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Samstag, 19. August 2017

Bannon, Pruitt und "The Mooch": Trump hat einen hohen Personalverschleiß

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Ein Bild aus vergangenen Tagen: US-Präsident Donald Trump sitzt zu Beginn seiner Amtszeit mit seinen engsten Vertrauten zusammen. Heute ist nur noch einer von ihnen - Vizepräsident Mike Pence - Teil von Trumps Team. Die übrigen haben in der Zwischenzeit ihre Jobs im Weißen Haus verloren. (Foto: REUTERS)

Ein Bild aus vergangenen Tagen: US-Präsident Donald Trump sitzt zu Beginn seiner Amtszeit mit seinen engsten Vertrauten zusammen. Heute ist nur noch einer von ihnen - Vizepräsident Mike Pence - Teil von Trumps Team. Die übrigen haben in der Zwischenzeit ihre Jobs im Weißen Haus verloren.

Ein Bild aus vergangenen Tagen: US-Präsident Donald Trump sitzt zu Beginn seiner Amtszeit mit seinen engsten Vertrauten zusammen. Heute ist nur noch einer von ihnen - Vizepräsident Mike Pence - Teil von Trumps Team. Die übrigen haben in der Zwischenzeit ihre Jobs im Weißen Haus verloren.

Der wohl berüchtigste Abgang betrifft Trumps Chefstrategen Steve Bannon. In angeblich beiderseitigem Einvernehmen trennten sich nach wenigen Monaten ihre Wege. Die Hintergründe sind weitgehend unklar.

Fest steht: Bannon dürfte einer der einflussreichsten und am schwersten einzuschätzenden Männer in Washington gewesen sein. Dass Bannon von vielen als Schattenpräsident gesehen wurde, schmeckte dem eitlen Trump angeblich wenig.

Und auch, dass Bannon Auslöser oder Objekt zahlreicher mitunter lautstarker Fehden in seinem Umfeld war, brachte viel Unruhe in die frühe Amtszeit Trumps.

Indiskretionen begleiten Trumps bisherige Präsidentschaft. Und einige davon gehen angeblich auch auf Bannons Konto.

So gab er einige Informationen dem Journalisten Michael Wolff preis, der das umstrittene Enthüllungsbuch "Fire and Fury" veröffentlichte.

Dabei war Trumps Erfolg bei der Wahl im Jahr 2016 untrennbar mit Bannon verbunden. Der Ex-Chef der ultrarechten Nachrichtenseite Breitbart rettete Trumps strauchelnde Kampagne. Er bügelte diese auf konsequent-aggressiven Populismus, der Trump schließlich den Sieg einbrachte.

Im Clinch stand Bannon ganz offensichtlich auch mit diesem Mann: Anthony Scaramucci. Der Kurzzeit-Kommunikationsdirektor sagte Ende Juli 2017 in einem später veröffentlichen Telefonat mit einem Reporter unverblümt, was er von Bannon hält. In unflätigen Worten beschuldigte er Bannon, seine persönliche Agenda zu verfolgen.

Auch für weitere Menschen aus Trumps näherem Umfeld hatte "The Mooch" heftige Worte parat. Seine Tirade brachte ihm schon nach rekordverdächtigen zehn Tagen die Kündigung ein.

In einer Sache dürfte Scaramucci aber im Sinne seines Chefs gehandelt haben. Denn er äußerte sich in seinem Gespräch mit dem Journalisten auch über den damaligen Chief of Staff, Reince Priebus.

Priebus sei ein "verdammter paranoider Schizophrener, ein Paranoiker", so Scaramucci. In Schutz nahm Trump Priebus da nicht mehr. Denn nach sechs gemeinsamen Monaten im Weißen Haus war das Verhältnis der beiden zerrüttet.

Vor allem bei Trumps einflussreicher Familie soll er in Ungnade gefallen sein. Aber auch der Präsident selbst war nicht mehr zufrieden mit ihm. Er machte ihn dafür verantwortlich, dass viele Initiativen des Weißen Hauses im Kongress scheiterten - allen voran die Abschaffung von Obamacare.

Schließlich musste Priebus Ende Juli 2017 seinen Hut nehmen.

Sein Nachfolger ist John Kelly, ein Ex-Vier-Sterne-General und der vorherige Heimatschutzminister.

Priebus war nicht das einzige Opfer von Scaramuccis kurzzeitigem Engagement im Weißen Haus. Als bekannt wurde, dass "The Mooch" Kommunikationsdirektor werden sollte, strich dieser Mann die Segel: Sean Spicer, bis dato Sprecher des Weißen Hauses.

Spicer hatte von Beginn an keinen leichten Stand. Die mitunter extrem erratischen Volten in Trumps Meinungsbildung vor den vom Präsidenten als "Fake News Media" titulierten Journalisten zu vertreten, war wahrlich schwierig.

Viele Auftritte Spicers waren ziemlich unglücklich und unbeholfen. Legendär wurde seine Darstellung über die Zuschauerzahlen bei der Amtseinführung Trumps, die nachweislich falsch war.

Spicer wurde rasch Objekt des Spotts vieler Komiker in den USA. Dass er schließlich als Blitzableiter für Trump abtrat, dürfte sein Chef daher goutiert haben.

Die Fragen an den Präsidenten beantwortet seither die nicht minder uncharmante Sarah Huckabee Sanders.

Ausgangspunkt des Exodus' aus Trumps Kommunikationsteam war der Rücktritt von Michael Dubke. Nach nur drei Monaten gab er Ende Mai 2017 seinen Job als Kommunikationsdirektor auf und machte damit den Weg für Scaramucci frei.

Seine Demission erfolgte aus "persönlichen Gründen".

Im Januar 2018 musste dann die Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses für öffentliche Beteiligung und zwischenstaatliche Angelegenheiten ihren Posten räumen. Omarosa Manigault ...

... kannte Trump schon aus seinem Reality-TV-Format "Celebrity Apprentice".

Auch die Kommunikationschefin Hope Hicks galt als enge Trump-Vertraute. Dennoch kehrte sie dem Weißen Haus im Februar 2018 den Rücken.

Die 29-Jährige gab sich im Gegensatz zu ihren Vorgängern öffentlich zumeist wortkarg. Über ihre Beweggründe kursieren daher einige Spekulationen.

Medienberichten zufolge hatte sie schon länger ihren Job aufgeben und Washington, wo sie sich nie richtig wohlfühlte, hinter sich lassen wollen. Allerdings wird auch ihre Befragung zur Russland-Affäre als möglicher Grund gesehen.

Apropos Russland. Die "Hexenjagd" - wie Trump es nennt - wurde auch zum Stolperstein von James Comey.

Der noch von US-Präsident Barack Obama ernannte FBI-Chef ermittelte in der mutmaßlich russischen Einmischung in den US-Wahlkampf zugunsten Trumps. Anfang Mai 2017 setzte ihn Trump - vermutlich deswegen - vollkommen überraschend vor die Tür.

Ruhe brachte das Trump jedoch nicht. Comey sagte später vor dem Senat aus, Trump habe ihn unter Missachtung der Gewaltenteilung mehrfach wegen der Ermittlungen unter Druck gesetzt.

Und das Justizministerium setzte Robert Mueller als Sonderermittler ein, der weiter die Russland-Kontakte Trumps unter die Lupe nahm

Noch bevor Mueller eingesetzt und Comey abgesägt wurde, trat dieser Mann ab: Michael Flynn. Er musste nach nur drei Wochen als Berater für Nationale Sicherheit gehen.

Nachdem seine dubiosen Russland-Kontakte bekannt geworden waren, bat ihn Trump schon im Februar 2017 um seinen Rücktritt - auch wenn der Präsident Flynn schließlich als Opfer einer Medienkampagne darstellte.

Es war bekannt geworden, dass Flynn gegenüber Vizepräsident Pence widersprüchliche Angaben über ein Telefonat mit dem russischen Botschafter gemacht hatte. Er hatte, anders als angegeben, mit diesem sehr wohl über die gegen Russland verhängten Sanktionen gesprochen.

Wenige Wochen nach Flynn musste auch K.T. McFarland das Weiße Haus verlassen. Die Vertraute Flynns war stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin und wurde im April 2017 auf den Posten der Botschafterin in Singapur abgeschoben.

Am 22. März 2018 - nach gerade einmal 13 Monaten im Amt - ging schließlich auch der Flynn-Nachfolger H. R. McMaster wieder.

Der Rücktritt war angeblich "einvernehmlich". Der General wolle in den Ruhestand gehen, so hieß es.

Das dürfte Rob Porter indes nicht behaupten. Der Stabssekretär im Weißen Haus musste im Februar 2018 zurücktreten, weil ans Licht kam, dass ihm seine beiden Ex-Frauen häusliche Gewalt vorwarfen.

Auch einige Minister haben Trumps Regierung mehr oder weniger freiwillig verlassen: etwa Gesundheitsminister Tom Price.

Er unternahm teure Dienstreisen mit Privatjets auf Kosten der Steuerzahler. Im September 2017 musste er gehen.

Die Meinungsverschiedenheiten mit seinem Außenminister Rex Tillerson stellte Trump offen zur Schau.

Die Abneigung beruhte offensichtlich auf Gegenseitigkeit: Tillerson nannte seinen Chef einen "Idioten". Gegen dessen Nordkorea-Politik trat er öffentlich in Widerspruch. Im März 2018 war Schluss für ihn.

Mike Pompeo, vormaliger CIA-Chef, ersetzte ihn. Er steht vor allem in der Nordkorea-Frage eher zur Linie des Präsidenten.

Ende März 2018 entließ Trump auch seinen Veteranenminister David Shulkin. Dieser war in Ungnade gefallen, weil er seine Frau auf Kosten des Staates mit nach Europa nahm.

Außerdem soll er die damalige Dienstreise vorwiegend mit Sightseeing verbracht und unerlaubterweise Tickets für das Tennisturnier in Wimbledon angenommen haben.

Anders vollzog sich der Abgang von Gary Cohn. Die Strafzölle auf Aluminium und Stahl konnte der Wirtschaftsberater nicht ertragen. Im März 2018 warf er hin.

Zuvor war er eigentlich zufrieden mit seinem Posten. So galt Cohn etwa als Befürworter der Steuerreform Trumps.

Jüngster Abgang aus der Trump-Administration: Der Chef der US-amerikanischen Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt.

Er erklärte Anfang Juli 2018 seinen Rücktritt, nachdem eine lange Liste von Vorwürfen ihn unter Druck setzte. Ihm wird vorgeworfen, ein luxuriöses Leben auf Staatskosten geführt zu haben. Er nutzte immer wieder First-Class-Flüge oder Privatflugzeuge für Dienstreisen.

Pruitt soll auch Steuergelder für eine private Telefonkabine in seinem Büro verschwendet, Mitarbeiter für private Zwecke eingesetzt (Wohnung suche, Tickets besorgen etc.) und Familienmitglieder bevorteilt haben. Es dürfte kaum der letzte Abgang aus Trumps Team bleiben. (jog/fzö)

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