Trump, die Tochter des US-Präsidenten, anwesend ist.

Im Gazastreifen sterben viele Palästinenser bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten. Hunderte werden verletzt.

Mehrere Palästinenser werden nach Angaben der israelischen Armee bei dem Versuch getötet, an der Grenze einen Sprengsatz zu legen.

Andere Palästinenser versuchen, den Grenzzaun zu Israel zu durchschneiden.

Die israelische Armee verdoppelt die Zahl ihrer Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen.

Die Luftwaffe fliegt zudem einen Angriff auf die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas. Der Angriff habe sich gegen "fünf terroristische Ziele" in einem militärischen Ausbildungslager der Hamas im Norden des Gazastreifens gerichtet, erklärt die Armee.

Die israelische Botschaft twittert am Nachmittag: "Über 35.000 Palästinenser beteiligen sich derzeit an gewaltsamen Ausschreitungen entlang des Sicherheitszauns. ...

... Die Randalierer schleudern Brandbomben und Sprengkörper, zünden Reifen an, werfen Steine und versuchen Feuer auf israelischem Gebiet zu entzünden."

Auch im Westjordanland demonstrieren Tausende Palästinenser.

Sie tragen palästinensische und schwarze Flaggen sowie Schlüssel.

Ihre Forderung: eine Rückkehr in die Gebiete, aus denen 1948 Hunderttausende Palästinenser vertrieben wurden.

Palästinensern gilt die israelische Staatsgründung als "Nakba", als "Tag der Katastrophe".

Dass ausgerechnet 70 Jahre später auch noch die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem umzieht, erzürnt sie besonders.

US-Präsident Donald Trump hatte diesen Schritt im Dezember verkündet.

Zur großen Freude des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu.

Israel beansprucht die ganze Stadt als seine Hauptstadt.

Die Palästinenser sehen dagegen in dem 1967 von Israel eroberten Ostteil die Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

Die EU hält an der seit Jahrzehnten von der internationalen Gemeinschaft vertretenen Haltung fest.

Danach muss der Status Jerusalems zwischen Israelis und Palästinensern noch geklärt werden.

Die PLO des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas wirft Trump vor, mit der Botschaftsverlegung für "internationale Anarchie" zu sorgen.

Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri ruft seine Anhänger zum "Heiligen Krieg" auf.

In einem Video, das am Sonntagabend auf Propagandakanälen der Extremisten im Internet aufgetaucht war, sagt Al-Sawahiri, Trump habe "das wahre Gesicht der Kreuzzüge" enthüllt.

Titel des knapp fünfminütigen Videos: "Auch Tel Aviv ist das Land der Muslime".

Trump kennt indes keine Zweifel.

"Ein großer Tag für Israel!", twittert er und empfiehlt, auf seinem Lieblingssender Fox News die Botschaftseröffnung in Jerusalem live zu verfolgen.

Netanjahu spricht von einem "bewegenden Tag für das Volk Israel und den Staat Israel".

Auf Twitter bedient er sich dabei eines Bibelzitats:

"Als der Herr uns aus der Gefangenschaft nach Zion zurückkehren ließ, da war es uns, als träumten wir."

International wird der Botschaftsumzug indes scharf kritisiert. "Wir erleben eine schändliche Verletzung des internationalen Rechts und der Menschenrechte im Gazastreifen", erklärt Amnesty. "Das muss sofort aufhören."

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagt, die USA hätten ihre Rolle als Vermittler im Nahost-Konflikt eingebüßt.

Washington habe sich entschlossen, "Teil des Problems, nicht der Lösung zu sein".

Angesichts der Gewalt an der Grenze zum Gazastreifen erklärt der türkische Vizeregierungschef Bekir Bosdag, die US-Regierung sei genauso wie die israelische Regierung für das "Massaker verantwortlich".

Die Arabische Liga will am 16. Mai zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

Laut dem Vize-Generalsekretär der Regionalorganisation, Sajed Abu Ali, soll das Treffen dazu dienen, "Wege" zu erörtern, wie mit der "illegalen Entscheidung der USA" umzugehen sei.

Der niederländische Außenminister Stef Blok betrachtet den Umzug "nicht als weise Entscheidung".

"Wir bevorzugen eine Zwei-Staaten-Lösung."

Andere Staaten sehen dies allerdings anders.

So wollen nun unter anderem auch Rumänien und Tschechien mit ihren Botschaften nach Jerusalem ziehen.

Und Netanjahu zeigte sich schon vor Monaten optimistisch: Er gehe davon aus, dass künftig "alle oder die meisten europäischen Länder ihre Botschaften nach Jerusalem verlegen".

Die Proteste, so viel scheint gewiss, dürften dann weitergehen.

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